Alpbach 2011: Wie entstehen Sterne?

Weltraumobservatorium Herschel (Grafik)
16 Februar 2011

Die Geburt von Sternen steht im Mittelpunkt der 35. Sommerschule, die vom 19. bis zum 28. Juli im österreichischen Bergdorf Alpbach stattfindet. Die zu einer begehrten Institution gewordene Sommerschule lädt hierzu wieder 60 Jungforscher aus den ESA-Mitgliedsländern ein.

In einer einzigartigen Kombination aus Vortragsveranstaltungen und praktischen Workshops können die Teilnehmer alljährlich ihr Wissen in einem anderen Fachgebiet – sowohl theoretisch als auch praxisnah – wesentlich vertiefen. Die diesjährige Sommerschule widmet sich dem Leitthema „Star Formation Across the Universe“, also der Entstehung von Sternen im Universum.

Viele offene Fragen

Der Prozess der Sternengeburt ist extrem komplex. „Wie entstehen Sterne?“ ist daher eine der zentralen Fragen in der Astrophysik.

Sterne bilden sich aus gigantischen interstellaren Gaswolken unter dem Einfluss der Schwerkraft. Die Sternentstehung bestimmt damit die Struktur und Entwicklung von Galaxien. Doch welche Faktoren bestimmen die Eigenschaften der Sterne? Wie hat sich die Sternentstehung seit den Anfängen des Universums entwickelt? Warum bilden sich nur aus einem Bruchteil des verfügbaren Gases Sterne?

Großteleskope im Weltraum und auf der Erde

Diese Baby-Sterne im Rosettanebel beobachtete Herschel am 12. April 2010

International wurden enorme Anstrengungen unternommen, um der Beantwortung dieser Fragen schrittweise näher zu kommen. Weltraumteleskope forschen in den unterschiedlichsten Bereichen des elektromagnetischen Spektrums mit großem Erfolg, wie Hubble (NASA/ESA, seit 1990), XMM-Newton (ESA, seit 1999), Spitzer (NASA, seit 2003) und Herschel (ESA, seit 2009).

Auf der Erde beschäftigen sich Observatorien wie die Europäische Südsternwarte ESO in Chile mit der Bildung von Sternen. Zugleich werden an Supercomputern die verschiedensten Szenarien durchgespielt. „Sternentstehung“ ist weltweit eines der attraktivsten Forschungsgebiete, das durch den Einsatz weiterer Großteleskope sogar noch ausgeweitet werden soll. NASA und ESA planen den Start des mit einem riesigen 6,5-Meter-Spiegel ausgestatteten James-Webb-Weltraumteleskops.
Mit dem Expanded Very Large Array (EVLA) in New Mexiko/USA sowie dem European Extremely Large Telescope (E-ELT) und dem Atacama Large Millimeter Array (ALMA) in Chile entstehen gleich drei erdgebundene Giganten.

Zehn Tage Sommerschule Alpbach

Hier möchte die Sommerschule anknüpfen. International anerkannte Experten führen die Teilnehmer durch Vorträge an die Thematik heran. Dabei werden die wissenschaftlichen Zielsetzungen und technischen Herausforderungen derartiger Forschungen ausführlich behandelt. Nach der Klärung theoretischer Fragen geht es sogleich an die technische Umsetzung einer innovativen Satellitenmission zur Erforschung von Sterngeburten.

Nach dem bewährten Muster der letzten Jahre eifern dann vier Teams mit jeweils 15 Teilnehmern unter der fachkundigen Anleitung von Tutoren um das wissenschaftlich und technisch attraktivste Konzept. Es gilt dabei alle Elemente einer möglichen zukünftigen Forschungsmission zu berücksichtigen, wie beispielsweise die Auswahl der Instrumente, die Grundkonstruktion des Satelliten und seiner Subsysteme sowie die Flugbahn. Auch die voraussichtlichen Missionskosten sind zu ermitteln. Die von den Jungforschern entwickelten Szenarien werden am Ende der zehntägigen Veranstaltung von einer Jury hochkarätiger Fachleute begutachtet.

Teilnahmebedingungen und Anmeldung

Veranstalter der Sommerschule sind die Agentur für Luft- und Raumfahrt der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA und ihren Mitgliedsstaaten. Ein traditioneller Partner ist das International Space Science Institute ISSI. Unterstützt wird die Sommerschule auch von Austrospace, der Vereinigung der österreichischen Weltraumindustrie.

Die Sommerschule findet in der Zeit vom 19. bis 28. Juli in Alpbach (Tirol) statt. Bewerben können sich Studierende, Doktoranden, Post-Doktoranden sowie junge Wissenschaftler und Ingenieure aus den Mitgliedsstaaten der ESA.

Bewerbungsformulare und weitere Informationen können Interessenten im Internet auf einer eigens für die Sommerschule eingerichteten Webseite abrufen: www.summerschoolalpbach.at

Zur Klärung der Kostenübernahme wenden sich die Interessenten bitte an ihre jeweilige nationale Raumfahrtorganisation, die auch für die nationale Auswahl verantwortlich zeichnet.

Anmeldeschluss ist der 31. März 2011. Die Zahl der Teilnehmer ist auf 60 begrenzt. Es werden nur Online-Anmeldungen entgegengenommen.

Weitere Auskünfte und Informationen:
Michaela Gitsch
Agentur für Luft- und Raumfahrt
Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG)
Sensengasse 1
A – 1090 Wien
Tel.: + 43 (0) 57755 3302
Fax: + 43 (0) 57755 97900
E-Mail: michaela.gitsch @ ffg.at

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