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    Living Planet 2 – Zukunft:
    Europas neue Erderkundungs-Missionen

    SMOS - die nächste Mission des Living Planet Programms

    Mit dem Start des Eisforschungssatelliten CryoSat beginnt die ESA ihr Erderkundungsprogramm „Living Planet“ in die Realität umzusetzen. In nahezu jährlichem Abstand folgen weitere Erdbeobachtungssatelliten. Jeder Satellit hat andere Aufgabenstellungen zu bewältigen. Bislang sind die nachfolgenden 6 Earth-Explorer-Missionen beschlossen:

    Satellit Forschungsziel geplanter Start
    1. CryoSat Erfassung der planetaren Eismassen 8. Oktober 2005
    2. GOCE Bestimmung des Erdschwerefeldes August 2006
    3. SMOS Bodenfeuchte, Salzgehalt der Meere Februar 2007
    4. ADM-Aeolus Dynamik der Erdatmosphäre September 2008
    5. SWARM
    Erdmagnetfeld und Klima 2009
    6. EarthCARE Wolken, Aerosole und Strahlung 2012

    Innerhalb des ESA-Programms „Living Planet“ erfolgt eine Differenzierung zwischen zwei Missionstypen:

    Core-Missionen Opportunity-Missionen
    GOCE CryoSat
    ADM-Aeolus SMOS
    EarthCARE SWARM

    GOCE: Bestimmung des Erdschwerefeldes

    GOCE in orbit

    GOCE ist – nach CryoSat – die zweite Earth-Explorer-Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA im Rahmen ihres Erderkundungsprogramms Living Planet.
    Ziel der mindestens zweijährigen Mission ist die hochpräzise Vermessung des Schwerefeldes der Erde. Damit übernimmt die ESA weltweit die Führungsrolle in Bezug auf die Erforschung des globalen Gravitationsfeldes der Erde mit höchster Genauigkeit. In der internationalen Wissenschaftsszene gilt das Projekt als technologischer Quantensprung für die Geowissenschaften. Die gewonnenen Daten werden zum einen detaillierten Aufschluss über den inneren Aufbau unseres Planeten geben und zur Erforschung von Erdbebenmechanismen beitragen. Zum anderen dienen sie klimatologischen sowie ozeanografischen Untersuchungen, wie der Messung eines möglichen Anstiegs des Meeresspiegels oder der Analyse von Meeresströmungen.


    SMOS: Bodenfeuchte, Salzgehalt der Meere

    The SMOS instrument

    SMOS (Soil Moisture and Ocean Salinity Mission) ist die dritte Earth-Explorer-Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA im Rahmen ihres Erderkundungsprogramms Living Planet.
    Mit SMOS sollen erstmals global und flächendeckend die Bodenfeuchte des Festlandes sowie der Salzgehalt der Ozeane kontinuierlich und systematisch erfasst werden. Beide Parameter – Bodenfeuchte und Salzgehalt – konnten bislang aus dem Weltraum nie global erfasst werden. Die Daten ermöglichen aber auch bessere Vorhersagen über extreme meteorologische Phänomene.

    Der etwa 685 kg schwere Satellit soll ebenfalls mit einer Rockot-Trägerrakete vom nordrussischen Kosmodrom Plessetsk gestartet und mindestens drei Jahre lang auf einer sonnensynchronen Umlaufbahn in rund 755 Kilometer Höhe operieren.

    ADM-Aeolus: Dynamik der Erdatmosphäre

    ADM-Aeolus

    ADM-Aeolus ist die vierte Earth-Explorer-Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA im Rahmen ihres Erderkundungsprogramms Living Planet.
    Im Visier dieser mehrjährigen Mission steht das rastlose Luftmeer der Erdatmosphäre. Für den Namen dieser Mission wählten die Schöpfer das Akronym für Atmospheric Dynamics Mission (ADM) und kombinierten es mit dem griechischen Gott Aeolus, dem König der Winde.

    ADM-Aeolus soll erstmals die Dynamik der Erdatmosphäre global erfassen, indem weltweit dreidimensionale Windprofile erstellt werden. Die Messungen dienen der genaueren Kenntnis der Windenergie und der atmosphärischen Zirkulation der Windsysteme. Die Wissenschaftler erhoffen sich aber auch weitere Erkenntnisse über Klimaphänomene wie El Niño oder La Niña. Die Daten dürften zu einer wesentlich neuen Qualität in der Wettervorhersage und in der Klimaforschung führen.

    SWARM: Erdmagnetfeld und Klima

    Swarm constellation

    SWARM (Schwarm) ist die fünfte Earth-Explorer-Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA im Rahmen ihres Erderkundungsprogramms Living Planet.
    SWARM soll die bisher genaueste Vermessung des Erdmagnetfeldes und seiner zeitlichen Veränderungen vornehmen. Die drei Satelliten, die die Swarm-Konstellation bilden, erfassen die Daten von polaren Umlaufbahnen aus 400 bis 550 Kilometer Höhe. Die Beobachtung aus dem Weltraum liefert einen einzigartigen Einblick in die Zusammensetzung und die Prozesse im Inneren der Erde. Außerdem ermöglicht die Mission Analysen des Einflusses der Sonne auf das System Erde.

    EarthCARE: Wolken, Aerosole und Strahlung

    EarthCARE ist die sechste Earth-Explorer-Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA im Rahmen ihres Erderkundungsprogramms Living Planet.
    Sie soll gemeinsam mit der Japanischen Raumfahrtagentur JAXA realisiert werden. Im Visier von EarthCARE (Earth Clouds, Aerosols and Radiation Explorer) stehen Wolken, Kleinstpartikel in der Atmosphäre sowie die atmosphärische Strahlung und ihre Beziehungen zueinander.

    Lange Zeit ist die Bedeutung der Wolken, Aerosole sowie der atmosphärischen Strahlung unterschätzt worden. Besonders Aerosole, allerfeinste feste oder flüssige Schwebstoffpartikel, spielen in der Chemie der Erdatmosphäre eine große Rolle. Sie sind auch für ein neues Ozon-Phänomen am Nordpol verantwortlich. Mehrmals im arktischen Frühling verschwindet über einer Fläche von einigen tausend Quadratkilometern innerhalb weniger Stunden das Ozon-Gas vollständig in der untersten Schicht der Atmosphäre, der Troposphäre.
    Kern des umfangreichen europäisch-japanischen Projektes ist ein Satellit auf einer Polarbahn, der aus 450 Kilometer Höhe die horizontale sowie vertikale Verteilung von Wolken, Aerosolen und Strahlung mit Lidar (Laser Radar), Radar, Radiometer und Spektrometern ermitteln soll.

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    • Hintergrundartikel
      • ESA Living Planet 1 - Gegenwart: Das Erkundungsprogramm der ESA
        • CryoSat: Neuer Blick auf den Eisplaneten Erde
          • Klimafaktor Eis: Gigantische Schwankungen des Meeressspiegels
            • Klimageschichte: Leben im Eiszeitalter
              • Die Forschungsfracht von CryoSat
                • Plessetsk : Das Kosmodrom am Polarkreis
                  • Schwerter zu Pflugscharen: Die Konversionsrakete Rockot
                    • Der Eis-Satellit und seine Trägerrakete
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