EGNOS schreitet voran

EGNOS
30 April 2002

Der Entwurf für EGNOS, den Vorläufer eines europäischen Satellitennavigationssystems, ist nun genehmigt.

Im Januar hat ein Team von 50 Sachverständigen aus nationalen Zivilluftfahrtorganisationen, EUROCONTROL, dem CNES, der ESA und der GISS (vorläufige Galileo-Unterstützungsstruktur) den EGNOS-Entwurf überprüft und seine Schlußfolgerungen dem Überprüfungsausschuß vorgelegt. Daraufhin hat dieser in einer Besprechung im Februar befunden, daß der Entwurf des EGNOS-Systems den Vorgaben entspricht, die Definitionsarbeiten sehr gut vorangeschritten sind und der Zeitplan eingehalten wird.

EGNOS, ein Gemeinschaftsvorhaben der ESA, der Europäischen Kommission und der Europäischen Organisation zur Sicherung der Luftfahrt (EUROCONTROL), ist die erste Stufe eines globalen Navigationssatellitensystems und soll die beiden derzeit in Betrieb befindlichen militärischen Systeme - das GPS der USA und das russische GLONASS - so ergänzen, daß sie für sicherheitskritische Anwendungen wie das Landen von Flugzeugen und das Steuern von Zügen und Schiffen genutzt werden können.

EGNOS soll erst 2004 in Betrieb gehen, doch hat der EGNOS-Systemprüfstand (ESTB), eine vereinfachte Ausführung von EGNOS in Europa, bereits im Februar 2000 begonnen, Signale über einen Inmarsat-Satelliten an potentielle Nutzer auszustrahlen. Die bisherigen Ergebnisse sind äußerst vielversprechend: Die Ortungsgenauigkeit konnte gegenüber den mit GPS und GLONASS möglichen 20 m auf wenige Meter verbessert werden.

Im Frühjahr werden weitere Untersuchungen zur Entwicklung von EGNOS abgeschlossen; unterdessen gehen die ESTB-Versuche weiter. Wenn alles nach Plan verläuft, wird EGNOS, Europas erster Vorstoß auf das Gebiet der Satellitennavigation, binnen zwei Jahren für die Nutzung zur Verfügung stehen.

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