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Drei wissenschaftliche Earth-Explorer-Missionen der ESA treten in die nächste Phase ein
Die ESA hat drei Kandidaten für Earth-Explorer-Missionen vorgestellt, für die nun die nächste Konsolidierungsphase beginnen kann. Die Auswahl dieser drei Kandidaten ist Teil eines von den Nutzern vorangetriebenen Prozesses, der 2016 im Start des siebten Earth Explorer-Satelliten der ESA münden soll. In der letzten Woche wählte das Programme Board for Earth Observation der ESA drei Earth-Explorer-Missionen aus, für die nun Machbarkeitsstudien durchgeführt werden. Bei seiner Auswahl stützte sich das Gremium auf Empfehlungen des ESAC (Earth Science Advisory Committee), eines Komitees der ESA. Das ESAC hatte diese Empfehlungen im Anschluss an das Earth Explorer User Consultation Meeting in Lissabon, Portugal, im Januar ausgesprochen. Die Entscheidung der ESA bedeutet, dass die Missionen BIOMASS, CoReH2O und PREMIER nun die nächste Konsolidierungsphase durchlaufen können.
Für BIOMASS ist nur ein einzelner Satellit erforderlich, der ein Synthetik-Apertur-Radarsystem trägt. Dieses arbeitet im P-Band und ermöglicht kontinuierliche, weltweite interferometrische sowie polarimetrische Radarbeobachtungen von Waldflächen.
Ziel der CoReH2O-Mission sind wiederholte, hochauflösende Messungen der Schnee- und Eisdecke und ihrer Eigenschaften. Auf dieser Grundlage sollen Austauschprozesse zwischen Erdoberfläche und Atmosphäre modelliert und überprüft werden. Darüber hinaus erhofft man sich wichtige Erkenntnisse für die Klimaforschung sowie hydrologische Anwendungen, und zwar im regionalen bis hin zum globalen Maßstab. Die Mission nutzt einen einzelnen Satelliten mit einem Synthetik-Apertur-Radarsystem, das mit zwei Frequenzen (X- und Ku-Band) arbeitet und mittels dualpolarisierter Signale räumlich hochauflösende Messungen der Schnee- und Eisdecken durchführt.
Mittels Limb-Spektrometrie im Infrarotbereich soll PREMIER die Zusammensetzung der Atmosphäre in der oberen Troposphäre und der unteren Stratosphäre in dreidimensionalen Beobachtungszonen untersuchen. Ein Limb-Sounder, der im Millimeterwellenband arbeitet, wird beim Vorhandensein von Zirruswolken und komplementären chemischen Stoffen Messdaten erheben.
Dazu ein Kommentar von Johnny Johannessen, dem Vorsitzenden des ESAC: „Die vorgelegten Reports for Assessment und die Präsentationen auf dem Earth Explorer User Consultation Meeting waren von höchster Qualität. Trotz aller Komplexität wurden die wissenschaftlichen und technischen Aspekte jeder Mission mit großer Klarheit dargestellt. Bessere Hintergrundinformationen und Grundlagen für seine Bewertung hätte sich das ESAC gar nicht wünschen können. Der Konsens, den wir bei der Auswahl der empfohlenen Missionen erreicht haben, stützt sich insbesondere auf den potenziellen Nutzen dieser Missionen für die Wissenschaft. Zwar hat das ESAC diese drei Missionen als Kandidaten für Phase A ausgewählt, aber wir haben auch überzeugende Argumente für Studien zur Fortführung der anderen Missionen vorgebracht.“
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