Faszination Erde - Ausstellung in Graz

12 April 2006

„PLANET ERDE – Erkundung aus dem Weltall“ ist der Titel einer außergewöhnlichen Ausstellung über neue Sichtweisen aus dem All, die vom 19. April bis zum 11. Juni 2006 im Landesmuseum Joanneum in Graz gezeigt wird. Die von der ESA unterstützte Ausstellung ist Teil der in Graz stattfindenden Weltraumkonferenz zur „Globalen Überwachung von Umwelt und Sicherheit“ (GMES).

Sehen heißt: Neues entdecken. Der Blick aus dem All lässt uns Menschen viele Zusammenhänge auf der Erde besser verstehen. Satellitenbilder sind zu einer unverzichtbaren Grundlage für unsere moderne Gesellschaft geworden: für neue wissenschaftliche Erkenntnisse, Verfahren und für vielfältige konkrete Anwendungen im täglichen Leben. Was Satellitenbilder zur Erderkundung beitragen und wie nachhaltig Veränderungen der Umwelt das Erscheinungsbild unseres Planeten beeinflussen, das zeigt die Ausstellung „PLANET ERDE – Erkundung aus dem Weltall“ im Landesmuseum Joanneum in Graz.

Auf zwei Etagen des Landesmuseums haben die Organisatoren von der Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH – eine der größten außeruniversitären Forschungseinrichtungen Österreichs – zusammen mit dem österreichischen Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie sowie dem Bundesland Steiermark eine Erlebniswelt rund um das Thema Geofernerkundung mittels Satelliten geschaffen. Unterstützung erhalten die Organisatoren u.a. von der Europäischen Weltraumorganisation ESA, von Eumetsat, der FFG, der TU Graz sowie von AustroSpace, der Vereinigung der österreichischen Weltraumindustrie.

Vom Globus zum Umweltspäher im All

Envisat (Artist's view)
ESA-Umweltsatellit Envisat im Orbit in 800 km Höhe

Die Besucher erfahren nicht nur Wissenswertes über die atemberaubenden Möglichkeiten heutiger Satellitentechnologie, sondern begeben sich gewissermaßen auf eine „Zeitreise“. Der Bogen wird dabei von der historischen Betrachtung unseres Heimatplaneten, dargestellt durch Atlanten und Globen, über die ersten Luftbilder und Sensoren an Ballonen bis zu heutigen Satelliten-Aufnahmen gespannt. Beeindruckende Modelle der ESA-Umweltsatelliten ERS und Envisat, des experimentellen Kommunikationssatelliten Artemis sowie der Trägerrakete Ariane 5 umrahmen die Ausstellung.

Besonderen Wert legen die Organisatoren auf die Darstellung österreichischer Anwendungen der Satellitenfernerkundung. Ein breites Spektrum nimmt hier die Landnutzung ein: Exakte Erfassung der Flächen hinsichtlich Größe und Nutzungsart. Gefragt ist aber auch die Bewertung landschaftlicher Veränderungen durch Besiedlung, Landwirtschaft und Tourismus oder die Überwachung von Gletschern. Für ein Land, das durch eine schwer zugängige Bergwelt und zunehmenden Tourismus geprägt ist, bilden Luft- und Satellitenbilder wertvolle Entscheidungshilfen.

Eine virtuelle Flugreise in 3 D

Die Besucher erwartet ein großes Angebot an Informationen und Darstellungen: Einzigartig sind die aus aufbereiteten Satellitendaten erzeugten Hologramme, die anschaulich Veränderungen der Erde nach Naturkatastrophen zeigen. Die verheerenden Schäden, die der Tsunami im Dezember 2004 in Asien anrichtete, dokumentieren beeindruckende Satellitenbilder vor und nach der Flut. Live-Bilder der Erde aus der geostationären Umlaufbahn liefert eine Empfangsstation für die Daten des europäischen Wettersatelliten METEOSAT. Zudem können interessierte Besucher weitere Multimedia-Angebote der ESA und der europäischen GMES-Initiative nutzen. Auf „Kleine“ Forscher wartet übrigens ein Gewinnspiel mit tollen Preisen.

Zum Highlight der Ausstellung dürfte sicherlich der futuristische Teil avancieren. Ausgestattet mit 3D-Brillen „fliegen“ die Teilnehmer der Vorführung über computeranimierte virtuelle dreidimensionale Landschaften. Die in IMAX-Kinotechnologie erstellten Videos vermitteln dem Betrachter einen detailgetreuen Eindruck von der Qualität hochauflösender Satellitenaufnahmen.

GMES: Komplexe Erkundung des Planeten aus dem All und von der Erde

Alps and Northern Italy
Die Alpen, wie Envisat sie sieht

Die Ausstellung wird aus Anlass der EU-Konferenz zur GMES-Initiative (Global Monitoring for Environment and Security), die am 19. und 20. April an der Karl-Franzens-Universität Graz stattfindet, organisiert. GMES ist eine gemeinsames Programm der Europäischen Union und der ESA zur komplexen Überwachung der Erde mit boden- und weltraumgestützten Sensoren, um Politikern und Fachleuten Daten für vielfältige umwelt-, wirtschafts-, verkehrs- oder sicherheitspolitische Entscheidungen zu geben. Das betrifft sowohl globale Probleme wie beispielsweise die Überwachung der Einhaltung internationaler Klimaabkommen als auch die Bereitstellung von Informationen für örtliche Behörden zur Lokalisierung von Problemen oder bei Katastrophenfällen.
Für die Weltraumkomponente zuständig ist die ESA, die dafür eine Serie verschiedener Satellitenmissionen entwickelt sowie die bestehenden europäischen und nationalen Missionen in das Gesamtsystem der Datenerfassung und -auswertung integriert.
GMES befindet sich derzeit in der Implementierungsphase, die 2007/2008 abgeschlossen sein soll, um dann in die operationelle Phase überzugehen.

Informationen und Anmeldung:

Die Ausstellung PLANET ERDE – Erkundung aus dem Weltall ist zu besichtigen:
Zeitraum: vom 19. April bis 11. Juni 2006
Ort: im Landesmuseum Joanneum Graz, Neutorgasse 45, 8010 Graz
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag: 10.00 bis 18.00 Uhr, Donnerstag bis 20.00 Uhr
Kostenlose Schul- und Gruppenführungen nach Voranmeldung möglich

Anmeldung:
Tel.: +43 316 69 55 80-13
INFO @PLANET-ERDE.AT
WWW.PLANET-ERDE.AT

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