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Die Rosetta:-Sonde mit dem Rosetta-Stein
Von Giotto zu Rosetta und Philae
 
Die Entscheidung für die Rosetta-Mission als eines von vier Hauptprojekten im ESA-Langzeitprogramm „Horizont 2000“ fiel 1985. Bereits damals war die wissenschaftliche Welt davon überzeugt, dass die kleinen Körper – Asteroiden sowie Kometen – aus nahezu unbeeinflusster Urmaterie bestehen würden. Demzufolge könnte man dort Direktinformationen von der Geburt unseres Sonnensystems erhalten. Obwohl die Giotto-Mission der ESA zum Kometen Halley noch bevorstand, sprach sich das ESA-Programmkomitee für eine qualifizierte Fortführung der Kometenerkundung aus. Gemeinsam mit der NASA wollte man eine Probe von einem Kometen zur Erde zurückbringen. Die zunächst angedachte Mission trug den Namen Comet Nucleus Sample Return (CNSR). Doch zahlreiche Veränderungen führten dann zu einer rein europäischen Rendezvous-Mission „Rosetta“.
 
Ursprünglich waren zwei Lander vorgesehen: Champollion (Frankreich/USA) sowie Roland (ROsetta LANDer) als rein deutsches Projekt. Nach dem Rückzug der Amerikaner bauten nun Deutsche und Franzosen gemeinsam die 100 Kilogramm schwere Hightech-Landesonde.

Der Name der Mission geht auf einen Stein zurück, den napoleonische Soldaten 1799 während der Besetzung Ägyptens nahe dem Ort Rosetta (heute Rashid) im Nildelta fanden. Der Stein stammt aus dem Jahre 196 v.Chr. Er zeigt einen Gesetzestext in Griechisch, Demotisch sowie in ägyptischen Hieroglyphen. Mit diesem Stein gelang es dem französischen Gelehrten Jean Francois Champollion das Geheimnis der ägyptischen Hieroglyphen zu entziffern und damit den Zugang zu einer untergegangenen Kultur zu schaffen.
Auch der neue Name des Landegerätes – Philae – hat mit den Hieroglyphen zu tun. Auf der inzwischen untergegangenen Nilinsel Philae südlich von Luxor befand sich ein Obelisk, der die Namen von Kleopatra und Ptolemäus in griechischer Schrift und in Hieroglyphen enthielt. Damit konnte Champollion nachweisen, dass die Hieroglyphen einer Schriftsprache entsprechen und so an die Entzifferung des Rosetta-Steines gehen.

In ähnlicher Weise erhoffen sich die Wissenschaftler von der Rosetta-Mission, die Ursprünge des Sonnensystems zu entschlüsseln. Rosetta und Philae sind also nicht nur Namen, sie verkörpern zugleich ein anspruchsvolles Programm.  
 

 
 
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