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N° 12–2017: Presseeinladung zur Europäischen Konferenz über die Gefahren von Weltraumtrümmern und deren Eindämmung

23 March 2017

Im ESA-Raumflugkontrollzentrum ESOC in Darmstadt wird vom 18.–21. April die 7. Europäische Konferenz über Weltraumtrümmer stattfinden. Führende Wissenschaftler, Ingenieure, Manager, Betreiber von Raumfahrtinfrastrukturen, Industrieunternehmen, Hochschulen und Entscheidungsträger aus allen wichtigen Raumfahrtnationen erhalten auf diesem in seiner Art einmaligen Forum Gelegenheit zum Austausch. Medienvertreter sind zu der gesamten Veranstaltung, insbesondere zu der Eröffnung sowie der abschließenden Pressekonferenz, eingeladen.

Zurzeit umrunden etwa 750 000 Objekte von mehr als 1 cm Größe die Erde, und zwar mit einer Geschwindigkeit von durchschnittlich 40 000 km/h, was bei einem Aufprall auf Weltraumgerät in etwa die Energie einer Handgranatenexplosion freisetzen würde. Die Konsequenzen für den Satellitenbetrieb können also erheblich sein.

Etwa 18 000 dieser Trümmerteile sind groß genug, um regelmäßig von leistungsstarken Weltraumüberwachungssystemen verfolgt werden zu können, deren Daten von Weltraumorganisationen wie der ESA zur Vermeidung von Kollisionen genutzt werden. Die Entstehung dieser Trümmerteile ist zum größten Teil auf mehr als 250 Explosionen zurückzuführen.

Aufgrund der immer höheren Zahl von Trümmerteilen im Weltraum befürchten Experten, dass Kollisionen zwischen ihnen – die auch bereits eingetreten sind – nunmehr zur Hauptursache für neuen Raumfahrtschrott im Orbit werden könnten, weswegen sie Gegenmaßnahmen zur Eindämmung dieses Problems vorgeschlagen haben. Deren Umsetzung stellt die Raumfahrtorganisationen jedoch vor große Herausforderungen.

Die nunmehr zum 7. Mal stattfindende Europäische Konferenz über Weltraumtrümmer bildet das weltweit größte Kolloquium zu diesem Thema. Eröffnet wird die Konferenz von ESA-Generaldirektor Jan Wörner und dem ehemaligen NASA-Chefwissenschaftler für orbitale Trümmerteile, Donald Kessler.

Zu den wichtigsten Gesprächsthemen gehören aktuelle Fragen wie die derzeitige Maßnahmenpraxis zur Vermeidung von Raumfahrtschrott, neue Konzepte für dessen aktive Beseitigung sowie die Errichtung riesiger Konstellationen aus mehreren Tausend Telekommunikationssatelliten. Auch die starke Zunahme bei den kleinen Satelliten, d. h. Cubesats und Nanosatellitenschwärmen, wird ein Thema sein.

Das Themenspektrum umfasst Megakonstellationen, Möglichkeiten zur aktiven Beseitigung, europäische Anstrengungen auf dem Gebiet der Weltraumlageerfassung und Weltraumüberwachung, Messungen und Modellerstellungen. Die aus aller Welt angereisten führenden Experten werden sich ferner mit der zentralen Frage der Widerstandsfähigkeit von Trümmerteilen beim Eintritt in die Atmosphäre und somit dem Risiko am Boden sowie Einzelheiten von Aufprallvorgängen im Weltraum bei extrem hohen Geschwindigkeiten befassen.

Programm

Nachstehend wird eine kurze Programmübersicht für die Medien gegeben. Journalisten können an allen technischen Einzelveranstaltungen teilnehmen, die unten angeführten Präsentationen sind für die allgemeinen Medien von Interesse.

18. April, 9.30–12.00 Uhr

Live-Streaming über http://www.esa.int/spacedebris

Eröffnung

Begrüßungsansprache von ESA-Generaldirektor Jan Wörner; Einführung durch den ESA-Direktor für Betrieb und Niederlassungsleiter des ESOC, Rolf Densing

  • Videoübertragung einer Ansprache des französischen ESA-Astronauten an Bord der ISS, Thomas Pesquet
  • Einführende Präsentation von Holger Krag, Vorsitzender des Ausschusses für das Konferenzprogramm und Leiter des ESA-Büros für Weltraumtrümmer
  • Erstaufführung eines 3D-Films über Trümmerteile im Weltraum
  • Vortrag über besondere Highlights durch Donald Kessler, NASA

Die Moderation der Plenarsitzungen übernehmen Manuel Metz vom DLR und Christian Cazeaux vom CNES.

  • Hugh Lewis (Universität Southampton): Mögliche Auswirkungen großer Konstellationen und kleiner Satelliten auf den Raumfahrtschrott insgesamt
  • J.C. Liou (Leiter des NASA-Büros für das Orbital Debris Program): Zentrale Aspekte der jüngsten Forschungstätigkeiten des NASA-Büros für das Orbital Debris Program
  • Satomi Kawamoto (JAXA): Aktueller Stand der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten der JAXA zur aktiven Entfernung von Raumfahrtschrott
  • Thomas Schildknecht (AIUB): Bestimmung und Modellierung von Positionsdaten von Trümmerteilen durch Kombinierung von mit verschiedenen Beobachtungsmethoden erfassten Daten

Am 19. und 20. April sind mehrere technologiebezogene Arbeitssitzungen und Zusammenkünfte geplant, an denen auch Medienvertreter teilnehmen können. Einzelheiten zum Programm sind über folgenden Link erhältlich: http://space-debris-conference.com/page/programme.

21. April, 11.00–13.00 Uhr

Abschließende Pressekonferenz und Diskussionsrunde mit Fragen und Antworten

Im Pressezentrum des ESOC werden der Presse die wichtigsten Diskussionsthemen und Schlussfolgerungen der viertägigen Konferenz vorgestellt.

Teilnehmer:

  • Brigitte Zypries, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie und Koordinatorin der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt
  • Rolf Densing, ESA-Direktor für Betrieb und Niederlassungsleiter des ESOC
  • Holger Krag, Konferenzvorsitzender und Leiter des ESA-Büros für Weltraumtrümmer, sowie hochrangige Podiumsredner des COSPAR, der IAA, des CNES, des DLR, der ASI und der UKSA (Namen nzb).

Live-Streaming über: http://www.esa.int/spacedebris

Anmeldung der Medienvertreter und nähere Auskünfte

Die Anmeldung der Medien ist Pflicht und kann bis spätestens 11. April über folgenden Link vorgenommen werden: https://myconvento.com/public/event_register/index/1622911

Das ausführliche Veranstaltungsprogramm mit allen technischen Einzelveranstaltungen, Informationen zum Konferenzort, praktischen Informationen und der Liste der Beiträge erhalten Sie über diesen Link: https://conference.sdo.esoc.esa.int/page/programme

Weitere Informationen über die Forschung und die Erkenntnisse der ESA im Bereich der Weltraumtrümmer, die Modelle, die regulatorischen Aspekte, Videos und Aufzeichnungen von Live-Streams können abgerufen werden unter: http://www.esa.int/spacedebris

Anfragen für Interviews (NUR für Medienvertreter):

Büro für ESA-weite Kommunikation
Europäische Weltraumorganisation
Robert-Bosch-Str. 5
64293 Darmstadt / Deutschland
Tel.: +49 (0)6151 902516 / +49 (0)6151 902285
E-Mail: esoc.communication@esa.int

Über die ESA

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA), Europas Tor zum Weltraum, ist eine 1975 gegründete zwischenstaatliche Organisation, deren Aufgabe darin besteht, europäische Raumfahrtkapazitäten zu entwickeln und sicherzustellen, dass die Investitionen in die Raumfahrt den Bürgern in Europa und anderswo zugutekommen

Die ESA hat 22 Mitgliedstaaten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, die Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik, Ungarn und das Vereinigte Königreich. Slowenien ist assoziierter Mitgliedstaat.

Außerdem arbeitet die ESA förmlich mit sechs EU-Mitgliedstaaten zusammen. Im Rahmen eines Kooperationsabkommens nimmt auch Kanada an bestimmten ESA-Programmen teil.

Dank der Koordinierung der Finanzressourcen und Kompetenzen ihrer Mitgliedstaaten kann die ESA Programme und Tätigkeiten durchführen, die weit über die Möglichkeiten eines einzelnen europäischen Landes hinausgehen. Des Weiteren arbeitet sie eng mit der EU bei der Verwirklichung der Programme Galileo und Copernicus und mit EUMETSAT bei der Entwicklung von Meteorologiemissionen zusammen.

Die ESA entwickelt Raumfahrzeugträger, Satelliten und Bodenanlagen, um sicherzustellen, dass Europa bei Raumfahrtvorhaben weltweit an der Spitze bleibt.

Sie entwickelt und startet Erdbeobachtungs-, Navigations-, Telekommunikations- und Astronomiesatelliten, schickt Raumsonden in entlegene Regionen des Sonnensystems und beteiligt sich an der bemannten Exploration des Weltraums. Außerdem führt sie ein umfangreiches Anwendungsprogramm zur Entwicklung von Erdbeobachtungs-, Navigations- und Telekommunikationsdiensten durch.

Mehr über die ESA: www.esa.int

 

Nähere Auskunft erteilt:

ESA-Referat Medienbeziehungen

Tel.: +33 (0)1 53 69 72 99

E-Mail: media@esa.int