Eyharts und Schlegel aktivieren Columbus-Labor

Die Astronauten bei der Arbeit an Columbus
13 Februar 2008

Der französische ESA-Astronaut Leopold Eyharts hat gestern, am 12. Februar 2008 um 15:08 Uhr MEZ zum ersten Mal das europäische Forschungslabor betreten. Zusammen mit seinem deutschen Kollegen Hans Schlegel hatte er zuvor begonnen, Columbus zu installieren und die technischen Einrichtungen zu aktivieren. Damit ging die Steuerung an das Columbus-Kontrollzentrum im Raumfahrt-Kontrollzentrum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München über.

Etwa 75 Wissenschaftler und Ingenieure werden dort die europäischen Aktivitäten auf der Internationalen Raumstation steuern.

Als Leopold Eyharts am Nachmittag erstmals durch die kurz zuvor geöffnete Luke vom Harmony-Knoten in das Columbus-Labor schwebte, trug er eine Atemmaske und eine Schutzbrille. Er meldete zur Erde: "Auf den ersten Blick sieht Columbus gut aus." Kurze Zeit später wurden die Strom- und Wasserversorgung an die Raumstation angeschlossen worden und die Datenverbindungen hergestellt.

Ein großartiger Moment

Columbus wurde am Montag an die ISS angeschlossen

Leopold Eyharts sagte bei der Inbetriebnahme: "Houston und München, Hans und ich sind beide hier - bereit das Columbus-Labor als erste zu betreten. In diesem Moment denken wir besonders an die Menschen in Europa und Amerika, die am Zustandekommen von Columbus mitgewirkt haben." Sein Kollege Hans Schlegel ergänzte: "Wir sind sehr stolz. Ich denke, nun beginnt eine neue Ära: Columbus und die Raumstation sind nun verbunden, für viele, viele Jahre Forschung im Weltraum - in internationalen Kooperationen. Dies ist ein großartiger Moment für uns."

Unterdessen hatte die Shuttle-Mannschaft Vorbereitungen für den morgigen Außenbordeinsatz von Hans Schlegel und Rex Walheim getroffen. Die beiden bezogen ab 24:00 Uhr MEZ ihr Nachtlager in der Luftschleuse, um in Vorbereitung des Weltraumausstiegs die Stickstoffkonzentration im Blut zu verringern. Der Ausstieg soll heute um 15:35 Uhr MEZ beginnen.

Deutsches Kontrollzentrum in internationaler Kooperation

“Wir freuen uns sehr, die Crew nun innerhalb des Columbus-Labors zu sehen,” sagte Alan Thirkettle, ISS-Programm-Manager der ESA. “Wir freuen uns ebensosehr über die Tatsache, dass das Columbus-CC [Kontrollzentrum] in Oberpfaffenhofen nun alle Aktivitäten kontrollieren wird.”

Das Columbus-Kontrollzentrum hat nunmehr nicht nur die Verantwortung für das europäische Weltraumlabor inne, sondern auch die Koordinierung des wissenschaftlichen Programms. Dabei wird das Kontrollzentrum in engem Kontakt mit dem Missionskontrollzentren der NASA in Houston und der RKA in Moskau stehen, die die zentrale Verantwortung für die ISS haben. Bezüglich seiner Arbeiten mit den wissenschaftlichen Nutzlasten stimmt sich das Columbus-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen mit dem ISS-Nutzlast-Zentrum in Huntsville (Alabama) ab, das die übergeordnete Verantwortung für alle Versuchsanlagen auf der Raumstation trägt.

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