ESA und DLR unterzeichnen Vertrag über Columbus-Kontrollzentrum

Columbus - künstlerische Darstellung
27 März 2003

Der Direktor der ESA für Bemannte Raumfahrt, Jörg Feustel-Büechl, wird am 31. März in Oberpfaffenhofen bei München mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) einen Vertrag im Wert von 37,7 Millionen Euro über die Entwicklung des Columbus-Kontrollzentrums für das europäische Labormodul Columbus auf der Internationalen Raumstation (ISS) unterzeichnen.

Columbus ist ein europäisches Wissenschaftslabor, das entwickelt wurde, um die europäische Forschung im Weltraum zu fördern. Es stellt den Eckstein des europäischen Beitrags zum ISS-Vorhaben dar und macht Europa zu einem der Hauptakteure des Raumstationsprogramms. Die ESA plant, das Labor im Oktober 2004 zu starten.

Die wichtigsten Funktionen des Columbus-Kontrollzentrums werden die Steuerung und Kontrolle der Columbus-Laborsysteme, die Bereitstellung und der Betrieb des europäischen Bodenkommunikationsnetzes für die Einrichtung und die Betriebskoordinierung für die europäischen Nutzlasten an Bord der ISS sein.

„Das Columbus-Labor und das Columbus-Kontrollzentrum sind grundlegende Elemente der europäischen Beteiligung an der Internationalen Raumstation“, betont Feustel-Büechl. „Die Unterzeichnung des Vertrags über das Columbus-Kontrollzentrum mit dem DLR zeigt das Engagement Europas im Raumstationsprogramm.“

Sobald das Columbus-Kontrollzentrum in den Räumlichkeiten des Deutschen Raumfahrtkontrollzentrums (GSOC) des DLR in Oberpfaffenhofen errichtet ist und ab 2004 seinen Betrieb aufnehmen kann, wird das DLR im Rahmen eines weiteren Vertrags mit der ESA die Verantwortung für seine Verwaltung übernehmen und für die ESA den gesamten orbitalen Betrieb des Columbus-Labors koordinieren und unterstützen. Für den für Oktober 2004 geplanten Columbus-Montageflug und den anfänglichen Betrieb des Labors wird ein integriertes Flugkontrollteam aus Bediensteten des DLR, der Firma Astrium und der ESA unter der Leitung eines ESA-Flugdirektors zuständig sein. Der weitere Betrieb wird dann unter die Verantwortung eines vom DLR geführten Flugkontrollteams für das Columbus-Labor mit bis zu 90 Mitarbeitern fallen. Das Team wird für den gesamten Betrieb des Labors gegenüber der NASA und den anderen ISS-Partnern im Namen der ESA handeln.

Columbus Laboratory (Cutaway view)
Columbus (Ausschnitt)

Das Columbus-Kontrollzentrum muß rechtzeitig betriebsbereit sein, um Bodenkommunikationsdienste für das ESA-Kontrollzentrum für das Automatische Transferfahrzeug (ATV) im französischen Toulouse bereitstellen zu können. Das erste ATV soll im September 2004 mit einer Ariane-5 von Kourou in Französisch-Guayana gestartet werden, um die ISS mit Nachschub zu versorgen und sie wieder in eine höhere Umlaufbahn zu bringen.

Mit der Vergabe dieses Vertrags würdigt die ESA die langjährige Erfahrung und Kompetenz des DLR in Oberpfaffenhofen beim Management des bemannten Raumflugbetriebs. Das DLR ist seit 35 Jahren im Betrieb von Raumfahrzeugen und seit der ersten europäischen Spacelab-Mission im Jahr 1983 auch im Management bemannter Weltraummissionen tätig. Seit 1998 arbeiten außerdem DLR-Fachleute am Entwurf und an der Vorbereitung des Columbus-Kontrollzentrums mit.

Medienvertreter, die der Vertragsunterzeichnung am 31. März um 11.00 Uhr beiwohnen wollen, werden gebeten, das unter den Links aufgelistete Anmeldeformular auszufüllen.

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