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Erste SmallGEO-Mission nimmt ihren Betrieb auf

11/06/2017 851 views 14 likes
ESA / Space in Member States / Germany

Nach vier Monaten erschöpfender Tests im Weltraum hat die SmallGEO-Vorzeigemission Hispasat 36W-1 alle Tests mit wehenden Fahnen bestanden. Das bedeutet, die Kontrolle wird jetzt an den Betreiber übergeben.

H36W-1 wurde am 27. Januar vom Europäischen Raumhafen in Kourou mit einer Sojus-Trägerrakete ins Weltall transportiert. Der Start brachte einige beeindruckende Premieren sowohl für die ESA als auch die Industrie mit sich: Es war die erste partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen der ESA und einem spanischen Betreiber und der erste Telekommunikationssatellit, der seit mehr als 20 Jahren wieder in Deutschland gefertigt wurde. Aber es war auch das erste Mal, dass eine Sojus-Rakete einen Telekommunikationssatelliten von Französisch Guyana in einen geostationären Orbit transportierte.

Künstlerische Darstellung der Separation von SmallGEO/H36W-1 von einer Fregat-Oberstufe
Künstlerische Darstellung der Separation von SmallGEO/H36W-1 von einer Fregat-Oberstufe

Nachdem die letzte Raketenstufe den Satelliten in seinen Orbit gebracht hatte, nahm das Team auf der Erde seine Arbeit auf: Messungen des Zustands und der Leistung nach dem Start standen an, um sicherzustellen, dass alles ordnungsgemäß funktionierte.

Das Team aus Ingenieuren der ESA, von Hispasat, der OHB System AG und dem DLR German Aerospace Center führte von seiner Basis im German Space Operations Centre in Oberpfaffenhofen mit H36W-1 eine Abfolge von Manövern durch, um den Satelliten in eine optimale Position für die Tests zu bringen.

Ab diesem Zeitpunkt wurde jedes noch so kleine System, jeder Transponder und jede Antenne im Verlauf der darauffolgenden Monate auf Herz und Nieren geprüft. Besonderes Augenmerk fiel hierbei auf eine weitere Premiere: die Redsat-Nutzlast. Es handelte sich um den ersten Flug des Spanischen Geräts. Seine flexible, vierstrahlige Ku-Band-Direktstrahlantenne wurde sorgfältig getestet, um sicherzustellen, dass das empfindliche Ausrüstungsstück unversehrt war.

Alle Partner zogen an einem Strang, um den Satelliten betriebsbereit zu machen. Dazu waren zwei gemeinsame öffentlich/private Partnerschaften nötig. Die SmallGEO-Plattform, auf der der ESA–Hispasat-Satellit beruht, ist das Ergebnis einer Partnerschaft zwischen der ESA und der OHB System AG. Dieses Programm ist die Antwort der ESA auf die Anforderungen des schnelllebigen Telekommunikationsmarkts. Dadurch soll die Industrie dabei unterstützt werden, hochmoderne Technologien und fortschrittliche Fertigungstechniken zu entwickeln, die für die Erzeugung effizienterer, modularer Satellitenplattformen in wesentlich kürzeren Zyklen erforderlich sind.

SmallGEO-Satellit Hispasat 36W-1 im Weltall
SmallGEO-Satellit Hispasat 36W-1 im Weltall

Die Krönung dieser H36W-1-Partnerschaft fand darin Ausdruck, dass der Satellit seine Betriebsposition im geostationären Orbit bei 36ºW erreichte und nun seinem Eigner, Hispasat, übergeben werden konnte.

Andrea Cotellessa, SmallGEO Projektmanagerin bei der ESA, merkt hierzu an: “Jetzt, da der Satellit seine Position bei 36ºW erreicht hat, nimmt er seinen 15 Jahre andauernden Betrieb auf. Bei der ESA sind wir sehr stolz darauf, Hispasat diesen neuen Satelliten bereitgestellt zu haben. Dies ist das Ergebnis zahlreicher Jahre unermesslicher Arbeit, die wir gemeinsam mit der OHB Group und ihren Lieferanten sowie unserem Partner Hispasat bewältigt haben.

“Europas Angebot für geostationäre Satelliten der Drei-Tonnen-Klasse ist damit ein Faktum, und der Hispasat 36W-1 ist der erste einer langen Reihe von Satelliten, die unsere neu entwickelte SmallGEO-Plattform nutzen werden.”

H36W-1 wird die bestehende Flotte an Hispasat-Telekommunikationssatelliten ergänzen und einen kommerziellen Breitbandservice für Europa, die Kanarischen Inseln und ganz Amerika bieten.

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