ESA baut Bodenstation für interplanetare Missionen in Cebreros (Spanien)

Zukünftiger Standort der Cebreros-Kontrollstatíon
18 Juli 2003

Die Funkverbindungen zwischen der Erde und den ESA-Raumsonden, wie Mars Express oder den noch zu startenden Sonden SMART-1, Rosetta und Venus Express, dürften mit der Inbetriebnahme der neuen Bodenstation im spanischen Cebreros im September 2005 erheblich einfacher und verläßlicher werden.

Am 22. Juli werden der Generaldirektor der ESA, Jean-Jacques Dordain, der spanische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Fernando Diez Moreno, und sein Kollege im Ministerium für Wissenschaft und Technologie, Pedro Morenés Eulate, in Madrid eine Vereinbarung zwischen der ESA und dem Königreich Spanien unterzeichnen. Diese macht den Weg freit für die Errichtung einer neuen Hochleistungs-Kontrollstation in Cebreros (Avila).

Die Kommunikation mit Raumfahrzeugen über sehr große Distanzen und die Fernsteuerung von Sonden und ihren Bordinstrumenten in bis zu 900 Millionen km Entfernung (was mehr als sechsmal der Entfernung zwischen der Erde und der Sonne entspricht) erfordern gewaltige, leistungsstarke Antennen.

Mit dem Europäischen Raumflugkontrollzentrum ESOC in Darmstadt (D), das für den gesamten ESA-Raumflugbetrieb zuständig ist, verfügt die ESA über eine langjährige Erfahrung beim Umgang mit ausgedehnten internationalen Netzen von Bodenstationen und Antennen. Zu diesem Netz gehört seit März 2003 auch eine neue 35-Meter-Antenne für interplanetare Missionen in New Norcia, nördlich von Perth (Australien).

In den 70er Jahren haben die ESA und Spanien eine Vereinbarung unterzeichnet, die die ESA zur Nutzung einer Satellitenkontrollstation in Villafranca del Castillo (Villanueva de la Cañada, Madrid) ermächtigte. ESA/Villafranca entwickelt sich seither zu einem der spezialisiertesten Raumfahrzeugkontrollzentren der Welt.

Um das neue Vorhaben zu unterstützen und der ESA einen weiteren Schritt hin zu einem echten europäischen Netz für interplanetare Missionen zu ermöglichen, vermietet die spanische Regierung ihr für eine Dauer von 75 Jahren zwei Grundstücke, die dem Verteidigungsministerium gehören. Auf dem ersten Grundstück sollen die Kontrollanlage und die 35-Meter-Antenne errichtet werden, auf dem zweiten der Eichturm, der zu Testzwecken die von Raumfahrzeugen ausgesandten Signale simulieren soll. Die Bauarbeiten sollen im September 2003 beginnen.

„Die neuen Kapazitäten der künftigen Antenne in Cebreros werden die Rolle der ESA in Spanien erheblich stärken. Darüber hinaus ist, was die Funkbedingungen betrifft, der Standort Cebreros ideal, was ihm ein bedeutendes Wachstumspotential beschert“, so der ESA-Direktor für Technische und Betriebliche Unterstützung, Gaele Winters.

Die Antennen in Spanien - Cebreros, Villafranca del Castillo und Robledo (Robledo de Chavela, Madrid, im Besitz der NASA/JPL) - werden dank des optimalen, weil funkfrequenzstörungsfreien Umfelds bald Teil eines einzigartigen weltweiten Netzwerkes von Bodenstationen sein. Damit werden sie auch einen wertvollen zusätzlichen Beitrag zu den wissenschaftlichen und technologischen Grundstrukturen der europäischen Raumfahrt liefern.

Nähere Auskunft erteilt:

Valeriano Claros
Leiter der Bodenstation ESA/Villafranca
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Auskunft zur Teilnahme an der Unterzeichnungszeremonie erteilt:
Monica Oerke
Abteilung Öffentlichkeitsarbeit
ESA/Villafranca
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