Das erste von Sentinel-1B gesendete Bild
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Sentinel-1B liefert erste Bilder in Rekordzeit

03/05/2016 1605 views 18 likes
ESA / Space in Member States / Germany

Nur zwei Stunden nachdem der Radar angeschaltet worden war, schickte Sentinel-1B die ersten Bilder – und erreichte damit eine Rekordzeit für ein Weltraumradar. Der Satellit ist am 25. April vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana gestartet.

Erste Beobachtungen begannen nach etwas mehr als zwei Tagen nach dem Abschuss, am 28. April um 05:37 GMT. Zuvor hatte Sentinel-1B eine komplizierte Routine zur Inbetriebnahme seines 12 Meter langen Radars sowie seiner zwei 10 Meter langen Solarsegel durchlaufen und eine Reihe von Anfangstests durchgeführt.

Das erste Bild zeigt einen 250 Kilometer langen Bereich der Erdoberfläche. Auf ihm ist die norwegische Inselgruppe Spitzbergen im Arktischen Ozean mit dem Austfonna-Gletscher zu sehen.

Drei Sentinel-Satelliten sind in weniger als 12 Monaten in den Orbit befördert worden 

Während der ersten Erdumrundungen unterzog das Missionskontrollteam im ESA-Raumflugkontrollzentrum in Darmstadt die Steuerungs-, Navigations- und Stromversorgungssysteme des Satelliten gründlichen Tests. Außerdem führte das Team das komplizierte Entfalten der Radarsegel und der Solarzellengruppe aus.

„Man mag vielleicht denken, das sei mittlerweile alles Routine für uns – immerhin haben wir in weniger als 12 Monaten drei Sentinel-Satelliten ins Weltall gebracht“, sagt Volker Liebig, Direktor für Erdbeobachtungsprogramme bei der ESA, „aber es ist alles andere als das.“

„Einen Satelliten in seine Umlaufbahn zu bringen, ist immer unglaublich spannend und ich bin jedes Mal ein bisschen nervös. Dabei haben unsere Techniker und die Industrie mit diesem vierten Sentinel-Satelliten gezeigt, dass wir in der Lage sind, erste Bilder in Rekordzeit zu liefern. Nun ist ein weiterer wichtiger Teil der Copernicus-Mission in seinem Orbit – ein großartiger Erfolg für ein großartiges Team!“

Mehr als 30.000 Nutzer haben sich bereits für das Herunterladen der kostenlosen Copernicus-Daten registriert

Eiskappe des Austfonna-Gletschers
Eiskappe des Austfonna-Gletschers

 

Daten von Sentinel-1A werden von den Copernicus-Diensten sowie vielen Nutzern weltweit im Rahmen einer kostenlosen Open-Data-Lösung verwendet. Mehr als 30.000 Nutzer haben sich bereits für das Herunterladen der Sentinel-Daten registriert und verwenden schon um die 4 Millionen Produkte.

So hat Sentinel-1A bereits zur Bewältigung zahlreicher Naturkatastrophen auf der ganzen Welt, etwa bei Überflutungen und Erdbeben, beigetragen.

„Wir haben einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Der vierte Satellit befindet sich in seiner Umlaufbahn und die geplante Sentinel-Konstellation wird nun zur Realität. So werden unseren Copernicus-Diensten bessere und umfangreichere Daten in einer schnelleren Geschwindigkeit zur Verfügung gestellt. Damit können wir einer noch größeren Nutzergemeinde noch bessere Informationen bereitstellen, und das alles auf einer vollständig offenen und kostenlosen Basis.“

„Genau das wollten wir mit Copernicus umsetzen“, sagte Philippe Brunet, Mitglied der Europäischen Kommission, nach dem Start der Sentinel-1B.

Die Insel Edgeøya
Die Insel Edgeøya

Sobald Sentinel-1B seine finale Position erreicht hat, die sich auf der anderen Seite der Erde, gegenüber von Sentinel-1A befindet, wird die Radarkonstellation komplett sein und so die Copernicus-Anforderungen in Sachen Abdeckung und wiederholte Aufnahmen erfüllen.

Die nächsten Monate: Tests und Kalibrierung

In den nächsten Monaten wird der Satellit getestet und kalibriert. Erst danach gilt er als offiziell einsatzbereit.

An jedem Satelliten befindet sich ein hochentwickelter Radar, der die Erdoberfläche abbildet, bei Tag und Nacht und auch durch Wolken und Regen hindurch.

Sobald die fertige Satelliten-Konstellation vollständig in Betrieb ist, soll sie täglich mehr als 10 Terabyte Daten produzieren.

Die Europäische Kommission leitet das europäische Copernicus-Umweltprogramm und koordiniert die vielfältigen Dienstleistungen zur Verbesserung der Umweltbeobachtung und zum Schutz von Menschenleben. Die ESA ist für die Entwicklung der Sentinel-Satellitenfamilie verantwortlich und stellt sicher, dass die Daten für die Dienstleistungen ungestört übertragen werden.

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