Von links: Tarek Al-Wazir, stellv. Ministerpräsident Hessen, ESA-Direktor Thomas Reiter, ESA-Generaldirektor Prof. Jean-Jacques Dordain, Bundespräsident Joachim Gauck, Diplomatischer Doyen Nikola Eterović
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Bundespräsident Joachim Gauck besucht das ESOC in Darmstadt

26/05/2014 1455 views 5 likes
ESA / Space in Member States / Germany

Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck hat am heutigen Montag in Begleitung von 140 Botschaftern und Hessens stellvertretendem Ministerpräsidenten Tarek Al-Wazir erstmals das Europäische Satellitenkontrollzentrum der ESA (ESOC) in Darmstadt besucht.

Die hochkarätige Besuchergruppe informierte sich im Rahmen einer Hessen-Reise aus erster Hand über laufende ESA-Programme in den Bereichen Planetenexploration, Kometenforschung und Umweltbeobachtung sowie über die tägliche Arbeit der Darmstädter Flugbetrieb-Spezialisten.  

Bundespräsident Joachim Gauck hob das ESOC als bedeutendes Zentrum für internationale Kooperation hervor. „Dieses Zentrum ist ein lebendiges Beispiel dafür, warum wir Europa brauchen. Keines der europäischen Länder alleine ist stark genug, solche gewaltigen Forschungsprojekte zu stemmen“, betonte Bundespräsident Joachim Gauck.

Live-Datenverbindung zur Kometensonde Rosetta in 600 Millionen Kilometer Entfernung

Von links: ESA-Generaldirektor Prof. Jean-Jacques Dordain und Bundespräsident Joachim Gauck im Hauptkontrollraum der ESA
Von links: ESA-Generaldirektor Prof. Jean-Jacques Dordain und Bundespräsident Joachim Gauck im Hauptkontrollraum der ESA

Im Hauptkontrollraum – dem Herzstück des Satellitenkontrollzentrums – kam der Bundespräsident mit ESA-Mitarbeitern ins Gespräch und schaute dem Kontrollteam der Kometenmission Rosetta über die Schulter. Das Team stellte eine Live-Datenverbindung zur Sonde her, die sich derzeit 600 Millionen Kilometer von der Erde entfernt befindet und von Darmstadt aus gesteuert wird. Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt wird Rosetta im August in eine Umlaufbahn um den Zielkometen Tschurjumov-Gerasimenko einschwenken und im November dann ein Landegerät auf seiner Oberfläche absetzen.

„Wir sind hoch erfreut und fühlen uns geehrt, dass der deutsche Bundespräsident und das Diplomatische Corps die ESA in ihrem Satellitenkontrollzentrum besucht haben“, betonte ESA-Generaldirektor Prof. Jean-Jacques Dordain. „Es war eine einzigartige Gelegenheit, um den hochkarätigen Besuchern zu erläutern, wie unsere Raumfahrtmissionen und Anwendungen dazu beitragen, Kooperation und Innovation in Europa zu fördern – zwei Säulen des Fortschritts und des Wachstums für alle Bürger.

Der Bundespräsident spricht über Video mit ESA-Astronaut Alexander Gerst in Baikonur

Bundespräsident Joachim Gauck spricht mit ESA-Astronaut Alexander Gerst
Bundespräsident Joachim Gauck spricht mit ESA-Astronaut Alexander Gerst

Per Video sprach der Bundespräsident mit dem deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst, der sich im kasachischen Baikonur auf seinen Start zur Internationalen Raumstation ISS vorbereitet. Am 28. Mai – nur zwei Tage nach dem Besuch des deutschen Staatsoberhaupts in Darmstadt – wird er in einer Sojus-Rakete seine sechsmonatige „Blue Dot“-Mission beginnen. „Ich glaube, dass Sie für viele junge Leute so etwas wie ein Vorbild sind, um jungen Menschen hier in Deutschland und in Europa die Schönheit des Glaubens an technologischen Fortschritt und an wissenschaftlichen Fortschritt zu vermitteln“, sagte der Bundespräsident zu Alexander Gerst.

Die hochkarätige Besuchergruppe erhielt am Montagvormittag auch eine Führung durch die Kontrollräume des ESOC sowie umfassende Informationen über das Erd- und Umweltbeobachtungsprogramm der ESA - ein wichtiger Eckpfeiler der Organisation, in den Deutschland den größten Beitrag investiert. Von Darmstadt aus wird unter anderem der ESA-Satellit Sentinel-1A gesteuert, der wichtige Daten für das europäische Umweltbeobachtungsprogramm Copernicus liefert. Er trägt zu neuen Erkenntnissen über den Klimawandel bei und ermöglicht wichtige Anwendungen in den Bereichen Sicherheit und Katastrophenmanagement.

ESOC – Europas Tor zum Weltraum

Das ESOC (European Space Operations Centre) ist das Kontrollzentrum der ESA – „Europas Tor zum Weltraum". Seit 1967 ist es für den Betrieb sämtlicher ESA-Satelliten und für das dazu notwendige weltweite Netz der Bodenstationen verantwortlich. Das ESOC hat bislang über 60 Satelliten der ESA operationell betreut, darunter unter anderem Huygens, Mars Express, Rosetta, Envisat, GOCE und Herschel/Planck. Außerdem hat das Zentrum zahlreiche Missionen anderer nationaler und internationaler Organisationen unterstützt.

Aufgrund seiner hoch entwickelten Technik und seiner Spezialisten-Teams ist das ESOC in der Lage, gleichzeitig über 15 Satelliten in Routine und weitere Satelliten in der frühen Startphase (LEOP) zu kontrollieren bzw. weltweit renommierte Rettungsaktionen durchzuführen. Im Jahr 2013 beschäftigt das ESOC etwa 260 Festangestellte sowie 600 Mitarbeiter von Vertragsfirmen.

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