Global Navigation meets Geoinformation
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Neuer ESA-Direktor für Galileo, Paul Verhoef, und Hessens Innenminister Peter Beuth eröffnen Konferenz „Global Navigation meets Geoinformation“

27/04/2016 852 views 4 likes
ESA / Space in Member States / Germany

Mit über 300 Anmeldungen, 16 Ausstellern, Medienvertretern und einem hochkarätig besetzten Publikum und Vortragenden verlief die Fachkonferenz und hessische Auftaktveranstaltung zum 13. Ideenwettbewerb „European Satellite Navigation Competition“ im Satellitenkontrollzentrum ESOC für die Organisatoren äußerst zufriedenstellend. Neben cesah sind weitere Partner der Konferenz das Hessische Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation (HLBG), die Europäische Raumfahrtorganisation ESA und Hessen-IT.

Der einleitende Willkommensgruß erfolgte durch Paul Verhoef, neuer ESA-Direktor für das Galileo-Programm und Navigationstätigkeiten Er betonte, dass neben dem rasant steigenden Markt für Satellitennavigation, auch das Erdbeobachtungsprogramm eine immer wichtigere Rolle erhält: „Die Geoinformation ist einer der aussichtsreichen Anwendungsbereiche der Satellitennavigation, von der wir zudem erwarten, dass sie durch das EU Erdbeobachtungsprogramm Copernicus einen weiteren Schub erhalten wird.“ Weiterhin erwähnte er das ESA Business Inkubationszentrum in Darmstadt, das bereits 2006 als zweite Einrichtung in Europa die regionale ESA Gründerförderung übernahm.

Inzwischen 67 Firmen in die Gründerförderung in Darmstadt aufgenommen

Etwa 130 neue Start-ups werden pro Jahr ESA-weit gefördert: „Inzwischen konnten 67 Firmen in die Gründerförderung aufgenommen werden; 26 davon haben sie schon erfolgreich durchlaufen. Fast 260 spannende und zukunftsweisende Jobs wurden bis heute geschaffen.“ Die cesah GmbH Centrum für Satellitennavigation Hessen betreibt das ESA BIC (Business Incubation Centre) Darmstadt. Die Gründung des cesah beruht auf einer gemeinsamen Initiative der ESA und des Landes Hessen zur Schaffung einer entsprechenden Einrichtung in unmittelbarer Nähe zum renommierten Europäischen Satellitenkontrollzentrum ESA/ESOC. Ziel ist die Förderung der Marktentwicklung für Anwendungen von Satellitennavigation und -daten zur Schaffung von Hochtechnologie-Arbeitsplätzen in der Region.

Globalen Satellitensystemen und den daraus gewonnenen Geoinformationen kommen in vielfältigen Lebensbereichen eine wichtige Rolle zu. Das betonte Hessens Innenminister Peter Beuth gestern im Rahmen der Veranstaltung. Geoinformationen haben nicht nur das amtliche Vermessungswesen revolutioniert, sie seien auch unerlässlich für eine effiziente Arbeit des Katastrophenschutzes, so Beuth.

Innenminister Beuth: „Geoinformationen können letztendlich Leben retten“

„Geoinformationen können letztendlich Leben retten. Mit ihrer Hilfe können in kürzester Zeit relevante Entscheidungen der Einsatzkräfte vor Ort gesteuert oder nachvollzogen werden. Einsatzkräfte können mit Hilfe von Satellitenbildern oder GPS auf dem vielleicht einzigen noch gangbaren Weg an die richtige Stelle dirigiert werden“, so Innenminister Peter Beuth.

Geoinformationen erlauben die grafische oder bildhafte Präsentationen oder die kartografische Darstellung von Lageinformationen bei Naturkatastrophen, schweren Unglücksfällen oder Großschadenslagen, um Menschen in Not schnell und kompetent Hilfe zu leisten. Zum einen können so den Stäben und Einsatzkräften vor Ort landesweit punktgenaue und aktuelle Lageinformationen zur Verfügung gestellt werden. Diese Daten sind elektronisch verfügbar, sie können also weiterverarbeitet und weitergenutzt werden. Geoinformationen erleichtern es den Verantwortlichen im Katastrophenschutz bei Bedarf aber auch, eine mögliche Lageentwicklung besser abschätzen zu können. Sie sind so gerade bei großflächigen Katastrophen eine wertvolle Datengrundlage für zuverlässigere Ausbreitungsberechnungen und Lageprognosen.

European Satellite Navigation Competition in Hessen und weiteren Regionen

European Satellite Navigation Competition
European Satellite Navigation Competition

Der von der Anwendungszentrum GmbH Oberpfaffenhofen bereits zum 13. Mal ausgerichtete Wettbewerb wird unter anderem vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der ESA, der European GNSS Agency (GSA) sowie dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) unterstützt. Neben Hessen nehmen weltweit über 20 weitere Hightech-Regionen teil. Der ESNC richtet sich an Firmen, Unternehmer, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Privatpersonen.

Der hessische Regionalsieger wird seitens cesah in seiner Bewerbung für das ESA Business Incubation Centre (BIC) Darmstadt unterstützt, erhält eine umfangreiche Unterstützung beim Marketing und darüber hinaus ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro seitens Hessen-IT. Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der HA Hessen Agentur GmbH und Hessen Trade & Invest GmbH, übergab gestern im Rahmen der Konferenz das Preisgeld an den Regionalsieger frimeo. 

Über die frimeo App lassen sich über das Smartphone Lebensmittel aus der eigenen Region entdecken. Dr. Waldschmidt: „In jeder Region gibt es viele Anbieter, die in Hofläden, Marktständen, Bäckereien, Metzgereien und kleinen Manufakturen besondere Lebensmittel aus eigener Herstellung anbieten. Jedoch ist es im städtischen Alltag manchmal gar nicht so leicht, auf diese unabhängigen Anbieter aufmerksam zu werden, wenn man als Kunde nicht an den aufgestellten Schildern am Straßenrand vorbeikommt. Deshalb bringt frimeo mit einer innovativen App Kunden und regionale Anbieter über das mobile Internet zusammen.“

Über das Centrum für Satellitennavigation Hessen (cesah GmbH):

Das cesah ist ein Kompetenzzentrum für die Anwendung von Raumfahrttechnologien. Neben dem Land Hessen, der Wissen­schaftsstadt Darmstadt, der Technischen Universität Darm­stadt und der Hochschule Darmstadt, wird cesah zudem von zwei privatwirtschaftlichen Gesellschaftern getragen, der T-Systems Inter­national GmbH und der Telespazio VEGA Deutschland GmbH. Die Gründung des cesah beruht auf einer gemein­samen Initiative der ESA und des Landes Hessen zur Schaffung eines derartigen Zentrums in Darmstadt in unmit­telbarer Nähe zum Europäischen Satellitenkontrollzentrum ESA/ESOC.

Im Auftrag der ESA betreibt cesah das ESA Business-Inkubationszentrum (BIC) Darm­stadt und unterstützt junge Unternehmen und Neugründungen bei der technischen Ent­wicklung, Realisierung und Markteinführung neuer Produkte und Dienstleistungen. In enger Zusammenarbeit und mit technischer sowie finanzieller Un­ter­stützung der ESA erhalten die Unternehmen die notwendige Starthilfe. Die Aktivitäten rei­chen hierbei von der Suche und Auswahl erfolgversprechender Gründungsideen bis hin zur Organisation eines europaweiten Gründernetzwerks der ESA. Damit ist cesah zentraler Ansprechpartner für innovative Gründungsideen zur Anwendung von Raumfahrttechnologie. Aktuell betreute Unternehmen beschäftigen sich mit Anwendungen der Satellitennavigation für Verkehr und Logistik, Hochwasserschutz und Forstwirtschaft, Kontroll- und Wartungs­aufgaben, sichere mobile Zahlungssysteme und ortsbasierte Dienste, hochgenaue Positio­nierung in der Schifffahrt sowie mit Lösungen zur Navigation im Innenraum. Der Schwer­punkt liegt hierbei auf Themen zur Nutzung von GPS, EGNOS und zukünf­tig insbesondere auch Galileo.

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