Der Trennungsschock

29 August 2012

Die BepiColombo-Mission zum Planeten Merkur wurde in den Testeinrichtungen der ESA einer Reihe von Schocktests ausgesetzt, um die Bedingungen ihrer Reise ins Weltall nachzustellen. Das Video zeigt Tests, bei denen die Trennung von der Trägerrakete imitiert wird.

Die Raumsonde wird zum Start 2015 mit der Oberstufe einer Ariane-5-Rakete verbunden sein. Sobald Oberstufe und Satellit die Umlaufbahn erreicht haben, trennt sich das Paar wieder.

Die Trennung wird durch eine pyrotechnische Vorrichtung hervorgerufen, die eine Halterung aufsprengt und dadurch ermöglicht, dass Sprungfedern die Raumsonde sicher von der Oberstufe abstoßen.

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Simulation eines Schocks während der Trennung

Das Zünden der pyrotechnischen Vorrichtung verursacht eine mechanische Erschütterung, die durch die Raumsonde hindurchgeleitet wird.

Um sicherzustellen, dass die Bestandteile der BepiColombo diesen und anderen während der Trennung auftretenden Schocks standhalten, werden am ESTEC, dem Technologiezentrum der ESA in Noordwijk in den Niederlanden, gründliche Prüfungen durchgeführt.

Das strukturelle und thermische Testmodell wurde an einem Deckenlaufkran über Blöcken von Schaumstoff aufgehängt, um die Trennung von der Trägerrakete zu simulieren.

Die Halterung wurde jedoch nicht durch eine pyrotechnische Vorrichtung geöffnet, sondern durch den Einsatz von komprimiertem Gas, sodass das Trägerraketenbauelement auf den gepolsterten Boden fiel

Gleichzeitig wurde die Wirkung des Schocks mit an der Raumsonde angebrachten Beschleunigungsmessern erfasst.

Weitere mechanische Tests zur Simulation des Starts und der Reise ins Weltall bestehen unter anderem darin, die Raumsonde dem gewaltigen Lärm einer Rakete, dem Vakuum im Weltall sowie den glühenden Temperaturen von etwa 450°C auszusetzen. Bedingungen, die die Module aushalten müssen, während sie den sonnennächsten Planeten umkreisen.

BepiColombo ist eine internationale Mission der ESA und der Japanischen Raumfahrtargentur, JAXA. Ihr Start ist für 2015 geplant und soll den Planeten Merkur 2022 erreichen.

Die Raumsonde umfasst zwei wissenschaftliche Satelliten, nämlich den japanischen magnetospherischen Merkurorbiter und den europäischen planetaren Orbiter.

Eine dritte Komponente, das so genannte Merkurtransfermodul, wird die beiden Satelliten in die Umlaufbahn des Planeten bringen, wo sie die Zusammensetzung, die Geophysik, die Atmosphäre und die Magnetosphäre des Planeten und seine geologische Geschichte untersuchen werden.

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