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Neues Kerbal-Update bringt Ariane 5 und echte ESA-Missionen

18/05/2020 122 views 3 likes
ESA / Space in Member States / Austria

Am 1. Juli erhalten Spielerinnen und Spieler für ihre Weltraumsimulation Kerbal Space Program das kostenlose Update „Shared Horizons“, mithilfe dessen sie eine Ariane-5-Trägerrakete bauen und echte ESA-Missionen bewältigen können.

Herausgeber Private Division und Entwickler Squad haben sich mit der ESA zusammengetan, um Spielerinnen und Spieler mittels zweier ESA-Hauptaktivitäten ein neues Spielgefühl zu vermitteln: den Bau und den Start europäischer Raketen sowie die Erkundung unserer kosmischen Nachbarschaft.

Shared Horizons enthält alle Stufen, Triebwerke und Systeme der europäischen Trägerrakete Ariane 5. Spielabenteurer können so entweder eine perfekte Kopie der Rakete nachbauen, die Stufen auf kreative Art und Weise neu miteinander kombinieren oder ein ganz neues Raketensystem erfinden, für das sie Teile unterschiedlicher Raketenarten nutzen.

Ist die gebaute Trägerrakete erst einmal ins All gestartet, stehen zwei neue Spielszenarien zur Verfügung. Diese basieren auf zwei der berühmtesten europäischen Wissenschaftsmissionen – der Raumsonde BepiColombo zur Erforschung des Merkurs sowie dem Kometenjäger Rosetta.

Start von Partnerschaft zwischen Kerbal und ESA
Start von Partnerschaft zwischen Kerbal und ESA

Das Kerbal Space Program ist ein viel gepriesenes, physikbasiertes Simulationsspiel und wurde 2015 herausgebracht. Mit diesem Update übernehmen Weltraumfans das Kommando über die zwei genannten Missionen und spielen diese vom Start bis zur Landung nach – in der Alien-Welt der Kerbals. Dabei basieren alle Aspekte des Spiels auf realistischen aerodynamischen und orbitalen physikalischen Grundsätzen.

„Das Kerbal Space Program hat bereits eine ganze Generation zukünftiger Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Wissenschaftlerinnern und Wissenschaftler inspiriert. Mit der Einführung dieser neuen, auf Realismus basierten Simulation, heben wir das Spiel auf ein ganz neues Level“, sagt Daniel Neuenschwander, ESA-Direktor für Raumtransport. „Dass die Spieler mit dem freien Bau dabei ihre eigene Kreativität entfalten können, ist ein fantastischer Aspekt. Ich freue mich schon sehr darauf, zu sehen, in welch innovativer Art und Weise sie ihre neuen Raumtransporter entwickeln werden.“

Zum Bau von Raketen und weiterer Komponenten, die für die Mission benötigt werden, steht Spielern im Sandbox-Modus ein aktualisierter Baukasten mit Teilen zur Verfügung. Darüber hinaus können sie ihre Kerbal-Astronauten in ESA-Raumanzüge stecken und verschiedene wissenschaftliche Aufgaben aus tatsächlichen ESA-Missionen durchführen.

Das erste neue Szenario basiert auf BepiColombo, einer derzeitigen gemeinschaftlichen Mission der ESA und der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA (Japan Aerospace Exploration Agency). BepiColombo startete 2018 mit einer Ariane-5-Rakete ins All und befindet sich aktuell auf dem Weg zum Merkur. Das Spielszenario simuliert die erste europäische Mission zum innersten Planeten unseres Sonnensystems, auf der die Oberfläche und Magnetosphäre des Merkurs vermessen werden soll, um die faszinierenden Geheimnisse dieses sonnennächsten Himmelskörpers zu enträtseln. Die Spielerinnen und Spieler versuchen, die Sonde in den richtigen Orbit zu bringen und auf Moho, dem Merkur-Äquivalent im Kerbal-Universum, zu landen. Dabei führen sie verschiedene wissenschaftliche Aufgaben der tatsächlichen ESA-/JAXA-Mission aus.

Rosetta, das zweite Spielszenario dieser beliebten Simulation, würdigt die faszinierende ESA-Mission zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. Die Raumsonde startete 2004, ebenfalls mit einer Ariane-5-Rakete, in den Weltraum. Nach einem zehnjährigen Flug durch das Sonnensystem erreichte Rosetta ihr Ziel, einen zur Jupiter-Familie gehörenden Kometen. Die Raumsonde setzte den Lander Philae auf der Kometenoberfläche ab und erforschte den berühmten, merkwürdig geformten Kometen mehr als zwei Jahre lang aus ihrer Umlaufbahn heraus. Im Verlaufe der Mission wurden große Datenmengen gesammelt, während der Komet um die Sonne sauste. Dank dieser Informationen konnte die Fachgemeinschaft weitere Erkenntnisse darüber erlangen, welche Rolle diese rätselhaften Objekte bei der Entwicklung des Sonnensystems gespielt haben.

„Hier bei der ESA sind viele Ingenieure und Wissenschaftler sehr gut mit dem Kerbal Space Program vertraut“, sagt Günther Hasinger, ESA-Direktor für Wissenschaft. „Sowohl Rosetta als auch BepiColombo sind hochkomplexe Missionen mit ganz individuellen Herausforderungen. Gleichzeitig haben sie die ESA und die globale Wissenschaftsgemeinschaft extrem bereichert. Deshalb bin ich sehr froh, dass diese bahnbrechenden Wissenschaftsmissionen nicht nur auf der Erde, sondern auch auf Kerbin simuliert werden können.“

Die europäische Trägerrakete Ariane 5 bringt seit 1996 schwere Nutzlasten vom europäischen Weltraumbahnhof aus ins All und ermöglichte bereits zahlreiche bahnbrechende Wissenschaftsmissionen.

Das Kerbal Space Program bietet drei Spielmodi. Im Sandbox-Modus lassen sich Raumfahrzeuge bauen und dafür alle im Spiel verfügbaren Teile und Technologien verwenden. Im Science-Modus lassen sich Weltraumexperimente durchführen, um neue Technologien freizuschalten und das Wissen der Kerbals zu erweitern. Der Career-Modus ermöglicht die Überwachung sämtlicher Aspekte der Raumfahrtprogramme, inklusive Bau, Strategie, Finanzierung, Nachrüstungen und mehr.

„Wir sind hocherfreut, dass wir im Rahmen der ESA-Partnerschaft erstmals tatsächliche Missionen und Raumfahrzeuge der Raumfahrtbehörde im Kerbal Space Program anbieten können“, sagt Michale Cook, Executive Producer bei Private Division. „Es ist eine Ehre, Hand in Hand mit einer solch hochkarätigen Organisation zusammenarbeiten zu dürfen. Wir freuen uns wahnsinnig darauf, dass die Spieler diese monumentalen Missionen dank des Shared Horizons-Updates bald erleben können.“

Zum Update Kerbal Space Program: Shared Horizons ist ab dem 1. Juli für den PC verfügbar; eine Veröffentlichung für Konsolen soll später in diesem Jahr stattfinden. Um das kostenlose Update Shared Horizons spielen zu können, benötigen Sie das Basisspiel Kerbal Space Program. Aktuelle Informationen finden Sie auf kerbalspaceprogram.com.