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Thomas Reiter, ehemaliger ESA-Astronaut, bei wissenschaftlichen Arbeiten am Nitric Oxide Analyzer (NOA) im Jahr 2006
Science & Exploration

Haben Sie Asthma? Rettung naht – aus dem Weltraum.

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ESA / Science & Exploration / Human and Robotic Exploration / International Space Station Benefits for Humanity

Kalle, ein Junge von 10 Jahren, ist schon heute von Weltraumtechnologie begeistert. Denn in Zukunft könnte er sein Asthma mit einem kleinen Gerät kontrollieren, das auch von der Besatzung an Bord der Internationalen Raumstation verwendet wird. Dank dieses Geräts weiß er auch schon fast alles über Stickoxid – ein wichtiges Gas, das in ausgeatmeter Luft enthalten ist.

Stickoxid, oder Stickstoffmonoxid, wie es richtig heißt, ist ein Molekül mit guten und schlechten Eigenschaften. Als Luftschadstoff ist es nahezu allgegenwärtig. Es befindet sich in Fahrzeugabgasen und wird bei industriellen Verbrennungsprozessen freigesetzt. Stickoxid trägt zur Zerstörung der Ozonschicht bei. Außerdem kann leicht Salpetersäure daraus entstehen, ein Bestandteil des sauren Regens.

Interessanterweise wird Stickoxid auch in entzündetem Gewebe von Menschen und anderen Säugetieren in winzigen Mengen lokal freigesetzt. Verfolgt man es zurück bis zur Quelle, kann man verschiedene Krankheiten diagnostizieren.

Bei Menschen mit Asthma enthält die ausgeatmete Luft aufgrund der Entzündungsprozesse in den Atemwegen mehr Stickoxid als normal. Eine Messung des Gases kann die Diagnose der Krankheit erleichtern und sogar Asthmaanfälle verhindern. Denn ein steigender Stickoxidgehalt weist als Frühwarnzeichen darauf hin, dass die Medikation angepasst werden muss.

Auch auf der ISS ist Stickoxid ein interessantes Molekül. Staub und feinste Partikel schweben in der Schwerelosigkeit und werden von den Astronauten eingeatmet, was Entzündungen der Atemwege auslösen kann. Bei der Dekompressionskrankheit, die sich infolge von Weltraumspaziergängen entwickeln kann, spielt Stickoxid ebenfalls eine Rolle.

Die Europäische Weltraumorganisation ESA verwendet zur Messung des Stickoxidgehalts in der ausgeatmeten Luft ein leichtes, anwenderfreundliches, präzises Messgerät, mit dem man hofft, Entzündungen in den Atemwegen der Astronauten so frühzeitig zu erkennen, dass man Gegenmaßnahmen ergreifen kann, bevor gesundheitliche Probleme entstehen.

Dieses Messgerät mit dem Namen NIOX MINO®, eine gemeinsame Entwicklung des schwedischen Unternehmens Aerocrine AB und der ESA, hat sich bereits auf Weltraummissionen, aber auch im Alltag auf der Erde bewährt.

Mittlerweile wird es in Gesundheitszentren für Patienten wie zum Beispiel Kalle genutzt, die damit ihr Asthma kontrollieren und die Wirksamkeit ihrer Medikamente überprüfen. So können sie diese genauer dosieren, die Zahl ihrer Anfälle senken und ihre Lebensqualität verbessern.

Weitere Informationen bei folgenden Ansprechpartnern:
Lars Karlsson and Lars Gustafsson
Karoliniska Institutet, Stockholm, Sweden
Dept of Physiology and Pharmacology
Karolinska Institutet
Nanna Svartz väg 2
S-171 77 Stockholm, Sweden
Tel. +46 8 524 868 90
Email: Lars.Karlsson@ki.se

European Space Agency

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