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Leben im Weltraum
Anousheh Ansari

ESA-Experimente mit der ersten Touristin im Weltall

15 September 2006
Das Leben auf der Internationalen Raumstation (ISS) ist im Moment eher hektisch für die Besatzungsmitglieder, den ESA-Astronauten Thomas Reiter, den Russen Pawel Winogradow und den US-Amerikaner Jeffrey Williams.

Zunächst einmal ist am 11. September die Raumfähre Atlantis eingetroffen. Nächsten Montag (am 18.) soll die 14. Dauerbesatzung der Raumstation vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan abheben. Dabei wird neben dem US-Amerikaner Michael Lopez-Alegria und dem Russen Mikhail Tyurin auch Anousheh Ansari sitzen, die erste weibliche Weltraumtouristin.

Die iranisch-amerikanische Geschäftsfrau bezahlt zwar für ihren achttägigen Aufenthalt auf der Raumstation, wird aber keineswegs die ganze Zeit damit verbringen, die Aussicht zu genießen. Stattdessen hat Ansari sich sozusagen als „Versuchskaninchen“ für vier ESA-Experimente zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen geben den Wissenschaftlern neue Erkenntnisse darüber, wie sich eine Reise in das Weltall auf den menschlichen Körper auswirkt.

Red blood cells
 
Im ersten Experiment werden die Auswirkungen der Weltraumstrahlung untersucht, die Körperzellen beschädigen und das Risiko der Krebsbildung im Körper erhöhen kann. Dazu lässt sich Ansari vor und nach ihrem Flug Blutproben entnehmen.

Diese Blutproben helfen den Wissenschaftlern auch bei der Suche nach dem Grund dafür, dass rote Blutkörperchen in der Schwerelosigkeit zerstört werden. Dadurch kommt es zur Anämie, der Blutarmut, die auch bei Menschen mit Nierenversagen auftritt.

Außerdem trägt Ansari zur Untersuchung der Bakterien bei, die sich an Bord der ISS befinden. Sie wird Proben von sich selbst und von Oberflächen wie beispielsweise Schaltern, Tastaturen und Gegenständen für die Körperpflege entnehmen.

Und zu guter Letzt wird sie der Frage nachgehen, weshalb Astronauten häufig unter Schmerzen im unteren Rückenbereich leiden. Die Ergebnisse ihres täglichen Fragenkatalogs werden anschließend mit den vor und nach ihrem Flug durchgeführten Messungen verglichen.

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