Fünf Jahre ENVISAT – und die Erfolgsstory geht weiter

Der tropische Wirbelsturm Gamede, aufgenommen von ENVISAT am 23.2.2007
7 März 2007

Die Geschichte des ESA-Umweltspähers ENVISAT ist eine europäische Erfolgsstory. Seit nunmehr fünf Jahren nimmt der vom Europäischen Satellitenkontrollzentrum ESOC in Darmstadt gesteuerte weltweit größte und komplexeste Erdbeobachtungssatellit die Umweltsituation unseres blauen Planeten unter die Lupe. Seine zehn Hightech-Instrumente liefern dabei jenes detaillierte Basismaterial über seinen Gesundheitszustand, das als Grundlage politischer Entscheidungen zum wirkungsvollen Schutz der einzigartigen planetaren Umwelt dient.

ENVISAT, Europas grosser Umweltsatellit, begeht seinen fünften Jahrestag im Orbit. Am 28. Februar 2002 brachte eine Ariane 5 bei einem nächtlichen Bilderbuchstart vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana den acht Tonnen schweren Satelliten in die vorgesehene sonnensynchrone Umlaufbahn in 800 Kilometer Höhe. Seitdem hat ENVISAT die Erde mehr als 26 000 Mal umrundet und dabei weit über eine Milliarde Kilometer zurückgelegt. Diese Strecke entspricht einer Reise zum Gasgiganten Jupiter und zurück. Es gibt also Grund zum Feiern.

Hochkarätiger Datenstrom

Jeden Tag übermittelt ENVISAT durchschnittlich 280 Gigabyte an Daten zur Erde – sowohl reine Messwerte als auch Bildinformationen. Damit haben die an Bord des Umweltspähers befindlichen zehn wissenschaftlichen Instrumente bislang insgesamt 500 Terabyte an hochkarätigem Basismaterial geliefert.
Dieses über Tage, Wochen, Monate und nunmehr bereits seit fünf Jahren angesammelte Datenmaterial vermittelt den Wissenschaftlern ein umfassendes Bild sowohl der aktuellen Umweltsituation als auch sich abzeichnender Entwicklungstendenzen auf dem blauen Planeten. Die ENVISAT-Daten bilden zudem eine wichtige Grundlage für das Programm zur Globalen Umwelt- und Sicherheitsüberwachung GMES (Global Monitoring for Environment and Security). Im Rahmen von GMES soll die Analyse von Satellitendaten zu vielfältigen direkten Anwendungen führen, die über die reine Grundlagenforschung hinausgehen.

Größtes europäisches Erderkundungs-Symposium

Vom 23. bis zum 27. April 2007 findet im schweizerischen Montreux das ENVISAT-Symposium 2007 statt. Auf diesem mit 800 Teilnehmern bislang größten Erdbeobachtungs-Symposium der Europäischen Weltraumorganisation werden die Ergebnisse aktueller Forschungsprojekte vorgestellt, die die Wissenschaftler auf der Datenbasis von ENVISAT und anderer ESA-Satelliten gewinnen konnten.

Missionsdauer verlängert

Der Geburtstag des ESA-Erdbeobachters ist diesmal ein ganz besonderes Datum: Er markiert das Ende der nominellen Betriebszeit von ENVISAT, denn ursprünglich sollte Europas Umweltspäher nach fünf Jahren im Orbit den Dienst quittieren. Weil der punktgenau auf seiner Erdumlaufbahn abgesetzte Satellit aber weniger Treibstoff für Bahnkorrekturen verbraucht hat als zunächst angenommen, ist eine Verlängerung der Betriebsdauer technisch möglich. Und so haben die ESA-Mitgliedstaaten angesichts der Leistungsfähigkeit und der immensen Bedeutung von ENVISAT beschlossen, die Finanzierung der Mission bis 2010 zu verlängern.

Die nachfolgenden vier Bildergalerien sollen einen Überblick über die Ergebnisse der fünfjährigen ENVISAT-Mission geben. Wenn Sie sich die Bilder ansehen möchten, dann klicken Sie bitte auf die nachstehenden Abbildungen.

Atmosphäre

ENVISAT ermittelt ein genaues Bild vom Zustand der Erdatmosphäre. Der Satellit beobachtet die Veränderungen im Strahlungshaushalt der Erde, den Abbau der Ozonschicht, erfasst die Aerosol- und Schadstoffkonzentrationen sowie die durch Abgase von Verkehrsflugzeugen erzeugten Kondensstreifen.

Landflächen

ENVISAT ermittelt die Verteilung von Siedlungen sowie von land- und forstwirtschaftlichen Nutzflächen, erfasst millimetergenau Veränderungen der Erdoberfläche durch Erdbeben und Bodenabsenkungen, überwacht die Vegetation und vermittelt so ein genaues Bild vom Zustand der Landmassen.

Weltmeere

ENVISAT ermittelt ein genaues Bild von Zustand der Weltmeere. Der Satellit erfasst wichtige Parameter, wie die Oberflächentemperatur der Meere, die Höhe des Meeresspiegels sowie die Verteilung des winzigen Meeresplanktons. Außerdem ist der Satellit in der Lage, illegale Fischereiaktivitäten aufzudecken, Ölteppiche aufzuspüren sowie Meeresströmungen und -wirbel zu erfassen.

Eisflächen

ENVISAT zeichnet Veränderungen durch Klimaeinflüsse auf, hält nach Warnzeichen für Veränderungen im „Albedo“ genannten Rückstrahlvermögen von Schnee und Eis Ausschau und ermittelt mit höchster Präzision Eisausdehnung und Gletschergeschwindigkeit. Auf diese Weise vermittelt der ESA-Umweltsatellit ein genaues Bild vom Zustand der irdischen Kryosphäre.

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