Dieses Bild zeigt die chinesische Raumstation Tiangong-1, was "Himmelspalast" bedeutet. Die Aufnahme vom 27.11.2017 stammt von dem französischen Astrophotographen Alain Figer.
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Ein himmlischer Palast

12/01/2018 858 views 2 likes
ESA / Space in Member States / Germany

Dieses Bild zeigt die chinesische Raumstation Tiangong-1, was auf Deutsch "Himmelspalast" bedeutet, und wurde am 27. November 2017 von dem französischen Astrophotographen Alain Figer aufgenommen. Die Aufnahme entstand in einem Skigebiet in der Haute-Alpes-Region in Südostfrankreich als die Raumstation in der Abenddämmerung über den Photografen hinwegflog.  

Die Raumstation erkennt man rechts unten in der Ecke als weißen Streifen, was durch die mehrere Sekunden lange Belichtung hervorgerufen wurde, gleich über dem verschneiten Gipfel des Berges Eyssina (2837m Höhe). Einige Bildelemente wurden aus dem Original entfernt.  

Tiangong-1 ist 12m lang, hat einen Durchmesser von 3,3m und ein Startgewicht von 8506 kg. Der "Himmelpalast" ist seit 2013 unbemannt, ehe schließlich 2016 der Kontakt abbrach. Die Station befindet sich derzeit in einer Umlaufbahn in einer Höhe von 280km und wird im März oder April 2018 unausweichlich Richtung Erde absinken und in der Atmosphäre verglühen.

"Der orbitalen Geometrie verdanken wir es, dass wir bereits die Möglichkeit ausschließen können, dass Fragmente auf irgendeinen Punkt weiter nördlich als 43ºN oder weiter südlich als 43ºS fallen", sagt Holger Krag, Leiter des ESA-Büros für Weltraumschrott.

"Das bedeutet, dass der Wiedereintritt an irgendeinem Punkt zwischen diesen Breitengraden stattfinden kann, was zum Beispiel auch einige europäische Länder beinhaltet. Das Datum, die Zeit und der geographische Fußabdruck können nur mit großen Unsicherheiten vorhergesagt werden. Sogar kurz vor dem Wiedereintritt kann nur ein großes zeitliches und geographisches Fenster abgeschätzt werden", so Krag weiter.  

Die chinesische Raumstation Tiangong-1
Die chinesische Raumstation Tiangong-1

Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen nördlich des 43. Breitengrades. 

Durch die Masse der Station und durch die Materialien, aus der sie gefertigt ist, besteht die Möglichkeit, dass einzelne Teile den Wiedereintritt überstehen und den Erdboden erreichen. In der Geschichte der Weltraumfahrt wurden bislang keine Opfer von herabgefallenem Weltraumschrott bestätigt.

Die ESA wird eine Testkampagne zur Begleitung des Wiedereintritts betreuen, die von dem Inter Agency Space Debris Coordination Committee durchgeführt wird, einer Gruppe der weltweit führender Raumfahrtagenturen wie unter anderem der ESA, der NASA und der China National Space Administration. 

Weitere Informationen (EN) hier: http://blogs.esa.int/rocketscience

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