Europas Leuchtturmprojekt GMES

Fernerkundungssatelliten überwachen für GMES die Erde
10 April 2007

Die Weichen für das anspruchsvolle europäische Umwelt- und Sicherheitsüberwachungsprojekt GMES sind gestellt. Nun gilt es, die notwendige Infrastruktur sowie tragfähige Steuerungs- und Finanzierungsstrukturen zu entwickeln. Hierzu findet am 17. April 2007 eine eintägige Fachkonferenz im Haus der Bayerischen Wirtschaft in München statt.

GMES (Global Monitoring for Environment and Security) ist ein gemeinsames Programm der Europäischen Union und der ESA zur komplexen Überwachung der Erde mit maritimen, boden-, flugzeug- und weltraumgestützten Sensoren, um Politikern und Fachleuten Daten für vielfältige umwelt-, wirtschafts-, verkehrs- oder sicherheitspolitische Entscheidungen zu geben. Das betrifft sowohl globale Probleme wie die Überwachung der Einhaltung internationaler Übereinkünfte als auch die Bereitstellung von Informationen für örtliche Behörden zur Lokalisierung von Problemen oder bei Katastrophenfällen.
GMES soll zudem Europa den unabhängigen Zugang zu Informationen über Umwelt, Klimawandel und Sicherheit ermöglichen und langfristig sicherstellen.

Globale Informationen für alle Europäer

Für GMES ist es entscheidend, die bereits in vielen europäischen Ländern bestehenden Datenerfassungssysteme vielfältigster Art von Behörden, Institutionen sowie Forschungseinrichtungen miteinander zu verknüpfen und die Aktivitäten zu bündeln. So werden beispielsweise die deutschen Erdbeobachtungsmissionen TerraSAR-X, RapidEye und EnMap in das System integriert.

Oberstes Ziel von GMES ist es, der Nachfrage nach Informationen auf Seiten der europäischen, nationalen, regionalen und lokalen Entscheidungsträger und Nutzer – Regierungen, Behörden, Privatindustrie, Forschungsinstitutionen, Universitäten und Bürger – gerecht zu werden.
Als Erstes werden drei themenbezogene Dienste bis 2008 realisiert. Das betrifft die Bereiche Landnutzung, Seewesen und Katastrophenfälle. Weitere Dienste folgen später.

Der Direktor des Erderkundungsprogramms der ESA, Dr. Volker Liebig, beschreibt die Zukunft des ehrgeizigen GMES-Projektes wie folgt: „Im Jahre 2015 soll Europa eigenständig in der Lage sein den Zustand der Umwelt weltweit oder in jeder europäischen Region zu kennen.“

Europäische Satellitenflotte zur Überwachung der Umwelt

Mt. Etna, Sicily
Ätna spukt Rauch aus - Aufgenommen von Envisat

Die Aktivitäten zur Entwicklung und Koordination der notwendigen Weltraum- und Bodeninfrastruktur laufen. Die Weltraumkomponente wird verschiedene Satellitenmissionen umfassen, die sich zurzeit im Rahmen des „Living Planet“-Programms der ESA in Entwicklung befinden. Sie vollziehen damit den Übergang von der Ära ERS/Envisat zum Sentinel-Programm für GMES. Sentinel (deutsch: Wächter oder Wachposten) umschreibt sehr gut die künftige Aufgabe der europäischen Satellitenflotte, die im Wesentlichen in der Überwachung der globalen Umwelt besteht.

Münchner Roadmap für GMES

Die Konferenz, die am 17. April 2007 im Haus der Bayerischen Wirtschaft München stattfindet, steht unter dem Motto "Der Weg zum Europäischen Erdbeobachtungssystem GMES". Sie wird ein hochrangiges Forum für alle wichtigen Partner des europäischen Projekts bilden. Als Konferenzergebnis soll eine „Munich Roadmap“ entstehen, die alle Anforderungen an Systemarchitektur, Langfristmanagement und Finanzierungsstrukturen präsentiert.

Nähere Informationen zur Veranstaltung in München finden Interessierte auf der speziell eingerichteten Internetseite des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS).

Interview mit Volker Liebig, ESA-Direktor für Erdbeobachtung

Dr. Volker Liebig sprach mit ESApod über das GMES-Programm, dessen Beitrag zum Klimaschutz und Ziele der bevorstehenden Konferenz in München.

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