Bild des Einschlags der SMART-1

Eine smarte Art auf den Mond zu stürzen

13 September 2012

Am Morgen des 3. Septembers 2006 erhellte ein kurzer Blitz das Gebiet „Lake of Excellence“ auf dem Mond, als die SMART-1-Mission der ESA ihrem Schicksal auf der staubigen Oberfläche entgegen sah.

Die 2003 gestartete SMART-1 war die erste europäische Raumsonde, die mit nur 80 kg Xenon-Treibstoff zum Mond flog und diesen umkreiste.

„Der Weg ist das Ziel“
Als Abkürzung für Small Missions for Advanced Research in Technology verwendete SMART-1 sehr sparsame Ionenantriebskraft für ihre Reise zum Mond, testete neue Kommunikations- und Navigationstechniken und führte eine Batterie von miniaturisierten wissenschaftlichen Instrumenten mit.

Sie vervollständigte eine umfangreiche Aufnahme von chemischen Schlüsselelementen der Mondoberfläche, bildete Einschlagkrater ab, studierte die vulkanischen und tektonischen Prozesse, die den Mond formten und ermittelte Standorte für zukünftige Erforschung.

Ähnlich wie ihre Vorgänger durch die Gesetze der Schwerkraft verdammt waren, war die SMART-1 von Anfang an dazu bestimmt, ihrem Schicksal auf der Mondoberfläche entgegenzusehen.

Heute vor sechs Jahren wurde der Satellit an dem im Bild eingekreisten Standort, der sich innerhalb des Gebiets Lake of Excellence auf mitsüdlichem Breitengrad auf der zur Erde gerichteten Seite des Mondes befindet, kontrolliert zum Absturz gebracht.

Das Bild ist Teil eines größeren Mosaiks, das während der letzten Mondumkreisungen der Raumsonde entstanden ist. Es erfasst eine Vielzahl geologischer Eigenschaften, wie vulkanische Flächen, Berge und Einschlagkrater unterschiedlicher Größen.

SMART-1 and the Moon
SMART-1 umkreist den Mond

Die SMART-1 traf wahrscheinlich die Seite eines Bergs in einem flachen Winkel von 5-10 Grad und mit einer Geschwindigkeit von etwa 2 km/s. Gesteuert wurde die Sonde vom europäischen Satelliten-Kontrollzentrum ESA/ESOC in Darmstadt.

Observatorien auf der ganzen Welt sahen den resultierenden Blitz beim Einschlag und die dabei aufgewirbelten Staubwolken.

Schätzungen zufolge hinterließ die SMART-1 einen 3-10 m breiten und vielleicht einen Meter tiefen Krater. Wissenschaftler hoffen nun, den Krater mithilfe von neuem hochaufgelöstem Datenmaterial zu lokalisieren.

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