Künstlerische Darstellung von Hayabusa-2
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ESA unterstützt Japans Asteroidenmission

02/05/2015 954 views 20 likes
ESA / Space in Member States / Germany

Eine ESA-Bodenstation ist bereit, Japans „touch-and-go“ Raumsonde Hayabusa 2 zu unterstützen, die derzeit auf dem Weg zu einem noch wenig erforschten Asteroiden ist. Durch diese Hilfe wird Hayabusa 2 noch mehr wissenschaftliche Ergebnisse auf ihrer waghalsigen Mission sammeln können.

Im Dezember 2014 wurde die japanische Raumsonde Hayabusa 2 ins All geschossen. Der Start verlief problemlos und die Sonde ist nun auf ihrem Weg zum kohlenstoffreichen Asteroiden 1999 JU3, den sie im Juni 2018 erreichen soll.

Am Asteroiden angekommen, wird Hayabusa 2 seine Oberfläche zunächst im Detail untersuchen, bevor die Sonde drei winzig kleine Drohnen ausklinkt, die auf dem Asteroiden landen sollen. Hayabusa 2 hat außerdem den Asteroidenlander MASCOT an Bord, der gemeinsam vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und der französischen Weltraumagentur entwickelt wurde. Der Roboter ist mit einem „Hüpf“-Mechanismus ausgestattet, der es ihm erlaubt, die Miniwelt des Asteroiden von mehreren Standorten aus zu erkunden.

Die Sonde wird darüber hinaus Sprengstoff nutzen, um einen Kupfer-Impaktor in den Asteroiden, der einen Durchmesser von 980 Metern hat, zu schießen. Anschließend wird sie die durch diesen Vorgang gelösten Geröllfragmente in einem komplexen „touch-and-go“-Manöver (Deutsch: Aufsetzen und Durchstarten) aufnehmen. Hayabusa 2 bringt die Fragmente dann bis 2020 zurück zur Erde.

ESA und Japan: Gemeinsam auf einer Deep-Space-Mission

 

Dabei wird die ESA Japan zum ersten Mal bei einer Deep-Space-Mission unterstützen. Die ESA-Bodenstation in Malargüe in Argentinien, die über eine Antenne mit einem Durchmesser von 35 Metern verfügt, wird bis zu 400 Stunden Tracking-Support liefern und Funkkontakt mit dem japanischen Satelliten herstellen, während der Asteroid 135 Millionen bis 210 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt durch das Sonnensystem fliegt. 

Die Bodenstation in Malargüe
Die Bodenstation in Malargüe

 

Ferngesteuerte Befehle der Missionsüberwacher bei der japanischen Weltraumbehörde Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) werden über das ESTRACK-Kontrollzentrum beim

Europäischen Raumflugkontrollzentrum der ESA (ESOC) in Darmstadt an die Bodenstation in Malargüe übertragen.

Dank dieser ausgeklügelten Technologie und des Standorts der ESA-Station wird Hayabusa 2 erheblich mehr wissenschaftliche Daten liefern und auch in der Zeit Bericht erstatten können, wenn die japanischen Stationen die Sonde aufgrund ihrer Position nicht überwachen können.

In der Vergangenheit hat das ESOC bereits mehrere Erd- und Weltraummissionen der JAXA unterstützt, darunter OICETS und ASTRO-F.

„Da wir nun zum ersten Mal eine japanische Deep-Space-Mission unterstützen, haben wir in den vergangenen Monaten eng mit der JAXA zusammengearbeitet, um technische Verbindungen zwischen der Bodenstation und den Missionssystemen von Hayabusa 2 herzustellen“, sagt Maite Arza, Service Managerin für Hayabusa 2 beim ESOC.

Erstklassige Tracking-Technologie

 

Die Bodenstation in Malargüe übernimmt zusammen mit ähnlichen Stationen in Spanien und Australien das Deep-Space-Tracking im ESTRACK-Netzwerk der ESA.

Kontrollraum des ESTRACK-Netzwerkes
Kontrollraum des ESTRACK-Netzwerkes

ESTRACK ist ein weltweites Netz von Bodenstationen und verbindet Raumfahrzeuge im Orbit mit den Missionsüberwachungsteams auf der Erde. Das Netzwerk wird vom ESOC aus kontrolliert und bietet an 365 Tagen im Jahr Unterstützung beim Tracking rund um die Uhr, sowohl für die ESA als auch für Partneragenturen. 2015 feiert das von der ESA entwickelte Netzwerk 40-jähriges Jubiläum.

„Am 22. April haben wir erfolgreich einen Live-Kompatibilitätstest durchgeführt, bei dem wir unsere Bodenstation in Malargüe mit der japanischen Raumsonde verbunden haben. Das zeigt: Wir sind jetzt bereit für den Tracking-Support für die unglaublich spannende Mission Hayabusa 2“, sagt Maite Arza.

„Wir freuen uns schon sehr darauf, unseren japanischen Kollegen bei der Erkundung des Asteroiden 1999 JU3 zu helfen, unsere fortschrittliche Technologie unter Beweis zu stellen und exzellente wissenschaftliche Ergebnisse zu erzielen.“

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