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    Ucyu Renshi (Weltraum-Kettengedichte): Worte verbinden Menschen auf der ganzen Welt

    Wenn die Ucyu Renshi-Sammlung eines Jahres fertig ist, findet anlässlich ihrer Veröffentlichung ein Ucyu Renshi-Symposium statt.

    Solange die Menschheit zurückdenken kann, dient ihr der Himmel als Projektionsfläche, um über das Leben nachzudenken und Träume in Worte zu fassen. Auch heute noch, da die Wissenschaft die Geheimnisse der Welt eines nach dem anderen entschlüsselt, inspiriert uns der Blick nach oben zu immer neuen Fragen, und die Weiten des Weltalls erfüllen uns mit Ehrfurcht.

    Mit Ucyu Renshi (Weltraum-Kettengedichten) können alle Menschen weltweit in einem gemeinsamen poetischen Projekt ihre Gedanken über die Welt, das Universum, die Erde und das Leben zum Ausdruck bringen – frei von allen Schranken wie Nationalität, Kultur, Generation, Beruf, Position oder Rang.

    Die JAXA (Japan Aerospace Exploration Agency) hat das Ucyu Renshi-Projekt ins Leben gerufen, um die Menschen auf der Erde und die ISS-Besatzung im Weltraum mit Worten einander näher zu bringen. Aber auch Menschen, die sich nicht für Weltraumwissenschaften und -technologien interessieren, können teilnehmen.

    Die JAXA (Japan Aerospace Exploration Agency) hat das Ucyu Renshi-Projekt ins Leben gerufen, um die Menschen auf der Erde und die ISS-Besatzung im Weltraum mit Worten einander näher zu bringen. Aber auch Menschen, die sich nicht für Weltraumwissenschaften und -technologien interessieren, können teilnehmen.

    Die Gedichtform des Renshi (Kettengedicht) entwickelte sich in den frühen 1970er Jahren aus den traditionellen japanischen Gedichtformen Renga und Renku (aneinandergereihten Versen), ist inzwischen weithin bekannt und hat Fans auf der ganzen Welt. Renshi haben kein festes Ende und führen die Traditionen der klassischen japanischen Poesie mit der Welt der modernen Lyrik zusammen. Ein Renshi entsteht, indem die Teilnehmer wie bei einem Staffellauf einander ablösen und das Gedicht immer weiter spinnen.

    Ein Ucyu Renshi soll Gedanken über das Weltall, die Erde und das Leben zum Ausdruck bringen. Wirklich gut wird ein Ucyu Renshi aber nur, wenn jeder auf die Beiträge der anderen eingeht. So schafft ein Ucyu Renshi Berührungspunkte zwischen den Menschen.


    Die JAXA stellt einmal im Jahr eine Ucyu Renshi-Sammlung, bestehend aus etwa 24 kurzen Versen, zusammen. Die Hälfte stammt von Amateuren, die übrigen enthalten Beiträge berühmter Dichter. Ist ein Ucyu Renshi fertig, wird es auf DVD gebrannt und alljährlich zur Internationalen Raumstation hochgeladen. Auch ein Ucyu Renshi-Symposium findet statt, um das Gedicht der Öffentlichkeit vorzustellen. Selbst den Japanischunterricht in Grundschulen hat die JAXA mit dem Ucyu Renshi-Projekt schon erreicht. Die Schüler verfassen Ucyu Renshi im Unterricht und lassen sich dabei von berühmten Dichtern inspirieren. Gleichzeitig lernen sie, mit ihren Klassenkameraden zusammenzuarbeiten. Die Schüler lieben das Schreiben von Ucyu Renshi und freuen sich, an einem großen Weltraumprojekt teilnehmen zu dürfen, bei dem auch das japanischen Labormodul Kibo – auf Japanisch „Hoffnung“ – eine Rolle spielt.

    Die JAXA begann das Ucyu Renshi-Projekt im Jahr 2006. Seither wird jedes Jahr ein Ucyu Renshi im Labormodul Kibo, dem japanischen Experimentalmodul der ISS, gespeichert. Alle Teilnehmer auf der Erde können die ISS, einen leuchtenden Stern am Himmel, beobachten und wissen, dass ihr Werk dort oben den Planeten umkreist. Seit Beginn des Projekts im Jahr 2006 ist die Zahl der Teilnehmer stetig gestiegen: Immer mehr Menschen interessieren sich für Ucyu Renshi und die Weltraumforschung und lassen sich von Ucyu Renshi zu einem neuen Blick auf das Weltall inspirieren.

    Masato Koyama
    Space Environment Utilization Center, JAXA

    Last update: 15 August 2012

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