Alles klar für die nächsten Experimente auf der Maser-Forschungsrakete

14 Februar 2012

Fünf Experimente wurden gestern auf einer Maser-Rakete von Nordschweden aus in die Schwerelosigkeit geschossen. Schneller als die meisten Menschen eine Tasse Kaffee trinken können, stieg Maser-12 250 Kilometer hoch, sorgte für sechs wertvolle Minuten Schwerelosigkeit und kehrte schließlich sicher auf die Erde zurück.

Nach dem Start am 13. Februar um 10.30 Uhr MEZ verließ die Höhenforschungsrakete nach nur 45 Sekunden die Atmosphäre. Sobald der Treibstoff aufgebraucht war, begann die Mission für die Wissenschaftler, die vom Boden aus zusahen, gerade erst.

Metal crsytal solidification on Maser-12
Metallkristalle

Sie hatten etwa sechs Minuten Zeit, um ihre Experimente durchzuführen und in der Schwerelosigkeit Daten zu sammeln.

Bei dieser Mission wurde der Maser warm ums Herz: Bei einem Experiment, das unter anderem von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) betreut wird, wurde eine Metallprobe in einem Ofen auf 700°C erhitzt.

Bei dieser Temperatur schmolz das Aluminium-Kupfer-Gemisch, das anschließend in eine Kühlkammer gesprüht wurde, in der es sich zu einem Kristall-Cluster verfestigte. Eine Röntgenkamera hielt dieses dramatische Experiment zu Analysezwecken fest.

Die Schwerelosigkeitsforschung ist eine wichtige Aufgabe für die ESA. Zum Beispiel werden die Ergebnisse aus dem Experiment mit dem superheißen Metall helfen, leichtere Materialien zu erschaffen, die man in Autos oder künstlichen Knochen verwenden kann.

Maser-12 transportierte auch Experimente der Molekularbiologie. Das Verhalten menschlicher Immunzellen in der Schwerelosigkeit wurde mit dem von Immunzellen am Boden verglichen. Ein anderes Experiment konzentrierte sich darauf, wie Blut Zellen transportiert.

Durch die Beobachtung des Verhaltens von Zellen in der Schwerelosigkeit verstehen die Wissenschaftler besser, wie Zellen auf der Erde funktionieren.

Und schließlich wurde eine Flüssigkeit beobachtet, um mehr über den Kochvorgang und die Hitzeübertragung herauszufinden. Diese Experiment wurde unter anderem von einem Forscherteam des ZARM (Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation) der Universität Bremen entwickelt.

Maser-12

Auf dem Weg zurück nach unten öffneten sich die Fallschirme automatisch und sorgten für eine weiche Landung des Nutzlastmoduls. Manche Dinge kann man nicht aus der Entfernung erforschen, deshalb brachte der Such- und Rettungsdienst im schwedischen Esrange die Experimente für genauere Untersuchungen zu den Wissenschaftlern zurück.

Die Maser hat standardmäßig ein Satellitennavigationsgerät an Bord, was in der ausgedehnten Wildnis Nordschwedens von Vorteil ist. Das Rückholteam lokalisierte die Landestelle und die Experimente wurden per Hubschrauber innerhalb einer Stunde nach der Landung zurückgebracht.

Dank der Wildnis um Esrange herum, ist es möglich Raketen gefahrlos zu landen. Trotz der Abgelegenheit ist die Stadt Kiruna nur 45 Kilometer entfernt und bietet so die nötige Versorgung einer Startanlage.

Copyright 2000 - 2014 © European Space Agency. All rights reserved.