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Europa wartet mit Spannung auf den Start von COROT
Am 27. Dezember wird die einzigartige Astronomie-Mission COROT mit dem doppelten Ziel in den Weltraum starten, nach Exoplaneten zu suchen, die um andere Sterne kreisen, und die Geheimnisse des Innenlebens von Sternen zu erforschen wie nie zuvor. Die COROT-Mission wird unter der Leitung der französischen Raumfahrtagentur CNES durchgeführt; die Beteiligung der Europäischen Weltraumorganisation ESA und mehrerer europäischer Partner verleiht ihr internationales Flair. Während das CNES die letzten Vorbereitungen für den Start im kasachischen Baikonur vollendet, warten die ESA und die zahlreichen an der Mission beteiligten europäischen Wissenschaftler mit Spannung auf deren Beginn und die ersten wissenschaftlichen Ergebnisse. Was ist COROT? COROT steht für „Convection Rotation and planetary Transits“ („Konvektionsrotation und Planetentransits“). Diese Bezeichnung beschreibt die wissenschaftlichen Ziele der Mission. Die Wörter „Konvektion“ und „Rotation“ beziehen sich auf die Fähigkeit des Satelliten, mithilfe der Untersuchung der akustischen Wellen auf der Oberfläche von Sternen (einer Technik, die unter dem Namen „Asteroseismologie“ bekannt ist) deren Innenstruktur zu erforschen. „Transit“ verweist auf eine Methode, mit der die Präsenz eines um einen Stern kreisenden Planeten dadurch abgeleitet werden kann, dass das Sternenlicht durch den vorbeiziehenden Planeten verdunkelt wird. Zur Erfüllung seiner Missionsziele wird COROT mit seinem 30-cm-Teleskop auf seiner Reise ca. 120 000 Sterne beobachten.
Es wird erwartet, dass es sich bei vielen der Planeten, die COROT erspähen wird, um so genannte „Hot Jupiters“ (Gasriesen) handeln wird. Eine unbekannte Prozentzahl werden vermutlich felsige Planeten sein, die höchstens einige Male so groß wie die Erde oder sogar kleiner sein könnten. Sollte COROT auf solche Planeten stoßen, werden diese eine neue Gattung bilden. Bei der Beobachtung eines Sterns wird COROT zudem in der Lage sein, „Sternbeben“ zu entdecken. Dabei handelt es sich um akustische Wellen, die tief im Inneren eines Sterns erzeugt werden und Wellen auf dessen Oberfläche auslösen, wodurch sich seine Helligkeit verändert. Über die Beschaffenheit dieser Wellen können Astronomen die genaue Masse, das Alter und die chemische Zusammensetzung eines Sterns berechnen.
Die COROT-Mission wurde bereits 1996 vom CNES vorgeschlagen. 1999 wurde eine Ausschreibung zur Suche potenzieller europäischer Partner veranstaltet. Im Jahr 2000 gab das CNES, unter dessen Federführung die Mission nun durchgeführt wird, grünes Licht für den Bau des Satelliten. Die internationalen Partner sind die ESA, Belgien, Brasilien, Deutschland, Österreich und Spanien. Das CNES ist für das gesamte System sowie den Startvertrag mit dem französisch-russischen Unternehmen Starsem verantwortlich, das die Startdienste mit der Sojus-Trägerrakete erbringt.
Die Beteiligung der internationalen Partner reicht von der Bereitstellung von Gerät für Bodenstationen über die zusätzliche bodengestützte Beobachtung der von COROT untersuchten Himmelskörper bis hin zur Auswertung der wissenschaftlichen Daten.
Nähere Auskunft erteilen: ESA-Referat Medienbeziehungen Tel.: +33 (0) 1 53 69 7155 Fax: +33 (0) 1 53 69 7690
Malcolm Fridlund, ESA-Projektwissenschaftler für COROT
Fabio Favata, ESA-Koordinator für Missionen im Bereich Astronomie und Grundlagenphysik
Weitere Informationen zu COROT finden Sie unter: COROT bei der ESA: www.esa.int/SPECIALS/COROT und COROT beim CNES: http://www.cnes.fr/corot_en/
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