|  | Envisats Aufstieg ins All | | Envisat Start
Die europäische Trägerrakete Ariane-5 eignete sich ideal dafür, Envisat im Orbit abzusetzen. Ihre große Nutzlastverkleidung bot genug Platz für den 10 × 4 × 4 Meter großen Satelliten mitsamt seinem Servicemodul und dem Sonnensegel. Der Schub von 1.500 Tonnen war mehr als ausreichend, um die insgesamt 740 Tonnen Last in eine erdnahe Bahn in 800 km Höhe zu befördern. Die neue Bauform der Ariane-5 wurde zwischen 1985 und 1996 entwickelt. Sie gründet auf der Kompetenz der führenden Raumfahrttechnologie-Unternehmen aus 12 europäischen Ländern und der Arbeit von 12.000 Menschen.
Die Missionserfolgsquote von 98 % seit dem ersten Start einer Ariane-Rakete im Jahr 1979 macht Ariane zu dem zuverlässigsten Trägersystem weltweit. Envisats Start In der Nacht vom 28. Februar zum 1. März 2002 schoss die Europäische Weltraumorganisation (ESA) ihren Satelliten Envisat an Bord einer Ariane 5-Trägerrakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch-Guayana) in das All.
Dutzende von applaudierenden Ingenieuren, Wissenschaftlern und Projektmitgliedern auf dem Startgelände und in den ESA-Zentren in ganz Europa wurden Zeugen des Starts. Bei klarem Himmel brachte Ariane 5 den Satelliten Envisat in seine Aussichtsposition in 800 km Höhe über der Erdoberfläche.
Nach einem reibungslosen Start setzte Ariane 5 Envisat in einem sonnensynchronen Orbit ab. Nun konnte die ESA-Bodenkontrolle im Raumflugkontrollzentrum in Darmstadt den komplexesten Satelliten, der je in Europa gebaut wurde, erstmals ganz in eigene Regie nehmen.
„Das war ein besonders spannender Tag für die ESA und die europäische Raumfahrt im Allgemeinen,” so José Achache, ESA-Direktor für Erdbeobachtung. „Europa nimmt in Umweltfragen global eine wichtige Führungsrolle ein und Envisat wird für die Zukunft der Fernerkundung unserer Erde von großer Bedeutung sein.”
„Mit dem Einschwenken von Envisat in seine Umlaufbahn hat endlich die Krönung der jahrelangen Arbeit begonnen und wir freuen uns auf den Nutzen für die Umwelt, den der Satellit Europa bringen wird,” fügt Achache hinzu.
 | | | Ariane 5 | Ariane 5 Wichtigste Daten:
Höhe bis zu 52 m
Durchmesser bis zu 5,4 m
Liftoff mass of 710 tonnes
Max. Nutzlastmasse 5,97 Tonnen
Ariane 5 ist auf die Bedürfnisse des neuen Jahrtausends ausgerichtet. Sie erfüllt gleich mehrere Anforderungen: die Fähigkeit, größere Satelliten zu transportieren, die zunehmende Nutzung niedriger Bahnen für die Versorgung der Internationalen Raumstation und die Notwendigkeit, bei hoher Zuverlässigkeit die Kosten zu senken.
Ihr erster erfolgreicher Start fand am 30. Oktober 1997 statt, ihr erster Flugbetrieb erfolgte im Dezember 1999 für den Start des ESA-Röntgenobservatoriums „X-ray Multi-Mirror“ (XMM). Ariane 5 hat sich als höchst zuverlässig und wirtschaftlich erwiesen und wird seitdem zum Starten von Kommunikations-, Erdbeobachtungs- und Forschungssatelliten in geostationäre sowie sonnensynchrone Umlaufbahnen eingesetzt. Für dieses neue Mitglied der Ariane-Familie musste die ESA am europäischen Weltraumbahnhof in Kourou eigens eine Abschussbasis und Hallen für die Fertigung der Feststoffraketen errichten, die der leistungsfähigsten aller Ariane-Trägerraketen den erforderlichen Schub für den Start verleihen.
Ariane 5 kann zum Absetzen von Satelliten in geostationären, mittleren und niedrigen Bahnen sowie für Starts zu anderen Planeten eingesetzt werden. „10-Tonnen-Ariane“ Die von der ESA mit Unterstützung der Mitgliedsstaaten entwickelte „10-Tonnen-Ariane“ bestätigt das Wachstumspotenzial, das die ursprüngliche Bauweise der Ariane 5-Trägerrakete birgt. Europa ist nun erstmals in der Lage, eine Nutzlast von mehr als zehn Tonnen in eine geostationäre Bahn zu befördern. |