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Ein letzter Blick auf Sentinel-2A

26/02/2015 1120 views 4 likes
ESA / Space in Member States / Germany

Bevor es soweit ist und Sentinel-2A verpackt und nach Französisch-Guayana verschifft wird, wo er am 12. Juni seine Reise ins All antreten soll, hatten Pressevertreter und Experten Gelegenheit, einen letzten Blick auf den zweiten Satelliten des europäischen Copernicus-Programms zu werfen.

In der Münchener IABG, wo der Satellit seit vergangenem September verschiedene Testdurchläufe absolvierte, fand nun eine Veranstaltung statt, auf der die Projektmanager Aufschluss über den aktuellen Status des Satelliten gaben.

„Sentinel-2A hat schon bald alle erforderlichen Tests abgeschlossen – das macht mich überglücklich“, sagt Michael Menking von Airbus Defence and Space, führender Vertragspartner und Leiter des industriellen Konsortiums, welches für den Bau des Satelliten verantwortlich war.

„Alle Testergebnisse zeigen, dass der Satellit wie geplant funktioniert. Wir stehen kurz davor, ihn für die Verschiffung vorzubereiten – dazu fehlen nur noch zwei weitere Tests.“

Sentinel-2A im Reinraum
Sentinel-2A im Reinraum

Sentinel-2A bringt buchstäblich Farbe in Europas Umweltüberwachungsprogramm Copernicus: Seine hochauflösenden, neuartigen Multispektralkapazitäten sind für die ESA eine Premiere. Mit einer Abtaststreifenbreite von 290 km und dank einer hohen Überflugrate wird der Satellit Veränderungen von Landoberflächen auf unserem Planeten mit bisher einzigartiger Genauigkeit und Präzision erfassen.

Die Daten dieser neuen Mission werden effizientere Verfahren für die Landwirtschaft, die Überwachung der globalen Waldgebiete, die Erfassung von Umweltverschmutzungen in Seen und Küstengewässern, die Kartenerstellung für das Katastrophenmanagement und vieles mehr ermöglichen.

„Sentinel-2A wird eine unverzichtbare Rolle für einige der größten gesellschaftlichen Herausforderungen spielen, zum Beispiel für die Lebensmittelsicherheit in einer stetig wachsenden Bevölkerung oder den Klimawandel“, sagt Volker Liebig, ESA-Direktor für Erdbeobachtungsprogramme.

Unter den verschiedenen Copernicus-Diensten, welche die Sentinel-Satellitenreihe unterstützen wird, legte Reinhard Schulte-Braucks von der Europäischen Kommission besonderes Augenmerk auf die Anwendungen aus dem Gesundheitsbereich.

Er erklärte: „In Afrika konnten wir bereits Maßnahmen gegen Malaria unterstützen und wir hoffen, dass die Sentinel-2-Daten uns helfen werden, diese noch weiter zu verbessern.“

Sentinel-2A
Sentinel-2A

Darüber hinaus führte er Beispiele an, wie der Satellit Informationen zu den Umweltfaktoren bereitstellen wird, die die Population und den Brutzyklus von Moskitos beeinflussen, wodurch die Risikoeinschätzung von potenziellen Malariagebieten verbessert werden kann.

Markus Probeck vom deutschen geotechnologischen Beratungsspezialisten GAF AG betonte vor allem die verbesserte Abdeckung von Sentinel-2A. Diese sei besonders über den tropischen Regenwäldern mit der typischen Dauerwolkenbedeckung von Nutzen. Dank der regelmäßigeren Aktualisierungen würden zudem auch Landbeobachtungen, wie Siedlungsausweitungen und Ernte-Ertragsprognosen, an Genauigkeit gewinnen.

„In vergangenen Projekten dauerte es sieben Jahre, um eine vollständige, relativ wolkenfreie Aufnahme von Gabun zu erhalten“, so Markus Probeck. „Unseren Erwartungen zufolge wird Sentinel-2A dies innerhalb von zwei Jahren, wenn nicht sogar schneller, ermöglichen.“

Noch wird Sentinel-2A sich einer Reihe von finalen Prüfungsverfahren unterziehen müssen, bevor die Prüfstelle für Qualitätssicherung und Abnahme die Genehmigung für seine für den 19. April geplante Verschiffung zum europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana, erteilt. Der Weltraumstart ist für den 12. Juni geplant.

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