Kleine Mission, große Wirkung

SMART-1 Mission, graphische Darstellung
8 März 2007

Die ESA-Mondmission SMART-1 ist zu einer Brücke in die Zukunft der Mondwissenschaft und -forschung geworden.

„SMART-1-Daten erweisen sich als hilfreich bei der Wahl zukünftiger Landestellen für unbemannte oder potenzielle bemannte Missionen. Die Instrumente der Sonde werden aufgerüstet und sind bei der nächsten Generation von Mondsatelliten wieder mit an Bord", erklärt Bernard Foing, Wissenschaftler des ESA SMART-1-Projekts. „Aus der spektakulären Aufprallkampagne kann sogar die NASA bei der Planung eines eigenen Absturzes über dem Mond Nutzen ziehen.”

Die SMART-1-Mission dauerte vom Start am 27. September 2003 bis zum gesteuerten Aufprall auf dem Mond am 3. September 2006. Während dieser Zeit lieferte der innovative technologische und wissenschaftliche Ansatz der Mission neue Lösungen für alte Probleme, die nun im Einklang mit den Empfehlungen der International Lunar Exploration Working Group (ILEWG) auf die nächste Generation von Mondmissionen zugeschnitten werden.

Die Miniaturkamera AMIE wog nur 2 kg und doch werden nun auf Grundlage der von ihr erzeugten Aufnahmen mögliche Landestellen für künftige Missionen ausgewählt. Entscheidend für die Wahl von Landestellen sind Kriterien wie etwa die wissenschaftliche Bedeutung des Gebiets, die Lande- und Betriebsfreundlichkeit sowie, im Fall einer Basis für Menschen, die Verfügbarkeit von Mondressourcen. SMART-1 hat Landestellen für Apollo und Luna sowie mögliche Landestellen für bemannte Missionen an den Mondpolen ausgemacht.

Bild der Aufprallstelle von SMART-1

Mit der Lieferung dreier Instrumente für die indische Mondmission Chandrayaan-1 setzt die ESA die Serie der technologischen Durchbrüche mit SMART-1 fort. Zwei dieser Instrumente sind direkte Nachfolger von SMART-1: das Infrarotspektrometer SIR2 und das Röntgenspektrometer C1XS. Bei dem dritten handelt es sich um SARA, einen Vorläufer des Instruments, das an Bord der ESA-Mission Bepi-Colombo zum Merkur fliegen wird.

ESA- und andere europäische Wissenschaftler arbeiten außerdem mit Japan zusammen, wo derzeit die enorme Mondsonde Selene fertig gestellt wird. Neben zwei Subsatelliten soll sie 300 kg komplexester Instrumente tragen und noch dieses Jahr starten.

Während der SMART-1-Mission stellte die ESA der chinesischen Regierung Daten über die Position der Raumsonde und die Übertragungsfrequenzen zur Verfügung. So konnte China durch Verfolgung von SMART-1 die eigenen Trackingstationen und Bodenoperationen testen. Dies war Bestandteil der Vorbereitungen für Chang’E 1, einen Orbiter, dessen Start für Oktober 2007 vorgesehen ist.

Gemeinsam mit der NASA arbeiten SMART-1-Experten an der Vorbereitung von LRO (Lunar Reconnaissance Orbiter), einem Orbiter, der neues Bildmaterial, Radardaten und sonstige für die weitere Erforschung unseres Trabanten notwendige Messungen liefern wird. Der Start von LRO ist für Ende 2008 eingeplant.

Dabei stellt die ESA die Erfahrungen der SMART-1-Aufprallkampagne in den Dienst der Vorarbeiten für LCROSS (Lunar Crater Observation and Sensing Satellite), der mit LRO in das All befördert wird. Das „Shepherd Spacecraft“ der Raumsonde LCROSS wird den Aufprall der abgeschalteten Oberstufe ihrer Trägerrakete in einem dunklen Mondkrater beobachten, bei dem, so erhofft man sich, Wasserdampfwolken entstehen. Dies wäre der Beweis für das Vorkommen von Eis auf der Mondoberfläche.

„Dank unseres SMART-1-Einsatzes haben wir Partnerschaften mit anderen Ländern schließen können, die uns nun den Schritt in die Zukunft der Mondforschung ermöglichen", so Foing. Im Rahmen des Symposiums "Why the Moon", das am 22. Februar 2007 in der International Space University in Straßburg stattfand, erläuterte Bernard Foing die Bedeutung des Vermächtnisses von SMART-1.

Weitere Informationen erteilt

Bernard Foing, ESA SMART-1-Projektwissenschaftler
Bernard.Foing @ esa.int

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