Hans Schlegel

Hans Schlegel, Astronaut der europäischen Weltraumorganisation (ESA)

Europäische Weltraumorganisation ESA, Astronaut

Persönliche Angaben

Schlegel wurde am 3. August 1951 in Überlingen geboren, betrachtet jedoch Aachen als seine Heimatstadt. Er ist verheiratet mit der Astronautin Heike Schlegel-Walpot und hat sieben Kinder. Zu seinen Hobbys gehören Skifahren, Tauchen, Fliegen, Lesen und Heimwerken.

Ausbildung

1968/1969 Aufenthalt in den USA als Austauschschüler des American Field Service und High-School Abschluss an der Lewis-Central High School, Council Bluffs, Iowa. 1970 Abitur am Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Hansa-Gymnasium in Köln.
1979 Diplom in Physik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen.

Mitgliedschaften

Mitglied der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) und des American Field Service, Interkulturelle Begegnungen e.V.(AFS).

Besondere Auszeichnungen

Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, russischer Orden der Völkerfreundschaft, “Exceptional Achievement Medal“ der NASA.

Beruflicher Werdegang

1970-1972 Fallschirmjäger bei der Bundeswehr, Entlassung als Leutnant.1980 nach einigen Wehrübungen Ernennung zum Oberleutnant der Reserve. Von 1979-1986 wissenschaftlicher Angestellter an der RWTH Aachen, Fachrichtung experimentelle Festkörperphysik, Forschungsschwerpunkt elektronischer Transporteigenschaften und optische Eigenschaften von Halbleitern. 1986 - 1988 Verfahrensspezialist für zerstoerungsfreie Werkstoffprüfung in der F&E-Abteilung der Firma „Institut Dr. Förster GmbH & Co.KG in Reutlingen.

1988-1990 Ausbildung im DLR zum Wissenschaftsastronauten. Dazu gehoerten eine vielfaeltige akademische Ausbildung sowie praktische Erfahrung der Schwerelosigkeit, gewonnen bei der Durchführung zahlreicher Experimente während etwa 1300 Parabeln an Bord der KC-135 der NASA, Weiterhin Ausbildung zum lizenzierten Forschungstaucher und Erwerb der Privatpilotenlizenz einschließlich der Instrumenten- und Kunstflugberechtigung.

1990 Ernennung zum Nutzlastspezialisten für die D-2 Mission und Beginn der Ausbildung an den wisschenschaftlichen Experimenten in Köln und im Johnson Space Center in Houston, Texas. Diese erfolgreiche, zweite deutsche Spacelab-Mission fand vom 26. April bis 6. Mai 1993 an Bord der Raumfähre Columbia (STS-55) statt.

Im August 1995 Aufnahme des Trainings als Ersatzmann für die deutsch-russische Mission MIR ’97 im Yuri A. Gagarin Kosmonauten-Ausbildungszentrum bei Moskau.

Während dieser vom 10. Februar bis 2. März 1997 dauernden Mission war er als Crew Interface Coordinator (CIC) für die Bord-Boden Kommunikation verantwortlich.

Von Juni 1997 bis Februar 1998 Zusatzausbildung zum 2. Bordingenieur für die russische Raumstation Mir.

1998 Aufnahme in das Europäische Astronautenkorps der ESA und Abordnung zum Johnson Space Center in Houston zur Ausbildung als Missionsspezialist mit dem NASA-Astronautenjahrgang 1998. Hierzu zählen das Training in T-38-Jets, das Shuttle Rendezvous & Docking, Robotik und Außenbordeinsätze (EVA).

Zusätzlich zu ihrer Ausbildung nehmen die Astronauten verschiedene Aufgaben bei der NASA wahr. Schlegel hat in der ISS-Abteilung für Mechanismen und Strukturen, Mannschaftsausrüstung und ISS-Systeme gearbeitet. Weiterhin hat er in der Robotik-Abteilung sowie als CAPCOM, der für die Kommunikation mit der ISS-Bordmannschaft zuständig ist, gearbeitet. In dieser Funktion hatte ihn die NASA zum leitenden ISS-CAPCOM für die ISS Mannschaft Nr. 10 bestellt.

Seit Mai 2005 ist Schlegel leitender ESA-Astronaut im Johnson Space Center. Von September 2005 bis Oktober 2006 arbeitete er als Shuttle CAPCOM, als Ausbilder für ISS-CAPCOMs und leitete ein Team von 12 Mitarbeitern auf dem Gebiet ISS Systeme und Mensch-Maschine Schnittstellen.

Im Juli 2006 erfolgte die Benennung für die STS-122/1E Shuttle-Mission, die das Columbus-Labor der ESA zur Internationalen Raumstation gebracht hat. Ab Oktober 2006 absolvierte Hans Schlegel das missionsspezifische Training, das insbesondere auch aus der Vorbereitung fuer den EVA Einsatz zur Ankoppelung und der anschliessenden Inbetriebnahme von Columbus bestand.

Raumfahrt Missionen

Vom 26. April bis 6. Mai 1993 nahm Schlegel als Nutzlastspezialist am Flug STS-55/D-2 an Bord des Shuttles Columbia teil. Während dieser deutschen “D-2 Mission“ wurden 89 Experimente aus den Gebieten Lebenswissenschaften, Materialwissenschaften, Robotik, Technologie, Erdbeobachtung, Astronomie sowie Untersuchungen zur Erdatmosphäre durchgeführt.

Vom 7. bis 20. Februar 2008 nahm Schlegel an der STS-122/1E Shuttle-Mission teil, auf der das europäische Columbus-Labor zur Internationalen Raumstation gebracht und angedockt wurde. Waehrend dieser Mission hat Hans Schlegel einen fast 7 stündigen Weltraumausstieg durchgefuehrt, und zusammen mit seinen Crew-Kollegen das Columbus-Labor erfolgreich in Betrieb genommen.

Gegenwärtige Tätigkeit

Zur Zeit ist Hans Schlegel neben seiner Funktion als leitender ESA-Astronaut in Houston mit den Nachbereitungen der Mission und den sogenannnten Postflight Aktivitaeten, die vor allem Öffentlichkeitsarbeit beeinhalten, beschaeftigt.

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