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ESA-Teams bereit für den Weltraum

28/04/2018 1444 views 13 likes
ESA / Space in Member States / Germany

Der morgige Start von Sentinel-3B wird die Sentinel-3-Konstellation vervollständigen und stellt den Höhepunkt einer monatelangen Vorbereitungsphase für den neuesten europäischen Copernicus-Satelliten dar.

Der Satellit Sentinel-3B befindet sich seit Mitte März auf dem Kosmodrom Plesetsk in Russland und wird am 25. April um 19:57 Uhr MESZ (17:57 GMT) für seinen Start ins All vorbereitet.
Er wird sich seinem Zwillingsbruder Sentinel-3A anschließen, um die Ozeane, das Land, das Eis und die Atmosphäre der Erde systematisch zu überwachen. Die Kopplung der beiden Satelliten optimiert die Abdeckung und Datenbereitstellung für Copernicus.
Während die ESA und die europäische Industrie in Russland damit beschäftigt waren, den Satelliten fit und startbereit zu machen, endet morgen auch die monatelange intensive Vorbereitung des Missionskontrollteams im ESOC-Kontrollzentrum der ESA in Darmstadt.

Teams bereiten sich im ESOC auf die Mission vor

 

Das Team hat zahlreiche Simulationstrainings durchgeführt, um sich auf die etwa dreitägige Start- und Testphase sowie auf den Beginn der Inbetriebnahmephase, einige der kritischsten Stunden und Wochen im Orbit, vorzubereiten.

Die Raketenoberstufe mit Sentinel-3B wird auf die Startplattform verfrachtet
Die Raketenoberstufe mit Sentinel-3B wird auf die Startplattform verfrachtet

Am Training waren mehrere Teams von Ingenieuren und Wissenschaftler vom ESOC beteiligt. Dazu gehörten Raumfahrtingenieure, Spezialisten, die an Bodenstationen und im Bodensegment arbeiten sowie Experten, die in den Bereichen Flugdynamik, Software und Netzwerkadministration und Simulation/Training beschäftigt sind. Die Hard- und Software des Bodensegments wird eingesetzt, um den Satelliten zu steuern und die Daten zu verteilen.

Die Simulationstrainingskampagne folgte einer mehrmonatigen intensiven Vorbereitung, die unmittelbar nach Beginn der Routinemission des Sentinel-3B-Zwillings Sentinel-3A im Jahr 2016 begann. Die Ingenieure konnten die Lehren aus der ersten Sentinel-3-Mission in ihre Verfahren und die Bodensysteme integrieren.
Die Missionskontrollteams werden von Sentinel-Projekt-Experten der ESA und von der europäischen Industrie unterstützt.

 

Nach dem Start wird die Rakete vom Typ Rockot eine ca. 80-minütige Mission fliegen, die durch die Trennung der ersten beiden Stufen und eine Boost-Phase der Oberstufe gekennzeichnet ist, die zur Trennung von Sentinel-3B auf seine orbitale Flugbahn um ca. 21:17 Uhr MESZ (19:17 GMT) führt.
"Nach der Trennung von der Oberstufe müssen wir etwa 13 Minuten warten, bis wir die ersten Signale von Sentinel-3B über unsere Bodenstation Kiruna in Schweden empfangen, während sich der Satellit mit seinen Sensoren und Aktuatoren in Richtung Sonne stabilisiert", sagt Flugdirektor Pier-Paolo Emanuelli.

 

"In der Zwischenzeit wird der Einsatz der Solarpanele automatisch zur Fertigstellung innerhalb der ersten Kontaktzeiten der Bodenstation ausgelöst, vorausgesetzt, alles läuft wie geplant. Sobald wir eine vollständige Datenverbindung aufgebaut haben, werden wir die nächsten drei Tage rund um die Uhr arbeiten, ihren Zustand und Status überprüfen und mit dem komplexen Prozess beginnen, sie in einen stabilen Modus zu bringen, der für die Commissioning-Phase an Bord bereit ist", so Emanuelli weiter.

Der Hauptkontrollaum (MCR) im Europäischen Satellitenkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt
Der Hauptkontrollaum (MCR) im Europäischen Satellitenkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt

Die letzte Generalprobe 

Die Teams in Darmstadt absolvierten gestern eine komplette Generalprobe und wiederholten ein letztes Mal den Countdown und den Lift-off Teil der Mission, um sicherzustellen, dass jeder in seinen Fähigkeiten sicher ist und weiß, was zu tun ist, wenn eine unerwartete Situation eintritt.
"Der Satellit wird von der ESA in einer “Tandem-Konfiguration” zusammen mit ihrem Zwilling Sentinel-3A für etwa sieben Monate geflogen, um die Instrumente und die Datenverarbeitung zwischen ihnen zu kreuzkalibrieren", erklärt Jose Morales, Leiter Flugbetrieb bei der ESA.
Nach Überprüfung der Instrumente und der Kalibrierung wird der Sentinel-3B-Satellit in seine endgültige Umlaufbahn gebracht und zusammen mit Sentinel-3A an Eumetsat übergeben, die ebenfalls in Darmstadt ansässig ist.
"Morgen, wenn wir die ersten Signale aus dem All empfangen, werden unsere Teams an die Arbeit gehen. Dann stehen Erfahrung, Fachwissen und eine umfassende Ausbildung im Vordergrund, um den Erfolg dieser entscheidenden Mission sicherzustellen", sagt Dr. Paolo Ferri, Leiter des Missionsbetriebs der ESA.

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