ILA 2002: Die größte deutsche Luft- und Raumfahrtmesse

Antonia Rodotá auf der Pressekonferenz in Berlin
Antonio Rodotà auf der Pressekonferenz in Berlin
7 Mai 2002

Mit einer Rekordbeteiligung von 1067 Ausstellern aus 40 Ländern und großen Erwartungen begann am 6. Mai die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA 2002 auf dem Südgelände des Flughafens Berlin-Schönefeld. Sie ist bis zum 12. Mai täglich zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet, für das allgemeine Publikum vom 9. bis 12. Mai.

SPACE WALK: Faszination Raumfahrt

Eine der größten Anziehungspunkte der alle zwei Jahre in Berlin stattfindenden Messe ist traditionell die Raumfahrthalle. Die aktuelle Ausgabe – sie firmiert unter dem Titel SPACE WALK – ist die mit 1600 m2 Ausstellungsfläche bislang größte und zugleich attraktivste Halle aller ILAs. Durch ihren besonderen Erlebnischarakter werden die Besucher unmittelbar in das Raumfahrtgeschehen im Erdorbit oder im interplanetaren Raum einbezogen. Die Europäische Raumfahrtagentur ESA, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR sowie die deutsche Raumfahrtindustrie informieren hier sehr anschaulich über ihre aktuellen Missionen, künftigen Vorhaben sowie über den Nutzen der Raumfahrt für das tägliche Leben.

Weltpremiere: Raumgleiter-Projekt Phoenix

Raumgleiterprojekt Phoenix
Raumgleiter Phoenix

Star der Raumfahrthalle ist der unbemannte Raumgleiter Phoenix. Der 7 m lange und 1200 kg schwere Technologiedemonstrator soll bis Ende 2003 umfassenden Tests im Windkanal sowie im realen Landeanflug (Abwurftests) unterzogen werden. Ziel des Phoenix-Projektes ist die Senkung der Transportkosten je Kilogramm Nutzlast durch Entwicklung eines wiederverwendbaren Raumtransportsystems. Der spätere Original-Shuttle wird 50 m lang sein und eine Masse von 491 t haben. Er soll Europas Weltraumfahrt revolutionieren.

Galileo ist gesichert

Antonio Rodotà, Generaldirektor der ESA, sowie Sigmar Wittig, Vorstandsvorsitzender des DLR, stellten am Montag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in der Raumfahrthalle die wichtigsten europäischen Raumfahrtprogramme und –missionen vor. Schwerpunkte sind die Internationale Raumstation ISS, das Satellitennavigationssystem Galileo, die Weiterentwicklung der Ariane-Trägerrakete sowie eine noch engere europäische Zusammenarbeit.
Rodotà hob die Erfolge hervor, die seit der ESA-Ministerratstagung im November letzten Jahres zu verzeichnen waren. Hierzu gehören der erfolgreiche Start des weltweit anspruchsvollsten Umweltsatelliten Envisat mit einer Ariane 5 sowie die endgültige Entscheidung für den Aufbau des europäischen Satellitennavigations- und –ortungssystems Galileo. „Die Finanzierung ist gesichert!“, so Rodotà.
Gestalt nehme auch das Gemeinschaftsvorhaben der ESA mit der Europäischen Union zur „Globalen Umwelt- und Sicherheitsüberwachung“ (GMES) an.

Szenarien um ein Rettungsraumschiff

Probleme gebe es hingegen in der Zusammenarbeit mit der NASA, die das Rettungsraumschiff CRV (Crew Return Vehicle) aus Kostengründen streichen will. „Unsere Position ist klar“, wiederholte Rodotà mehrfach. Die ESA besteht auf Einhaltung der Verträge, die eine mindestens sechsköpfige Stammbesatzung auf der ISS vorsehen. Nur sie ermöglicht eine effektive Nutzung der Forschungsmodule, speziell von Columbus. Doch dies wiederum erfordert den Bau eines Rettungsraumschiffes CRV.
Zur Lösung des Problems werden in der ESA drei Szenarien diskutiert, von denen eines im Herbst beschlossen werden soll.
Szenario 1 schiebt die Fertigstellung des Raumgleiters weit in das Jahr 2007 hinaus. Da Columbus Ende 2004 an die ISS andocken soll, wäre diese Variante ungünstig.
Szenario 2: Das CRV wird – trotz bereits getätigter enormer Investitionen – nicht weiter gebaut. Stattdessen kauft man bei den Russen zusätzliche Sojus-Kapazitäten und koppelt zwei Kapseln als Rettungsraumschiffe an die ISS.
Szenario 3: Das „Save-Haven-Konzept“ (sichere Zuflucht) erfordert kein CRV. Im Notfall flüchten die Astronauten in ein ISS-Modul und warten auf das Eintreffen des nächsten Shuttle oder Sojus-Raumschiffes.

3-D-Reise durch das Sonnensystem

Der Lander Beagle2 von der Mars Express
Mars Express: der Lander Beagle 2

Die Besucher in der Raumfahrthalle können sich aber auch auf eine Rundreise durch unser Sonnensystem begeben: Die Marsoberfläche betreten, auf der der von Mars Express mitgeführte Lander Beagle 2 Spuren von Leben auf dem Roten Planeten sucht. Oder Rosetta zum Kometen Wirtanen begleiten, auf dem nach mehr als zehnjähriger Reise ein Labor abgesetzt werden soll – der Rosetta Lander. Und nachdem Sie sich real von der Größe des europäischen Columbus-Moduls überzeugt haben, können Sie anschließend virtuell mit Astronauten durch die Internationale Raumstation ISS spazieren. 3-D-Brillen ermöglichen einen eindrucksvollen Besuch der orbitalen Baustelle.

Vorführungen, Symposien, Workshops sowie Fernsehschaltungen zur Herstellerfirma Astrium-Raumfahrtinfrastruktur runden das Bild ab, das die Besucher hier täglich erwartet.

Ständig aktualisierte Informationen über das gesamte ILA-Programm finden Sie unter www.ila-berlin.de

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