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Mond, Saturn, Mars, Jupiter und Merkur gleichzeitig am Nachthimmel
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Außergewöhnliche Konstellation am Nachthimmel

14/05/2014 1998 views 9 likes
ESA / Space in Member States / Germany

Mond, Saturn, Mars, Jupiter und Merkur gleichzeitig am Nachthimmel: Diese Parade ist in diesen Tagen mit bloßem Auge sichtbar. Für Wissenschaftler und Hobby-Astronomen ist dieses seltene Ereignis im wahrsten Sinne des Wortes ein Hingucker.

Wer den richtigen Zeitpunkt erwischt – ein schmales Zeitfenster nach Sonnenuntergang etwa zwischen 21:30 Uhr und 22 Uhr MESZ – kann den Anblick aller fünf Himmelskörper auf einer bogenförmigen Linie am Himmel über Deutschland genießen. Im Südosten steht Saturn gefolgt von Mars, Jupiter und schließlich Merkur ganz im Nordwesten. Der Mond wandert Tag für Tag ein Stück weiter durch die Kette und führt sie am Donnerstagabend, 15. Mai, im Osten an. Bald jedoch ist Merkur untergegangen – dann bleiben nur noch drei Planeten.

Mars - Aufgenommen durch die ESA-Sonde Mars Express
Mars - Aufgenommen durch die ESA-Sonde Mars Express

„Merkur ist schwierig zu beobachten, da seine Bahn sehr dicht an der Sonne verläuft. Wenn man ihn sieht, dann meist kurz vor Sonnenaufgang oder kurz vor Sonnenuntergang im noch hellen Himmel“, erläutert Michael Khan, Missionsanalytiker bei der ESA.

Doch nicht nur deshalb ist die Konstellation etwas Besonderes: Die Bahnen der einzelnen Planeten verlaufen in etwa auf derselben Ebene um die Sonne. Jeder Planet jedoch hat seine eigene Umlaufgeschwindigkeit. Dass die Himmelskörper nun so stehen, dass so viele zusammen mit bloßem Auge sichtbar sind, kommt selten vor. Noch seltener ist der gleichzeitige Anblick von fünf Planeten – dazu müsste auch die Venus sich zu den anderen vier gesellen.  

Am Donnerstag wird die Konstellation bei freiem Himmel noch einmal gut sichtbar sein. Die Tage werden jedoch länger und der Mond geht jeden Tag fast eine Stunde später auf. Der Merkur wird dann bereits hinter dem Horizont verschwunden und die außergewöhnliche Parade am Nachthimmel um ein Element ärmer sein.

Michael Khan weist aber schon auf weitere besondere Planetenstellungen hin. Am 13. Juli 2014 beispielsweise werden der Mars mit seiner rötlichen Farbe und Spica – ein auffällig blauer Stern und der hellste im Sternbild Jungfrau – sehr nahe beieinander stehen und ein blau-rotes Paar bilden, das dem bloßen Auge fast wie ein Doppelstern erscheint. Am 18. August 2014 wiederum werden am Osthimmel vor Sonnenaufgang Venus und Jupiter so dicht nebeneinander stehen, dass beide auch ins Blickfeld eines langbrennweitigen Teleskops passen - eine phantastische Gelegenheit für Astrofotografen.

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