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Mehr Sicherheit für Fahrzeuge
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Mehr als 300 neue Unternehmen durch die ESA

20/06/2015 1051 views 5 likes
ESA / Space in Member States / Germany

18. Juni 2015 Die Business Inkubationszentren der ESA haben in diesem Monat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Sie haben aktuell 300 Start-up-Unternehmen unterstützt – und ständig kommen mehr hinzu. 

Dank der Innovationen aus den vielen Start-ups, die von den Business Inkubationszentren (BICs) gefördert werden, können in ganz Europa hochmoderne Anwendungen, die ursprünglich aus der Raumfahrt stammen, genutzt werden.

„Technologien aus den europäischen Raumfahrtprogrammen haben sich als wichtige Problemlöser hier auf der Erde erwiesen“, erklärt Franco Ongaro, ESA-Direktor für Technik- und Qualitätsmanagement. 

Eröffnung des 10. ESA Business Inkubators in Portugal
Eröffnung des 10. ESA Business Inkubators in Portugal

„Sie werden heute in den unterschiedlichsten Bereichen genutzt, vom Gesundheitswesen zum Transport, vom Sport bis zur Unterhaltung, von der Verwaltung der Ressourcen der Erde bis hin zum Umweltschutz – sowie in vielen weiteren Bereichen unseres täglichen Lebens. Diese Transferanwendungen aus der Raumfahrttechnologie haben zur Folge, dass in den regionalen Volkswirtschaften neue Unternehmen gegründet und Arbeitsplätze geschaffen werden, was dazu beiträgt, die Wettbewerbsfähigkeit Europas in der Welt zu stärken. Diese Multiplikatorwirkung haben wir durch die Unterstützung von mehr als 300 neuen Unternehmen genutzt und jedes Jahr werden weitere 100 Unternehmen durch unser Technologie-Transfer-Programm und die Inkubationszentren gefördert.“, so Ongaro weiter.

Start-up Modelon entwickelt Fahrzeugsimulationen
Start-up Modelon entwickelt Fahrzeugsimulationen

Diese Start-ups und ihre Unternehmer bieten smartere und bessere Problemlösungen an. So wurde beispielsweise die Sicherheit von Lastwagenfahrern in den Minen von Chile und Botswana durch ein holländisches Start-up-Unternehmen verbessert, das sich durch die Überwachung von Astronauten inspirieren ließ. Eine britische Firma konnte dank innovativer Beschichtungen auf Satelliten-Microthrustern die CO2-Emissionen und den Treibstoffverbrauch von Heizsystemen reduzieren.

In Deutschland können jetzt dank eines Start-up-Unternehmens, das SatNav nutzt, die Wartung von Straßenverkehrszeichen, Fahrradvermietungen und andere Funktionen rascher und günstiger mithilfe von „Microjobs“ über das Smartphone abgewickelt werden. In Südfrankreich hat ein Unternehmen Augmented Reality in ein Drohnenkartierungsprogramm integriert, damit die Betreiber die Messungen in Echtzeit analysieren können.

Optimierung der Effizienz von Windenergieanlagen
Optimierung der Effizienz von Windenergieanlagen

 

Viele dieser neuen Angebote werden jedes Jahr von Unternehmern auf den Markt gebracht, die von Inkubationszentren in den Niederlanden, Deutschland, Italien, Belgien, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Portugal unterstützt werden.

„Die Ideen unserer Unternehmer und Start-ups beruhen in den meisten Fällen direkt auf einer Spin-off-Anwendung der europäischen Raumfahrtprogramme“, erläutert Ongaro.

ESA-Inkubationszentren in acht Ländern: 300 Start-ups und zahlreiche neue Arbeitsplätze

Bei der ersten Anwendungsrunde 2015 wurden 21 neue Start-ups ausgewählt, wodurch die Gesamtzahl auf mehr als 300 anstieg. Hier finden sich gute Beispiele für die Verschiedenheit der Geschäftsideen.

 

Es kann sich um eine speziell für ein Raumfahrzeug entwickelte Technologie, ein ESA-Patent, unser Galileo Satellitennavigationssystem oder Daten von Erdbeobachtungssatelliten handeln. Oder das Knowhow aus der Entwicklung von Satelliten und Trägerraketen wird erneut für eine Anwendung außerhalb der Raumfahrt genutzt. Auf jeden Fall entsteht daraus ein neues europäisches Unternehmen.“

Kampf gegen Bodenerosion
Kampf gegen Bodenerosion

 

Im spanischen Barcelona entwickelt das Unternehmen North Europe 2012 einen Unterwasserroboter für die Sammlung detaillierter Daten zur Meerestiefe, Wasserqualität und zum Meeresboden, um genaue 3D-Unterwasserlandkarten zu erstellen. Genaue SatNav-Daten, autonome Navigation, Funksysteme und innovative Sensoren werden für die Entwicklung eines Prototyps kombiniert.

In Deutschland wird das junge Unternehmen Geodetic Cloud Computing Service in Darmstadt bei der Entwicklung eines webbasierten Services, der SatNav-Informationen mit höherer Genauigkeit, schneller und günstiger als bisher anbietet, unterstützt.

Anstatt konventionelle Satellitennavigationsdaten zu verwenden, arbeitet die Firma mit dem Phasensignal von SatNav, kombiniert mit Korrekturinformationen von Bodenstationen, um eine höhere Genauigkeit zu erzielen.

Überwachung der Verkehrssicherheit
Überwachung der Verkehrssicherheit

Im Inkubationszentrum Südfrankreich kombinieren die Unternehmer von TRAXxs SatNav-Tracking mit Schuhen. Mit Schuhen, die mit energiesparender Mikroelektronik und Antennen im Miniaturformat ausgestattet sind, ist eine Echtzeitverfolgung über Smartphones, Tablets und Webportale möglich.

Die Gruppe Active Aerogels wird in Portugal bei der Entwicklung neuer Anwendungsmöglichkeiten für Aerogele im Flugzeugbau für die Verbesserung der thermischen und akustischen Isolierung unterstützt

In Bayern arbeitet das Start-up-Unternehmen Vemcon daran, die Produktivität von Bulldozern und anderen schweren mobilen Maschinen zu erhöhen, indem die den Fahrern zur Verfügung stehenden Betriebswerkzeuge verbessert werden. Diese Maschinen sind komplexer geworden und beinhalten verschiedene Werkzeuge für eine Vielzahl von Aufgaben. Vemcon hat es sich zum Ziel gesetzt, die neuesten Mensch-Maschine-Verfahren zu nutzen, um die Handhabung dieser großen Maschinen durch die Fahrer zu verbessern.

Das ESA BIC-Netzwerk wird erweitert

 

„Wir erwarten noch mehr BICs, da die ESA-Mitgliedstaaten erkennen, welche Vorteile es mit sich bringt, Spin-off-Anwendungen aus ihrer Investition in die europäischen Raumfahrtprogramme zu unterstützen, um im Rahmen dieser Initiative erfolgreiche neue Unternehmen zu gründen und Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen,“ ergänzt Ongaro.

„Es geht darum, alle unsere Raumfahrttechnologien, Patente und Erfahrungen zu nutzen, die nur darauf warten, für neue Geschäftsgründungen in Europa eingesetzt zu werden.“

ESA Business Inkubationszentren in ganz Europa: ESA BIC Prag soll im Laufe des Jahres den Betrieb aufnehmen
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