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Europäisches ATV „Johannes Kepler“ auf dem Weg zur ISS
Das auf den Namen „Johannes Kepler“ getaufte zweite automatische Transferfahrzeug (ATV) der ESA ist an Bord einer Ariane-5 erfolgreich in seine geplante niedrige Erdumlaufbahn gestartet. Das unbemannte Versorgungsfahrzeug soll wichtige Frachtgüter zur Internationalen Raumstation (ISS) bringen und während seiner knapp viermonatigen Mission von Zeit zu Zeit die Flugbahn der Station anheben. Der Countdown für den Ariane-5-Start von Europas Raumflughafen in Kourou in Französisch-Guayana lief am Mittwoch, den 16. Februar um 22.50 Uhr MEZ (18.50 Uhr Ortszeit) ab.
Nach einem 42-minütigen ballistischen Flug wurde die Oberstufe des Trägers erneut für 30 Sekunden gezündet, um die Umlaufbahn in einer Höhe von 260 km zu stabilisieren. Nach 64 Minuten Flug konnte das unbemannte Versorgungsfahrzeug erfolgreich von der leergebrannten Oberstufe getrennt werden.
Kurz danach entfaltete Johannes Kepler seine vier Solarpaneele. In den nächsten Stunden werden erste Funktionstests vorgenommen, damit das ATV anschließend allmählich auf die Flugbahn der ISS angehoben werden kann.
„Mit dem ATV Johannes Kepler leiten wir nun eine Reihe regelmäßiger Frachtflüge zur ISS ein“, ergänzte Simonetta Di Pippo, ESA-Direktorin für bemannte Raumfahrt.
Die ESA bringt dabei zum ersten Mal eine spezielle Vorrichtung für noch in letzter Minute zu verstauende Fracht zum Einsatz. „Mit dieser neuen Funktion stellt das ATV einmal mehr seine für die Versorgung der Raumstation entscheidende Bedeutung unter Beweis“, so Di Pippo.
Das zwar auf paralleler Bahn, jedoch deutlich unterhalb der in einer Höhe von 350 km befindlichen Raumstation fliegende ATV wird rund um die Uhr von dem eigens hierfür eingerichteten, von der ESA und dem CNES betriebenen ATV-Kontrollzentrum (ATV-CC) in Toulouse überwacht, das seine Arbeit gemeinsam mit den ISS-Kontrollzentren in Moskau und Houston koordiniert.
In der kommenden Woche wird das ATV seine Umlaufbahn schrittweise anpassen, damit es am Donnerstag, den 24. Februar an der ISS andocken kann.
Johannes Kepler braucht keine Sondermanöver zur Demonstration seiner Funktionsfähigkeit mehr durchzuführen, wie das noch 2008 bei seinem Vorgänger, dem ATV Jules Verne, der Fall war. Das ATV-2 wird gleich automatisch am russischen Swesda-Modul andocken, um so die ISS mit Fracht, Treibstoff und Sauerstoff zu versorgen. Die ATV tragen zur Versorgung und Aufrechterhaltung des Betriebs des orbitalen Außenpostens bei, eine Aufgabe, die sie zusammen mit den russischen Progressfahrzeugen und den japanischen H-II-Transferfahrzeugen, deren zweites Exemplar zurzeit an dem in Europa gebauten Verbindungsknoten Nr.2 angedockt ist, erfüllen.
Diese drei voneinander unabhängigen Versorgungssysteme ermöglichen eine sichere Logistikplanung, auch angesichts der von der NASA bis Ende dieses Jahres auslaufenden Space-Shuttle-Flüge.
In ihren mehr als 30 Einsatzjahren haben europäische Trägersysteme insgesamt etwa 330 Nutzlasten in den Erdorbit und auch auf über diesen hinausgehende Flugbahnen gebracht. 31 davon wurden im Auftrag der ESA gestartet, darunter Sonden für interplanetare Forschungen, astronomische Observatorien, Wetter-, Fernerkundungs- und Kommunikationssatelliten und nicht zuletzt die ATV-Fahrzeuge zur Versorgung der Internationalen Raumstation. Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an:
ESA-Referat Medienbeziehungen
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