Koronare Massenejektionen
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Die Europäische Woche des Weltraumwetters

07/11/2018 420 views 6 likes
ESA / Space in Member States / Germany

Diese Woche begeht die ESA zum 15. die European Space Weather Week („Die Europäische Woche des Weltraumwetters“) und nimmt dies zum Anlass, das dynamische Phänomen des Weltallwetters zu würdigen.

Die Größe und Wirkmächtigkeit unserer Sonne zu verstehen, ist dabei alles andere als einfach. Der heiße Gasball ist 4,6 Milliarden Jahre und 1,3 Millionen mal größer als die Erde. Und trotz der unfassbar weiten Entfernung von unserem Heimatplaneten bestimmt die Sonne unser alltägliches Leben.

Unberechenbar und temperamentvoll

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Solar-Events
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Der glühende Stern spielt für den gesamten Weltraum eine bemerkenswerte Rolle, bestimmt er doch die Umweltbedingungen unseres Sonnensystems. Die Sonne ist unberechenbar und temperamentvoll. Sie macht Leben auf den inneren Planeten des Sonnensystems unmöglich – dort sind nicht nur die Sonnenstrahlen viel zu stark, sondern auch der Einfluss des massenweise und in jede Richtung ausgespuckten energiegeladenen Materials. Dies ist die Ursache für die stetig wechselnden Bedingungen im Weltall, also das, was wir „Weltraumwetter“ nennen.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf stellt sich die Frage, wie Leben auf der Erde möglich ist, noch einmal in neuem Licht. Die Antwort: das Magnetfeld unseres Heimatplaneten schützt uns sowohl vor dem Sonnenwind – dem konstanten Strom an Elektronen, Protonen und schwereren Ionen, der von der Sonne ausgeht – als auch vor den koronaren Massenejektionen („Coronal Mass Ejections“, CMEs) – den gelegentlich auftretenden Massenauswürfen, bei denen Milliarden Tonnen Sonnenplasma in den Weltraum geschleudert werden. Treten diese Phänomene in starker Ausprägung auf, also schnelle CMEs oder noch schnellere Sonnenwindströme, können sie das schützende Magnetfeld der Erde stören und geomagnetische Stürme auslösen.

Ernstzunehmende Gefahren für unseren modernen Allta

Diese Stürme können erhebliche Probleme bei modernen technologischen Problemen hervorrufen. Sie können Satelliten in ihren Orbits stören oder sogar beschädigen, was dann auch Auswirkungen auf deren Dienste haben könnte und somit die Navigation oder Telekommunikation auf der Erde beeinträchtigen kann. Im schlimmsten Fall könnten die Stromversorgung oder die Funknetze zusammenbrechen. Astronauten im Weltall können durch solche Phänomene gefährlicher Strahlung ausgesetzt werden. Und von dieser Strahlung könnten sogar immer noch gefährliche Reste übrigbleiben, die ein Risiko für Astronauten auf zukünftigen Missionen zum Mond oder zum Mars darstellen.

Solche Vorkommnisse könnten nicht gestoppt werden. Allerdings könnten frühzeitige Warnungen vor aufziehenden Sonnenstürmen den Betreibern von Satelliten, Energieversorgungsnetzen und Telekommunikationssystemen einen ausreichenden Vorsprung verschaffen, um geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Ausschau halten nach solaren Gefahren

Die von der ESA geplante Lagrange-Mission unterstützt die Bereitstellung eines solchen Vorwarnsystems.

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ESA Lagrange mission animation
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Der Lagrange-Satellit wird die Sonne von einer einzigartigen Position im Weltraum aus beobachten. So können potenziell gefährliche Sonnenflecken und die extrem schnellen Solarwindströme überwacht werden, bevor sie von der Erde aus sichtbar sind. Ebenso können Vorkommnisse auf der Sonne und deren Ausbreitung in Richtung Erde viel genauer bestimmt werden als derzeit möglich ist. Die Daten der Lagrange-Mission werden auf die Erde übertragen und nahezu in Echtzeit in das Space Weather Service Network der ESA gespeist – und dann für Warnungen und Vorhersagen verwertet.

Weil unsere moderne Gesellschaft immer mehr auf weltraumbasierte Dienstleistungen zurückgreift und so auch immer angreifbarer für Sonnenausbrüche wird, werden Schutzmaßnahmen vor den zerstörerischen Auswirkungen des Weltraumwetters immer wichtiger.

Deswegen sind die Themen Weltraumwetter und Frühwarndienste auch zwei der Schwerpunkte auf der nächsten ESA-Ratstagung auf Ministerebene im Jahr 2019 – als Teil der ESA-Vision für die europäische Zukunft im Weltraum, in der diese Fragestellungen unter dem Punkt „Weltraumsicherheit und Gefahrenabwehr“ diskutiert werden.

Diese Woche beleuchtet die ESA die einzigartigen Phänomene des Weltraumwetters näher – wie erklären Wissenschaftler ihre Entstehung und Wirkung, wie werden sie weiter erforscht und welche Auswirkungen haben sie auf die Satelliten im Weltraum und für zukünftige ESA-Missionen?

Weitere Informationen zu diesem spannenden Feld wird die ESA online veröffentlichen. Oder Sie folgen diesen Hashtags in den sozialen Medien:

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