Europäisches Institut für Weltraumpolitik gegründet

Vertragsunterzeichnung: Hubert Gorbach (links), Jean-Pol Poncelet
27 November 2003

Wien wird Zentrum der Europäischen Weltraumpolitik. Mit der Unterzeichnung der Gründungsurkunde am 26. November 2003 durch Österreichs Vizekanzler Hubert Gorbach, ESA-Direktor Jean-Pol Poncelet sowie ASA-Direktor Klaus Pseiner entsteht in der Donaumetropole das ESPI-Institut – Europas Denkfabrik für Weltraumpolitik und zentrales europäisches Forum für strategische Weltraumfragen.

Mehr denn je ist es erforderlich, dass das politisch wachsende Gebilde „Europa“ mit einer Stimme spricht. Das betrifft auch den sensiblen Bereich der Schlüsseltechnologie Raumfahrt. Daher beschloss die Europäische Weltraumorganisation ESA im Dezember 2002, ein European Space Policy Institute (ESPI) in Wien zu errichten.
Österreich konnte sich dabei gegen starke, internationale Konkurrenz durchsetzen. Immerhin hatten sich um den Sitz Länder wie Frankreich, Italien, Spanien, England und Belgien beworben.

Grundsteinlegung für ein „Think Tank“

Gründungsurkunde des Europäischen Instituts für Weltraumpolitik

Elf Monate nach der Beschlussfassung war es dann soweit: Am 26. November unterzeichneten Österreichs Vizekanzler Hubert Gorbach, der ESA-Direktor für Strategie und Außenbeziehungen, Jean-Pol Poncelet, sowie der Direktor der Österreichischen Raumfahrtagentur ASA, Klaus Pseiner, in der Donaumetropole die Gründungsurkunde für das ESPI-Institut.
„Ein „Think Tank“, wie es ESPI sein soll, ist heute nötiger denn je“, erklärte Gorbach. Er sei sicher, „dass die Kooperation zwischen ESA und ASA – die beiden Vertragspartner – ein gutes Fundament für ESPI ist“. Daher hoffe er „natürlich auf viele weitere Partner, allen voran die Europäische Kommission.“

Wien wurde damit Sitz einer Einrichtung, die für die Zukunft Europas im All von großer Bedeutung ist. Das neu gegründete unabhängige Institut soll in erster Linie Forschungseinrichtungen vernetzen, Langzeitstrategien zur Positionierung Europas in der Raumfahrt entwickeln, Entscheidungshilfen bei der Festlegung weltraumpolitischer Strategien leisten, weltraumtechnische Anwendungen klären, Fragen der Weltraumpolitik erörtern und zu globalen Problemen Stellung beziehen.
Mit anderen Worten: ESPI soll als „Denkfabrik“ für die strategische Ausrichtung der europäischen Raumfahrtindustrie und Weltraumpolitik fungieren, eine Art „Rat der Weisen der Weltraumstrategie“ bilden. All diese Themen erfordern enge Bindungen und Beziehungen sowohl zwischen den Forschern untereinander als auch gegenüber Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit.

Ausbau der Denkfabrik

Das im Aufbau befindliche ESPI ist derzeit noch in den Räumlichkeiten der Österreichischen Weltraumagentur ASA untergebracht. Gegenwärtig laufen Ausschreibungen um den Posten des Generalsekretärs von ESPI, an denen sich kompetente Persönlichkeiten aus den 15 ESA-Staaten und dem ESA-Beitrittskandidaten Griechenland beteiligen können. Aus den eingehenden Bewerbungen sucht ein „Search Committee“ unter Leitung des ASA-Aufsichtsratsvorsitzenden und Ex-Außenministers Peter Jankowitsch dann den geeignetsten Kandidaten aus, der im 1. Quartal 2004 das Kommando übernimmt.
In den kommenden Jahren soll ESPI zu einer mit acht bis zwölf Spitzenwissenschaftlern besetzten Einrichtung mit dem Status eines Vereins ausgebaut werden.

Wien und das Weißbuch

Die Donaumetropole Wien aus dem Kosmos
Die Donaumetropole Wien aus dem Kosmos

Mit der Gründung des Europäischen Instituts für Weltraumpolitik ESPI in Wien wird die Einbindung Österreichs in die europäischen Weltraumnetzwerke entscheidend verstärkt. Österreich ist ein verlässlicher Lieferant von Hightech-Lösungen für die europäische Raumfahrt, vor allem in den Bereichen Elektronik, Software, Mechanik und Materialwissenschaften.
Darüber hinaus ist die Donaumetropole nach New York und Genf das dritte Zentrum der Vereinten Nationen, das hier mit zahlreichen Einrichtungen vertreten ist. Auch das Weltraumbüro der Vereinten Nationen hat seinen Sitz in Wien. Neben der internationalen Anbindung dürfte sich die geographische Nähe zu den neuen EU-Beitrittsländern als Vorteil erweisen.

Besonderes Gewicht erhält das ESPI jedoch vor dem Hintergrund des jüngst veröffentlichten Weißbuchs der EU-Kommission zur europäischen Raumfahrtpolitik. Es leitet eine Debatte über die mittel- und langfristige Nutzung der Raumfahrt sowie über die Raumfahrtpolitik Europas ein.

Kontakte:

Andrea Vena
ESA, Directorate of Strategy and External Relations
Tel: + 33(0)1.53.69.7375
Fax: +33(0)1.53.69.7750

Michel A. Jakob
ESPI Contact Point
Austrian Space Agency
Tel. + 43(0)1.403.81. 7726
Fax. + 43(0)1.405. 8228
mjakob@asaspace.at

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