Phobos in 3D

Der fantastische Phobos

27 August 2012

Knapp 135 Jahre nach seiner Entdeckung konnte die ESA-Sonde Mars Express endlich eine detaillierte Aufnahme - auch in 3D - des größten Marsmondes Phobos machen, als sie in 100 km Abstand vorbeiflog.

Diese Aufnahmen sind nicht mit dem undeutlichen Bild zu vergleichen, das Astronom Asaph Hall 1877 gesehen haben muss, als er den Roten Planeten durch das 66cm-Teleskop des United States Naval Observatory beobachtete. Mithilfe des Teleskops entdeckte er am 12. August den kleineren, äußersten Mond Deimos und am 18. August den größeren, innersten Mond Phobos.

Mehr als ein Jahrhundert später ist es mithilfe der Satelliten im Orbit des Planeten Mars endlich möglich, den Mond Phobos in bislang unerreichter Genauigkeit zu untersuchen.

In der Aufnahme scheint ein Stück der rechten Kante des unregelmäßig geformten Mondes abgebissen zu sein. Es handelt sich dabei um eine Seitenansicht der Stickney-Kraterkante, der nach dem Mädchennamen der Frau des Entdeckers benannt wurde.

Eine Anzahl von Furchen scheinen von Stickney auszugehen, die Kanäle über die geschätzten 27 km Länge des Mondes graben. Dass Stickney Ursache der Furchen ist, wurde kürzlich durch eine Theorie in Frage gestellt. Der zufolge sind sie entstanden, als Phobos Schrottwolken durchquerte, die durch Asteroideneinschläge auf die Marsoberfläche aufgewirbelt wurden.

Mit nur 6000 km Entfernung zur Marsoberfläche hat Phobos von allen bekannten Monden im Solarsystem den geringsten Abstand zu seinem Mutterplaneten. Die Nähe des Mondes zum Planeten führt dazu, dass sich der Mond schneller um Mars bewegt, als dieser sich dreht: Folglich würde ein Beobachter auf der Marsoberfläche Phobos zweimal am Tag auf- und untergehen sehen.

Die Höhe der Phobosumlaufbahn nimmt ständig ab. Daher ist anzunehmen, dass er in einigen Millionen Jahren wahrscheinlich aufbrechen und einen Schuttring um Mars bilden wird, bevor er mit der Planetenoberfläche kollidiert.

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