![]() |
TIGO-Station in Chile erstellt erste Lasermessungen zu Europas Galileo-Satelliten
Aus Chile wurden die ersten Laserentfernungsmessungen zu Europas neuen Navigationssatelliten gemeldet. Mit den Messungen zu den Satelliten, die in einer Höhe von 23.230 Kilometern fliegen, konnte ihre Position im Weltraum auf wenige Zentimeter genau festgestellt werden. Das Transportable Integrierte Geodätische Observatorium (TIGO) hat am 27. November (2:45 GMT) in Concepción (Chile) die weltweit erste Laserentfernungsmessung zum ersten operationellen Galileo-Satelliten durchgeführt. Messungen zum zweiten Galileo Satelliten wurden zwei Tage später, am 29. November (10:05 GMT) unter Verwendung des near-infrared laser beam (847 nm) getätigt.
Die TIGO-Station gehört dem Deutschen Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG), aus Frankfurt am Main, und wird seit 2002 gemeinsam mit der Universidad de Concepción und dem Chilenischen Instituto Geográfico Militar betrieben, um Lücken für globale, geodätische Messungen zu füllen. TIGO ist für die Durchführung von unterschiedlichen Beobachtungen ausgestattet: im Jahr 2006 hattte das Radioteleskop den Aufschlag von SMART-1 (ESAs erste Mond-Mission) auf der Mondoberfläche mitverfolgt.
Die Operation verlief wie in einem Videospiel mit planetarem Maßstab: Unter Zuhilfenahme der Orbitvorhersagen des Raumfahrtkontrollzentrums ESOC (Navigation Office) der ESA in Darmstadt erfasste das TIGO-Team unter Leitung von Michael Häfner and Marcos Avendaño das Ziel und sendete den Laserstrahl aus - nachdem es zuvor eine Kalibrierung ihres Lasers am ersten Testsatelliten des europäischen Satellitennavigationssystems GIOVE-A, durchführte.
Wie viele moderne Satelliten, sind die Galileo Satelliten mit Retroreflektoren ausgestattet, die, ähnlich wie die „Katzenaugen“ auf der Autobahn, den Laserstrahl dorthin reflektieren, wo er herkam.
Die Zeit, die der Laser benötigt, um zum Boden zurückzukehren, wird mit einem ultrapräzisen Zeitmessgerät gemessen. Da die Lichtgeschwindigkeit eine Konstante ist, kann die Position des Satelliten auf wenige Zentimeter genau bestimmt werden.
Neben dem verbreiteten Einsatz zur Bestimmung von Satelliten-Umlaufbahnen wird die Laserentfernungsmessung auch zur Kalibrierung von Satelliteninstrumenten eingesetzt und für den International Terrestrial Reference Frame (das standardisierte geodätische Koordinatennetz der Erde) genutzt, der leichte Bodenbewegungen aufgrund tektonischer Plattenbewegungen misst. Dank der Laserreflektoren, die von den USA und der Sowjetunion auf der Mondoberfläche zurückgelassen wurden, kann auch die gegenwärtige Distanz zwischen Erde und Mond bestimmt werden. Kontakte ESA/ESOC, Navigation Office, Darmstadt: Drazen.Svehla[at]esa.int
ESA/ESTEC, Galileo Project:
Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
Transportable Integrated Geodetic Observatory
ESA/ESOC PR Office
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||