Der Film Unsere Ozeane startet heute in deutschen Kinos

25 Februar 2010

Der neue Film des bekannten französischen Regisseurs Jacques Perrin fragt nach den Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Natur. Auf dem Wege der Bilder und Emotionen antwortet er auf die Frage: Was ist eigentlich das Meer?

Aktive Unterstützung kam dabei von der ESA: Während der Produktion stellte sie ihre Experten für Erd- und Meeresbeobachtung als Berater zur Verfügung und ermöglichte eine ausführliche Besichtigung des europäischen Weltraumbahnhofs in Kourou. Ariane 5 sowie die neue SMOS-Mission spielen einen Part im Film. Einzigartige Meeresaufnahmen des Envisat-Satelliten halfen zudem dabei, das Filmteam noch besser für das Thema zu sensibilisieren und optimale Drehorte auf der ganzen Welt zu finden.

„Bilder haben eine unvergleichliche Wirkung auf den menschlichen Geist. Die Bilder, die Jacques Perrin nun in seinem Film gesammelt hat, sind eine Hymne auf das Meer: als Quelle des Lebens, als Klimaregulator, als Garten der Vielfalt. Der Weltraum bietet ganz besondere Möglichkeiten, um die Weltmeere zu beobachten, sie zu verstehen, ihre Entwicklung nachzuvollziehen. Das Meer und der Weltraum – beides Bereiche, über die wir insgesamt noch sehr wenig wissen – sind gleichzeitig unsere Vergangenheit und unsere Zukunft“, kommentiert Jean-Jacques Dordain, Generaldirektor der ESA.

Traditionsreiches Engagement für Natur und Umwelt

 Filmausschnitte

Nach „Nomaden der Lüfte“ nehmen die französischen Regisseure Jacques Perrin und Jacques Cluzaud den Zuschauer nun mit auf eine Reise in die turbulenten Tiefen der Weltmeere. Mit bisher nicht dagewesenen Drehtechniken zeigen sie verkannte oder nie beachtete Meeresbewohner in einem neuen Licht – vom Packeis der Pole bis in die Tropen. „Mit 10 Knoten in einem jagenden Thunfischschwarm mitschwimmen, eine ausgelassene Delfinschule begleiten, Schulter an Flosse Tuchfühlung mit dem Weißen Hai aufnehmen – in OCEANS ist man sozusagen Fisch unter Fischen“, erklärt Perrin seine Leidenschaft für den Film.

Unsere Ozeane / OCEANS läuft ab dem 25. Februar bundesweit in deutschen Kinos sowie auch in Österreich.

So beobachten ESA-Satelliten die Meere

Sensible Ökosysteme der Polregionen

Seit dem Start des Satelliten ERS-1 im Jahre 1991 versorgt die ESA Meeresforscher mit Daten, die auf anderem Wege nur eingeschränkt oder gar nicht zu sammeln sind. Dazu gehören etwa Messungen der Meerestiefe und der Oberflächentemperatur – Daten, die unerlässlich sind, um das Ökosystem der Erde besser zu verstehen. Ganz verschiedene Abläufe von regionaler oder weltweiter Tragweite lassen sich damit besser untersuchen. Mit dem Start von Envisat im Jahre 2002 haben sich die Möglichkeiten noch erweitert, denn seitdem lässt sich auch die Meeresfarbe messen. Forscher können damit die globalen biogeochemischen Prozesse sehr detailgenau beschreiben.

Derzeit startet die ESA eine Reihe neuer Satelliten, die unser Wissen über das Ökosystem Erde weiter vertiefen sollen. Sie werden Daten über den Salzgehalt der Ozeane, die Wassertiefe und die Polareisfläche liefern. GOCE, die erste dieser Missionen, wird Daten über die Topologie der Erde bereitstellen – ein wichtiger Beitrag, um Änderungen des Meeresspiegels sowie große Meeresströmungen zu untersuchen. Da die Beobachtungsgebiete so groß und unzugänglich sind, stellen Satelliten für die Meereskunde oft die einzige Möglichkeit dar, zusammenhängende und zuverlässige Daten über die Eigenschaften der Ozeane und die damit verbundenen Abläufe zu sammeln.

Als zweiter Satellit dieser Serie wurde am 2. November SMOS (Soil Moisture and Ocean Salinity) gestartet. Als erster Satellit weltweit wird er den Salzgehalt der obersten Meeresschicht und die Bodenfeuchte der gesamten Landmasse unseres Planeten vermessen.

Sicherheitsüberwachung zur See

Sondersendung auf EuroNews

Satelliten sind jedoch nicht nur für das Verständnis grundlegender Umweltabläufe in den Ozeanen wichtig. Auch für die Sicherheit der Weltmeere, den Umweltschutz und die Durchsetzung geltenden Rechts auf See spielen sie eine große Rolle. So sind die ESA-Satelliten beispielsweise Teil eines Systems zur Erkennung illegaler Verklappungen in den europäischen Gewässern. Indem sie die Wasserqualität in Küstennähe überwachen, erleichtern sie die Arbeit der europäischen Behörden. Auf der Basis ihrer Beobachtungen und Messungen kann man offizielle Meereiskarten für Arktismissionen erstellen, die großen Meeresströmungen überwachen oder auch bestimmte Extrembedingungen vorhersagen.

Unschätzbare Werkzeuge für den Schutz unseres Planeten

ESAs SMOS, mit Gastauftritt im Film

Mit ihren neuen Erdbeobachtungs-Missionen wird die ESA dafür sorgen, dass diese Informationen dauerhaft zur Verfügung stehen. Nur so lassen sich die unterschiedlichen Anforderungen zuverlässig abdecken – von der Sicherheitsüberwachung und der Anwendung des Rechts auf See bis hin zur Meeres- und Klimaforschung oder der Entwicklung von Klimamodellen.

„Die Mitgliedsstaaten der ESA haben die Beobachtung der Ozeane, der Erde, der Eisflächen und der Atmosphäre aus dem Weltraum zu ihrer obersten Priorität erklärt. Unter allen Weltraumorganisationen ist dies einzigartig. Europa steht dadurch an der Spitze der weltweiten Bemühungen, den Klimawandel zu verstehen und damit umzugehen – und schließlich auch zu ermöglichen, dass Leben auf der Erde weiterhin möglich ist“, so Dordain abschließend.

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