Den Sturm im Blick
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Der "Space Storm Hunter" - Auf der Jagd nach Stürmen und Gewittern

30/05/2018 19 views 0 likes
ESA / Space in Member States / Austria

Als die Internationale Raumstation in einer Aprilnacht über die Küste Sumatras flog, erreichte ein Gewitterblitz die oberen Schichten der Atmosphäre. Die Lichter wurden von der neuesten ESA-Sternwarte der ESA im All, dem Atmosphere-Space Interactions Monitor, eingefangen. 

Der Atmosphere-Space Interactions Monitor, auch bekannt als "Space Storm Hunter", schließt seine ersten Tests einen Monat nach seiner Installation außerhalb des europäischen Columbus-Labors ab.
Die ersten Bilder und Daten erfassten die starke Signatur des Blitzes mit bisher unerreichter Genauigkeit aus 400 Kilometern über der Erde.

"Wir haben 100 000 Messungen pro Sekunde dieser erstaunlichen Naturgewalt gesammelt", erklärt Torsten Neubert, Koordinator des Wissenschaftsteams an der Technischen Universität Dänemark, "das ist ein fantastisches Beispiel dafür, wie leistungsfähig unsere Photometer sind".

Das Observatorium zeigt direkt auf die Erde, damit die Atmosphäre so wenig wie möglich vom Licht filtert. Die Photometer des "Space Storm Hunter" sind hundertmal empfindlicher als eine durchschnittliche Kamera auf der Erde. Im Sturm über Indonesien verzeichneten die Instrumente eine Spitze über drei Wellenlängen.

"Selbst wenn die Wolken die Sicht auf den Blitz teilweise blockieren, zeigen die Instrumente starke elektrische Entladungen hoch in der Atmosphäre. Wir denken, es zeigt eine Elfe", sagt Torsten.

Sogenannte "Elfen" – ein Wetterphänomen - sind die höchsten aller bisher bekannten "vorübergehenden leuchtenden Ereignisse". Im Handumdrehen erscheinen konzentrische Ringe als ein schwaches, sich ausdehnendes Leuchten, das Hunderte von Kilometern breit ist und von Elektronen gebildet wird, die mit angeregten Stickstoffmolekülen kollidieren.

Die Bilder ähneln überraschend einer Sequenz, die der ESA-Astronaut Andreas Mogensen von der Internationalen Raumstation im Jahr 2015 aufgenommen hat.

"Dank Andreas' Entdeckung wissen wir genau, wie die Bilder zu interpretieren sind", sagt Torsten. Die Daten werden es den Wissenschaftlern ermöglichen, das Phänomen zu untersuchen und zwischen Blitzschichten und anderen hochenergetischen Entladungen zu unterscheiden.

Die spannendste Wissenschaft steht noch bevor

 

Der "Atmosphere-Space Interactions Monitor" (ASIM) ist einer der komplexesten Anlagen, die jemals auf dem Columbus-Labors mitgeflogen sind. Ähnlich dem "Versuch und Fehler"-Prinzip wird jedes Element getestet, einschließlich Maßnahmen zur Vermeidung von Sonneneinstrahlung auf die Sensoren.

Die ersten Bilder stammen von den visuellen Kameras der Anlage. Eine zweite Reihe von Geräten erkennt hohe und niedrige Energie und hat die Kalibrierung noch nicht abgeschlossen.

Die ersten Bilder sind nur ein Vorgeschmack auf seine Fähigkeiten. "Die spannendste Wissenschaft steht noch bevor - wir werden diese optischen Daten bald mit terrestrischen Gammastrahlenmessungen korrelieren können", so Torsten Neubert. 

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Der "Space Storm Hunter" auf dem Weg ins Weltall
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