Mit Infrarot-Augen auf Titan blicken
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Mit Infrarot-Augen auf Titan blicken

14/01/2019 874 views 12 likes
ESA / Space in Member States / Germany

Der Saturn-Mond Titan ist zwar von einer dichten Atmosphäre umgeben, aber mit Hilfe der Infrarot-Augen der internationalen Cassini-Mission offenbaren sich in diesem umfassenden Mosaik die unzähligen Oberflächenmerkmale des Mondes.

Erste erfolgreiche Landung auf einem Planeten im äußeren Sonnensystem

Das Kontrollzentrum (ESOC) der ESA in Darmstadt erhielt erste Datensignale der Huygens Sonde
Das Kontrollzentrum (ESOC) der ESA in Darmstadt erhielt erste Datensignale der Huygens Sonde

So erschwert es die undurchsichtige Dunstglocke um den größten Saturnmond Titan, die Oberfläche zu erfassen. Das Mysterium darüber, was sich unter der dichten Atmosphäre befindet, wurde am 14. Januar 2005 gelüftet, als die ESA-Sonde Huygens in die dichte Atmosphäre des Saturn-Mondes eintauchte, mehrere Fallschirme entfaltete und während zweieinhalb Stunden auf dessen Oberfläche hinabstieg. Dabei handelte es sich um die erste erfolgreiche Landung auf einem Planeten im äußeren Sonnensystem.

Das Kontrollzentrum der ESA in Darmstadt steuerte die Huygens Sonde und empfang am 14.Januar 2005 um 17:19 MEZ erste Datensignale aus den Tiefen des Alls. Die Cassini-Huygens-Mission wurde gemeinsam von NASA, ESA und ASI durchgeführt.

Die Huygens-Sonde beim Abstieg durch die Titan-Atmosphäre
Die Huygens-Sonde beim Abstieg durch die Titan-Atmosphäre

Während des Abstiegs mit einem Fallschirm tauchten aus dem Dunst bemerkenswerte Formen auf, die wie Uferlinien und Flusssysteme auf der Erde aussehen. Anstelle von Wasser befindet sich auf dessen Oberfläche Flüssigkeit in Form von Methan mit einer Temperatur von etwa -180ºC, die auch zur Verdunkelung des Mondes beiträgt.

Die Muttersonde Cassini sammelte insgesamt 13 Jahre lang Daten über den Saturn sowie seine Ringe und Monde. So gelang es auch dank der Sonde, den Saturnmond Titan umfassend zu kartographieren und zu analysieren.

Cassini-Bildsequenz

Ein Ergebnis davon ist diese atemberaubende Bildsequenz, die auf Basis von Daten des Visuellen Infrarot-Kartenspektrometers (VIMS) von Cassini erstellt wurde. Die Infrarotaufnahmen ergänzen die von Huygens während des Abstiegs und an der Oberfläche erstellten Bilder. Somit vereinen die Karten Daten von verschiedenen Beobachtungen, die unter den unterschiedlichsten Beleuchtungs- und Sichtverhältnissen im Laufe der Mission gemacht wurden und werden zu einem durchgehenden Mosaik zusammengefügt, woraus sich die bisher beste Darstellung der Titanoberfläche ergibt.

Die Farben spiegeln unterschiedliche Substanzen auf der Mondoberfläche wider. So erscheinen beispielsweise die äquatorialen Dünenfelder des Mondes einheitlich braun, während bläuliche und violette Farbtöne möglicherweise auf Materialien hinweisen, die mit Wassereis angereichert sind.

Das Bild wurde erstmals im Juli 2018 veröffentlicht - lesen Sie hier mehr über die Entstehung des Bildes und erfreuen Sie sich an einem Video mit weiteren beeindruckenden Bildern. Das komplette Cassini VIMS-Datenarchiv der Saturn-Satelliten ist hier verfügbar.

Die Cassini-Mission ist ein Kooperationsprojekt von NASA, ESA und der italienischen Raumfahrtbehörde ASI. Die Mission endete offiziell im September 2017.

Finale der Cassini-Mission
Finale der Cassini-Mission

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