Asteroiden – Interessante Himmelskörper
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Schüler unterstützt SSA-NEO-Team der ESA im Rahmen von „Jugend forscht“ mit Beobachtung von Asteroiden

13/03/2018 775 views 14 likes
ESA / Space in Member States / Germany

59 Jungforscherinnen und Jungforscher haben am Regionalwettbewerb Rhein-Main West der 53. Wettbewerbsrunde von "Jugend forscht" und dessen Nachwuchswettbewerb "Schüler experimentieren" (Alter bis 15 Jahre) teilgenommen, bei dem innovative Antworten auf naturwissenschaftliche und technische Forschungsthemen gefragt waren. 

Einer der Teilnehmer war der 13-jährige Timon Kleiber, der im Themenbereich „Geo- und Raumwissenschaften“ mit seinem Forschungsthema „Asteroiden – Interessante Himmelskörper“ den 1. Preis erzielt hat. Der Schüler vom Graf-Stauffenberg-Gymnasium in Flörsheim unterstützte das SSA – NEO (Space Situational Awareness / Near Earth Objects) – Segment im Rahmen von TOTAS bei der Untersuchung eines Himmelsabschnitts und konnte zunächst 12 neue Objekte aufspüren und 292 weitere als schon bekannt identifizieren.

Bei TOTAS (Teide Observatory Tenerife Asteroid Survey) handelt es sich um ein Suchprogramm für erdnahe Objekte, das auf einer Software basiert, die für die Starkenburg-Sternwarte in Heppenheim entwickelt worden ist, und später angepasst wurde, um die OGS (Optical Ground Station) des Teide-Observatoriums auf Teneriffa kontrollieren zu können. 

„TOTAS liegen zwei Dinge zugrunde: Erstens die Berechnung eines Beobachtungsplans für das Teleskop auf Teneriffa, der dann dort vor Ort vom Beobachter initiiert wird und es erlaubt,  ein größeres Gebiet des Himmels viermal hintereinander mosaikartig abzulichten. Durch den Zeitversatz zwischen den jeweiligen Aufnahmen, die dasselbe Gebiet des Himmels zeigen, werden bewegte Objekte wie Asteroiden sichtbar, da sie in der Zwischenzeit weitergewandert sind. Man erkannt sie mithilfe eines digitalen Daumenkinos, da sie sich ansonsten auf den ersten Blick nicht von den Sternen in den Bildern unterscheiden. Da die Bilddaten aber sehr umfangreich sind, sucht ein Algorithmus nach Verdächtigem und generiert kleine Bildausschnitte zur Überprüfung.", erklärt Dr. Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg. "Im zweiten Schritt kommt das TOTAS-Team und in diesem Fall Timon ins Spiel, denn das meiste, was der Algorithmus findet, ist in Wirklichkeit kein Asteroid, sondern enthält Bildartefakte. Die Aufgabe von Timon war es also, die angefallenen Kandidaten zu sichten und zu entscheiden, was tatsächlich ein Asteroid ist und was nicht. Von insgesamt 304 Kandidaten für potenzielle Asteroiden hat er 292 verworfen und 12 für echt befunden.“

Hier sieht man die Bildartefakte, die Timon aussortiert hat, als Animation: https://totas.cosmos.esa.int/user.php?id=52&list=Movers&cond=2&moverimages=1

Seine Asteroiden sehen so aus: https://totas.cosmos.esa.int/user.php?id=52&list=Movers&cond=8&moverimages=1

Timon Kleibers Entdeckungen stammen von Mitte Dezember letzten Jahres und wurden damals zusammen mit denen der anderen TOTAS-Teammitglieder an das Minor Planet Center in den USA gemeldet, das Asteroidenbeobachtungen und entsprechende Entdeckungsmeldungen weltweit sammelt und verwaltet.

Am 16. Februar schließlich konnte Timon die Jury im Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt mit seinen Forschungsergebnissen überzeugen und den 1. Preis im Themenbereich „Geo- und Raumwissenschaften erzielen.

Die SSA-NEO der ESA ist im ESA/ESTEC in Noordwijk (Niederlande) und im ESA/ESOC in Darmstadt angesiedelt und nutzt eine große Datenbasis von verschiedenen Observatorium und Astronomen, um potenziell gefährliche erdnahe Objekte, wie Asteroiden aufzuspüren. 

Weitere Hintergründe zum „Jugend forscht – Schüler experimentieren“-Wettbewerb finden Sie in der Pressemitteilung des Senckenberg-Museums. 

Studierende, die sich ebenfalls für das Thema "Asteroiden" interessieren haben noch bis zum 31. März die Möglichkeit sich für die Weltraum Sommerschule Alpbach zu bewerben, wo das diejährige Thema „Rückholung von Proben von Kleinkörpern im Sonnensystem“ lautet. 

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