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    ESA-Mission „Delta“: Kuipers und Co. sind am Ziel

    View of ISS from Soyuz
    Die Internationale Raumstation aus der Sicht von Soyuz vor dem Docking
    21 April 2004

    ESA PR 22-2004. Die Sojus TMA-4 mit dem niederländischen ESA-Astronauten André Kuipers und der ISS-Bordmannschaft „Expedition 9“ hat heute morgen um 07.01 Uhr MESZ erfolgreich am „Nadir“-Andockstutzen des russischen ISS-Moduls „Sarja“ angedockt. Nach den üblichen Sicherheitsüberprüfungen nach dem Andocken wurde die Luke zwischen der Sojus und der ISS um 08.27 Uhr MESZ geöffnet.

    Die Mission „Delta“ begann vor zwei Tagen mit dem Start vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan. Während dieses Flugs 8S war Kuipers Flugingenieur und hat damit neben dem Sojus-Flugkommandanten und nächsten ISS-Kommandanten, FKA-Kosmonaut Gennadi Padalka, eine aktive Rolle bei der Steuerung und dem Andockmanöver der Raumkapsel gespielt. Dritter Mann an Bord war NASA-Astronaut Edward 'Mike' Fincke, der Flugingenieur der „Expedition 9“.

    Kuipers ist nach Wubbo Ockels im Jahr 1985 der zweite Niederländer im All. Während seiner elftägigen Mission - davon neun auf der ISS - wird er eine Reihe von Experimenten auf den Gebieten der Humanphysiologie, Biologie, Mikrobiologie, Physik, Erdbeobachtung, Bildung und Technologie durchführen. Einen Teil dieses Programms hat Kuipers bereits auf dem Flug zur ISS in Angriff genommen, indem er die Vorbereitung für zwei humanphysiologische (MOP, MUSCLE) und zwei biologische Experimente (FLOW, KAPPA) eingeleitet hat.

    Eine von Kuipers’ ersten Aufgaben nach dem Öffnen der Luke wird das Verladen von Ausrüstung und Proben für die Experimente von der Sojus in die ISS sein. Mehrere Ausrüstungsgegenstände befinden sich bereits an Bord der Station: Sie wurden mit einem unbemannten Progress-Versorgungsfahrzeug - Flug 13P - angeliefert, das am 29. Januar gestartet worden war.

    Launch TMA-4
    Start der DELTA Mission vom Baikonur Kosmodrom in Kazachstan

    Bereits am ersten Tag seines Aufenthalts auf der ISS wird Kuipers sich mit den meisten der geplanten Experimentbereiche beschäftigen. So wird er biologische Proben zwischen den in Europa entwickelten Kubik-Inkubatoren hin- und herbefördern; hiervon betroffen sind die Biologieexperimente ACTIN, ICE-first, FLOW, KAPPA und TUBUL. Außerdem wird er die Humanphysiologieexperimente CIRCA, MOP (Bewegungswahrnehmung) und MUSCLE vorbereiten und Proben für das Mikrobiologieexperiment SAMPLE zur Beobachtung des Verhaltens von Bakterien auf der ISS entnehmen. Auf dem Gebiet der Technologiedemonstration steht die Aktivierung des Experiments HEAT in dem ebenfalls in Europa gebauten Handschuhkasten für Schwerelosigkeitsforschung auf dem Programm: Hierbei soll zur Entwicklung effizienterer Wärmerohre für Kühlsysteme ein Wärmerohr im Weltraum getestet werden.


    Auch die Bildung ist an Kuipers’ erstem Tag ein Thema. Zum einen wird er zwei von Studenten entwickelte Experimente in die Wege leiten: BugNRG zur Untersuchung bakterieller Brennstoffzellen in der Schwerelosigkeit und GraPhoBox, ein Experiment über das Wachstum von Pflanzen; die beiden Experimente waren die Gewinner eines vom niederländischen Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft veranstalteten Wettbewerbs. Zum anderen wird Kuipers den ersten Teil eines Bildungsexperiments namens „Seeds in Space“ („Pflanzensamen im All“) durchführen, an dem Zehntausende von Schülern direkt beteiligt sind: Zeitgleich mit Kuipers auf der ISS werden diese 10- bis 15jährigen auf der Erde das gleiche Experiment zur Beobachtung des Wachstums von Pflanzensamen durchführen und so unmittelbare Erfahrungen beim Experimentieren sammeln.

    Gefördert wird die Mission „Delta“ von der niederländischen Regierung über das Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft und das Wirtschaftsministerium. Viele der Experimente wurden von niederländischen Forschern entwickelt und die entsprechenden Instrumente von niederländischen Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen gebaut. Neben dem Experimentprogramm im Rahmen der Mission „Delta“ steht Kuipers an seinem ersten Tag auf der ISS auch Öffentlichkeitsarbeit und ISS-Notfalltraining bevor.

    HEAT experiment
    Apparat für das HEAT Experiment

    Sein Programm aus wissenschaftlichen Experimenten, Technologiedemonstrationen und Bildungstätigkeiten wird sich über die Gesamtdauer der Mission hinziehen. Am frühen Morgen des 30. April wird er mit der Mannschaft von „Expedition 8“, Michael Foale und Alexander Kaleri, an Bord der Sojus-Kapsel TMA-3, die während der vergangenen sechs Monate als „Rettungsboot“ für Foale und Kaleri an der Station befestigt war, zur Erde zurückkehren. Kuipers wird auf dem Rückflug an Bord dieser Kapsel, mit der sein spanischer Kollege Pedro Duque im Rahmen der Mission „Cervantes“ im Oktober 2003 zur ISS geflogen war, Flugingenieur sein. Die Sojus-Kapsel TMA-4 bleibt für rund sechs Monate als „Rettungsboot“ für die Mannschaft der „Expedition 9“ an der ISS angedockt.

    André Kuipers portrait
    Crew Portrait Soyuz Flug 8S

    Weitere Informationen zur Mission „Delta“ und zu ihrem Verlauf: http://www.esa.int/delta und http://www.spaceflight.esa.int/delta.

    Unter folgender Adresse werden ferner täglich um 10.00 Uhr und 15.00 Uhr Streamings zum Verlauf der Mission verfügbar sein: http://streamiss.spaceflight.esa.int/delta

    Die Vertreter der Medien sind außerdem eingeladen, die Mission im „Delta“-Informationszentrum in der ESA-Niederlassung ESTEC in Noordwijk, Niederlande, das über die Gesamtdauer der Mission werktags von 08.00 bis 20.00 Uhr geöffnet ist, live mitzuverfolgen.

    Nähere Auskunft erteilen:

    ESA Referat Medienbeziehungen
    Tel: +33(0)1.53.69.7155
    Fax: +33(0)1.53.69.7690

    Michel van Baal
    Kommunikationsbüro im ESTEC
    ESA/ESTEC, Noordwiijk, Niederlande
    Tel.: +31 (0)71 565 30 08
    Fax: +31 (0)71 565 57 28
    E-Mail: Michel.van.Baal@esa.int

    Dieter Isakeit
    Erasmus-Nutzerzentrum und Kommunikationsbüro
    Direktion für Bemannte Raumfahrt
    ESA/ESTEC, Noordwijk, Niederlande
    Tel.: +31 (0)71 565 54 51
    Fax: +31 (0)71 565 80 08
    E-Mail: Dieter.Isakeit@esa.int

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