Im Dreierpack zum Merkur

BepiColombo auf dem Weg zum Merkur
30 April 2007

Grünes Licht für die ESA-Flaggschiff-Mission BepiColombo zum Merkur: Raumsonden aus Europa und Japan sollen den innersten Planeten unseres Sonnensystems mindestens ein Jahr lang aus unterschiedlicher Distanz detailliert erkunden.

Nach dem kühlen Mars sowie der heißen Venus wendet sich die ESA nun dem noch weitgehend unerforschten Merkur zu.
Eine Reise zum innersten und zugleich kleinsten der terrestrischen Planeten des Sonnensystems ist jedoch kein einfaches Unterfangen. Hier herrschen am Tage Temperaturen, die Blei zum Schmelzen bringen. Nachts wird es so kalt, dass sich Sauerstoff verflüssigt. Doch die große Nähe zur Sonne ist nicht nur für extreme Temperatur- und Strahlungsverhältnisse verantwortlich. Auch die besonderen Bahneigenschaften des planetaren Winzlings erschweren ein Einschwenken in eine Bahn um Merkur enorm. Es steht also Pionierarbeit an.

Im Februar gab der ESA-Ausschuss für das Wissenschaftsprogramm (SPC) grünes Licht für die anspruchsvolle Flaggschiff-Mission BepiColombo zur Erkundung des sonnennächsten Planeten, die in Kooperation mit der japanischen Raumfahrtagentur JAXA durchgeführt wird.

BepiColombo besteht aus drei Komponenten: je einem europäischen und japanischen Orbiter sowie einem Antriebsmodul, das die beiden Sonden zum Merkur transportiert. Die gesamte Einheit wird etwa fünf Meter hoch sein und knapp drei Tonnen wiegen. Rund die Hälfte davon ist Treibstoff.

Der Start ist für August 2013 vom europäischen Weltraumhafen Kourou in Französisch-Guyana geplant. Als Trägerrakete dient eine Sojus 2-1B mit einer modifizierten Oberstufe Fregat-M. Nach einer Flugzeit von sechs Jahren wird BepiColombo im August 2019 sein Ziel erreichen und mit der umfassenden Erkundung des Merkur beginnen.

Im folgenden Special werden weitere interessante Details und spannende Hintergrundinformationen sowohl zur Merkurforschung als auch zur Mission BepiColombo beschrieben:

  1. Europa und Japan vereint zum Merkur
  2. Extremtemperaturen stellen die Ingenieure vor erhebliche Herausforderungen
  3. Merkur: Ein Planet voller Rätsel
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