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München an Alexander: Alle Systeme startklar!

26/05/2014 1439 views 2 likes
ESA / Space in Member States / Germany

Im Columbus-Kontrollzentrum steigt spürbar die Spannung: ESA-Astronaut Alexander Gerst fliegt am kommenden Mittwoch zur Internationalen Raumsttion ISS. Für den Missionsstart ist bereits alles vorbereitet. 

Seit seiner Eröffnung vor zehn Jahren hat das Columbus-Kontrollzentrum (Columbus Control Centre, „Col-CC“) in Oberpfaffenhofen in der Nähe von München schon viele Starts begleitet, doch von Routine kann bei keiner Mission die Rede sein.

Während der Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan und das russische Missionskontrollzentrum in Korolev den Hauptbetrieb übernehmen, wird die ESA-Bodenstation – Rufzeichen „Munich“ – für das Columbus-Modul und sämtliche europäische Experimente verantwortlich sein.

„Wir arbeiten mit unseren internationalen Partnern Hand in Hand, um sicherzugehen, dass die ISS auf die Ankunft der Sojus-Trägerrakete und ihrer Crew vorbereitet ist“, sagt ESA-Astronaut Pedro Duque, Leiter des Columbus-Flugbetriebs. 

Sollte sich zum Beispiel der Fall ergeben, dass die ISS rotiert werden muss, um die Sojus-Rakete anzudocken, so müsste eventuell auch europäische Hardware ausgeschaltet werden, die das Andocken beeinträchtigen könnte.

„Unsere Teams durchlaufen mehrere Simulationen pro Jahr, zu denen auch Notfallsituationen zählen“, erklärt Pedro Duque.

Flugbetriebs-Experten sind stets darauf vorbereitet das europäische Columbus-Labor neu zu konfigurieren

Pedro Duque
Pedro Duque

Darüber hinaus müssen die Flugbetriebs-Experten darauf vorbereitet sein, das europäische Columbus-Labor neu zu konfigurieren, falls aus dem geplanten sechsstündigen Flug zur ISS ein zweitägiger Flug werden sollte. Da war zum Beispiel wegen einer kleineren Fehlfunktion beim vergangenen Sojus-Flug nötig.

Pedro Duque kommen seine Erfahrungen als Astronaut zugute: „Ich kann mich in die Crew hineinversetzen und den Kontrolleuren dabei helfen, die Situation aus Sicht der Astronauten zu sehen. Denn außerhalb der Rakete ist die Anspannung tatsächlich weitaus größer als drinnen.“

Laura Zanardini, Flugkontrolleurin der Columbus-Systeme, fügt hinzu: „Wir spüren, wie der Druck und die Aufregung um uns herum steigen.“ Das Team kümmert sich an seinem Arbeitsplatz hinter unzähligen Bildschirmen voller telemetrischer Daten darum, dass Columbus reibungslos funktioniert. Tag und Nacht, ohne Unterbrechung, wird ESAs Col-CC die direkte Verbindung zu zu Alexander Gerst im Weltraum sein. Die Teams sind rund um die Uhr zur Stelle, um ihn bei der Erfüllung seiner Mission zu unterstützen.

Col-CC wird die direkte Verbindung zu Alexander Gerst im Weltraum sein

Alexander Gerst
Alexander Gerst

Tag und Nacht, ohne Unterbrechung, wird ESAs Col-CC die direkte Verbindung zu Alexander Gerst im Weltraum sein. Die Teams sind rund um die Uhr zur Stelle, um ihn bei der Erfüllung seiner Mission zu unterstützen.

Anfang dieses Jahres besuchte Alexander den Kontrollraum, um die Menschen persönlich zu treffen, mit denen er aus dem All zusammenarbeiten wird. „Die Zusammenarbeit mit den neuen europäischen Astronauten läuft fantastisch. Sie sind jung, hochmotiviert und interessiert an dem, was wir hier tun“, so Laura Zanardini. 

Alexander Gerst ist der elfte deutsche Staatsbürger im Weltraum

Alexander Gerst ist der elfte deutsche Staatsbürger, der in den Weltraum fliegt, und der dritte, der die ISS besucht. Pedro Duque sagt, er freue sich auf „eine großartige Gelegenheit, zu demonstrieren, woran wir jahrelang gearbeitet haben. Wir möchten, dass die Öffentlichkeit sieht, wie wichtig unsere Arbeit ist.“

Doch der Start am kommenden Mittwoch ist nur der Anfang. Die wirklich komplexe Arbeit beginnt, sobald Alexander mit den wissenschaftlichen Experimenten seiner „Blue Dot“-Mission loslegt.

Speziell ausgebildete Planungsexperten werden sicherstellen, dass Alexanders Aktivitäten dem Zeitplan entsprechen und Forscher am Boden werden die Experimente, die im Columbus-Labor durchgeführt werden, von ihren Arbeitsplätzen aus überwachen.

Die Missionskontrolleure geben Informationen an Wissenschaftler und Astronauten weiter und stellen gleichzeitig rund um die Uhr sicher, dass die europäischen Module und Experimente auf der ISS fehlerfei funktionieren – so hört ihre Arbeit nie auf und bleibt doch zu jeder Sekunde spannend.

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