ESOC: Empfangszentrale der außerirdischen Signale

Majestätisch ragt der Koloss in den Himmel Australiens
Majestätisch ragt der Koloss in den Himmel Australiens

Der Bau der Raumsonde ist nur ein Teilbereich der Mission. Mars Express muss gesteuert, gelenkt, überwacht und die Ergebnisse seiner Instrumente müssen empfangen werden. Das geschieht am Europäischen Satellitenkontrollzentrum ESOC in Darmstadt. Es ist für alle von der ESA betriebenen Satelliten und Raumsonden verantwortlich. Zur Erfüllung seiner Aufgaben verfügt das ESOC über ein weltweites Netzwerk von Bodenstationen mit entsprechend leistungsfähigen Sende- und Empfangsantennen.

Für den Betrieb von Raumsonden, die sich jedoch Millionen Kilometer von der Erde entfernen, sind besondere Antennen mit großen Durchmessern nötig, um die schwachen Signale noch aufnehmen zu können. Über entsprechende Großantennenanlagen für derartige Missionen verfügten in den 90er Jahren nur die USA (NASA Deep Space Network) sowie Russland. Zur Absicherung ihrer anspruchsvollen interplanetaren Missionen – hierzu gehören Mars Express, Venus Express, die Mondsonde SMART-1 und der Kometenjäger Rosetta – begann daher die ESA, ebenfalls derartige Anlagen zu errichten. Am 5. März 2003 konnte sie in New Norcia, 150 Kilometer nördlich der westaustralischen Stadt Perth, ihre erste Bodenstation für interplanetare Missionen feierlich in Betrieb nehmen. Damit war der Betrieb von Mars Express gesichert. New Norcia war jedoch nur die erste Station von insgesamt drei mit Riesenantennen von 35 Metern Durchmesser, die zusammen das ESA-Netzwerk für sogenannte „Deep Space“ Missionen bilden. 2005 konnte die zweite Antenne bei Cebreros in Spanien in Betrieb genommen werden. Eine dritte Einrichtung wurde Ende 2012 in der Nähe von Malargüe in Argentinien eröffnet und ist seit diesem Jahr in vollem Betrieb.
 Die drei Stationen werden  vom Bodenkontrollzentrum der Europäischen Raumfahrtorganisation, dem European Space Operations Centre (ESOC), in Darmstadt betrieben und arbeiten weitgehend automatisch. An das ESOC fließen auch die Daten der anvisierten Raumsonden und aus Darmstadt werden, wenn nötig, Kommandosignale für die Raumsonde an eine der jeweiligen in Kontakt stehenden Antennen gesendet.
 
 

Der Kontrollraum für Mars Express am ESOC

Die einlaufenden Forschungsdaten von Mars Express sind für die Wissenschaftler in ihrer Rohform noch nicht brauchbar. Sie müssen aus dem laufenden Datenstrom nach Instrumenten geordnet extrahiert werden, Störungen im Signal sind zu beseitigen und schließlich sind sie in ein vereinbartes Datenformat zu bringen, mit dem die Forscher arbeiten können. Diese erste Bearbeitung geschieht am ESOC. Anschließend werden die Datensätze an das European Space Astronomy Centre (ESAC) in Villanueva de la Canada bei Madrid übergeben, wo eine weitere Aufbereitung erfolgt. Von dort erhalten die jeweiligen Forschergruppen dann ihre Daten.

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