ESA begrüßt Schlußfolgerungen des Europäischen Rates von Barcelona zu Galileo

Galileo
Galileo: Europa's globales Satellitennavigationssystem
20 März 2002

ESA PR 15-2002. "Die Raumfahrt kann eine Menge für die europäischen Bürger tun", sagte Antonio Rodotà, Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). "Unser globales Satellitennavigationssystem Galileo steht kurz vor der endgültigen Entwicklung", begrüßte er die Schlußfolgerungen des Europäischen Rates von Barcelona vom 15./16. März, die auch der ESA-Rat auf seiner heute und morgen in Paris stattfindenden 156. Tagung gewürdigt hat.

Der Europäische Rat ist in Barcelona zu seiner zweiten jährlichen Frühjahrstagung zur Lage der Europäischen Union (EU) im Wirtschafts-, Sozial- und Umweltbereich zusammengekommen. Bei diesen Beratungen spielte auch der Verkehrssektor eine Rolle: Die Staats- und Regierungschefs begrüßten die Fortschritte bei Galileo und forderten den Rat der Verkehrsminister auf, auf seiner Tagung am 25./26. März in Brüssel die erforderlichen Beschlüsse zur Finanzierung und Einleitung dieses Programms zu fassen, dessen Kosten die ESA und die EU je zur Hälfte tragen.

Road transport
Satellitengeführter Fernverkehr

Das Satellitennavigationssystem Galileo war einer der Hauptbeschlußpunkte auf der ESA-Ministerratstagung in Edinburgh im November vergangenen Jahres. Die für Raumfahrt zuständigen europäischen Minister hatten auf dieser Tagung Einvernehmen über die Finanzierung der Entwicklungs- und Validierungsphase von Galileo erzielt, jedoch mit dem Vorbehalt, daß der EU-Verkehrsrat seinen Anteil am Galileo-Programm genehmigt.

Auf ihrer Tagung am 7. Dezember 2001 haben sich die EU-Verkehrsminister noch nicht abschließend auf die Durchführungsmodalitäten einigen können. Der Europäische Rat hat indes auf seinem Gipfel im belgischen Laeken die strategische Bedeutung bekräftigt, die er dem Galileo-Programm beimißt; er hat den vom ESA-Rat in Edinburgh gefaßten Beschluß begrüßt und die Verkehrsminister aufgefordert, im März 2002 zu einer Entscheidung zu gelangen. Anschließend hat auch das Europäische Parlament die Fortsetzung des Programms befürwortet.

Unterdessen wurde in Brüssel eine vorläufige Galileo-Unterstützungsstruktur (GISS) mit etwa 30 internationalen Fachleuten eingerichtet, die sicherstellen soll, daß die technische Entwicklung von Galileo dem Bedarf der Nutzer gerecht wird. In den letzten Monaten wurden die vorbereitenden Entwicklungsarbeiten mit der europäischen Raumfahrtindustrie und der Anwendungs- und Dienstleistungsbranche intensiviert.

Die Entwicklung kritischer Technologien, etwa der Atomuhren und der Signalgeneratoren, mit denen die 30 Satelliten des Galileo-Systems ausgestattet werden sollen, geht planmäßig voran. Die Architektur des Bodensegments wurde weiter ausgefeilt, um die Errichtungs- und Betriebskosten zu senken. Die Arbeiten am Galileo-Systemprüfstand werden in Kürze anlaufen.

Anmerkungen für die Redakteure:

Mit Galileo, einem Gemeinschaftsvorhaben von ESA und EU, bekommt Europa ein eigenes globales Satellitennavigationssystem. Das unter ziviler Kontrolle stehende System wird einen hochpräzisen, garantierten, weltumspannenden Ortungsdienst bieten und dabei mit den beiden vorhandenen globalen Systemen, GPS und GLONASS, verbundfähig sein; der Nutzer wird also in der Lage sein, mit ein und demselben Empfänger aus den Signalen aller anpeilbaren Satelliten in jeder beliebigen Kombination seine Position zu bestimmen. Mehr noch: Mit seinem Doppelfrequenzstandard wird Galileo eine Echtzeitortung mit einer Genauigkeit im Meterbereich ermöglichen, was bisher noch kein öffentlich zugängliches System schafft, und den Nutzer in Sekundenschnelle über den Ausfall eines Satelliten informieren. Dadurch eignet sich Galileo für sicherheitskritische Anwendungen wie das Steuern von Zügen und Autos und das Landen von Flugzeugen.

Das Gesamtsystem besteht aus 30 Satelliten (d.h. 27 operationellen und 3 aktiven Reservesatelliten) auf drei kreisförmigen Erdumlaufbahnen in 23 616 km Höhe mit einer Bahnneigung von 56° zum Äquator. Die Galileo-Navigationssignale werden auch auf höchsten nördlichen und südlichen Breitengraden problemlos zu empfangen sein. Die große Zahl der Satelliten und die Optimierung der Konstellation sowie die Präsenz der drei aktiven Reservesatelliten werden gewährleisten, daß der etwaige Ausfall eines Satelliten keine Beeinträchtigung des vom Nutzer empfangenen Signals zur Folge hat.

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