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    Marktaussichten und Geschäftsmöglichkeiten

    Galileo constellation
    Galileo Konstellation

    Galileo sieht sich in den nächsten Jahren einem Markt mit enormem Wachstumspotential gegenüber.

    Der Markt für Globale Navigationssatellitendienste (GNSS) erstreckt sich auf die Mehrwertdienste und -produkte, die die Satellitennavigation für den Straßen-, Schienen-, Luft- und Seeverkehr, die Fischerei- und Landwirtschaft, die Ölprospektion, den Zivilschutz und das Bauwesen bietet. Die Einführung von Galileo im Verbund mit GSM oder UTMS wird den Telekommunikationssektor revolutionieren und den Markt mit kombinierten Kommunikations- und Ortungsdiensten sehr hoher Güte versorgen.

    Eine aktuelle Studie schätzt den sich Galileo eröffnenden weltweiten GNSS-Markt auf 1,8 Millionen Nutzer im Jahr 2010 und auf 3,6 Millionen Nutzer bis 2020.

    Galileo wird es der europäischen Industrie ermöglichen, unmittelbar von der Entwicklung des GNSS-Markts zu profitieren, der für die europäische Wirtschaft maßgebliche Bedeutung gewinnen wird.

    Für die Welt im allgemeinen und Europa im besonderen wird Galileo erhebliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Vorteile mit sich bringen, die unter anderem auch auf die mit Galileo eingeführten zusätzlichen GNSS-Kapazitäten zurückzuführen sind.

    Einer neuen Analyse zufolge ist mit einem Kosten/Nutzen-Verhältnis von 4,6 zu rechnen, mehr als bei jedem anderen Infrastrukturprojekt in Europa, obwohl diese Berechnung nur dem Nutzen im Luft- und Seeverkehr Rechnung trägt.

    Andere Studien gehen davon aus, daß zusätzlicher Nutzen aus der Streckenführung, verbesserter persönlicher Nothilfe, der Steuerung des Einsatzes von Taxis und Krankenwagen, weniger Verschmutzung dank kürzerer Fahrtzeiten sowie aus der Schaffung von 140 000 Arbeitsplätzen entstehen wird. Der gesamte Nutzen im Zeitraum 2000-2020 wird auf 74 Milliarden Euro veranschlagt, wovon 62 Milliarden Euro auf den wirtschaftlichen Nutzen und 12 Milliarden Euro auf den gesellschaftlichen Nutzen entfallen. Die Investitionskosten für das voll ausgebaute Galileo-System belaufen sich auf rund 3,2 Milliarden Euro. Ab 2008 dürften jährliche Kosten von etwa 220 Millionen Euro für den Betrieb und die Wartung des Systems und den Ersatz nicht mehr betriebsfähiger Satelliten entfallen.

    Dabei wird von einer Konstellation aus 30 Satelliten auf mittelhohen Erdumlaufbahnen und einer Gliederung in globale, regionale und lokale Dienste ausgegangen.

    Galileo soll in folgenden drei Phasen verwirklicht werden:

    • Entwicklungs- und Validierungsphase (2001-2005)
      1. Konsolidierung der Missionsanforderungen;
      2. Entwicklung der Satelliten- und Bodenkomponenten;
      3. Validierung des Systems in der Umlaufbahn.
    • Errichtungsphase (2006-2007)
      1. Bau und Start der Satelliten;
      2. Errichtung des gesamten Bodensegments.
    • Phase des kommerziellen Betriebs (ab 2008)

    Entwurf, Entwicklung und orbitale Validierung sollen von der Europäischen Weltraumorganisation und der Europäischen Kommission gemeinsam finanziert werden.

    Obwohl mit öffentlichen Mitteln gefördert, steht Galileo vor allem in der Betriebsphase Partnern aus der Privatwirtschaft offen.

    Angesichts der Komplexität des Programms und insbesondere der Wechselbeziehungen zwischen den technischen und programmatischen Aspekten ist eine klare Festlegung der Aufgaben aller Beteiligten unerläßlich. Die in der Errichtungs- und der Betriebsphase anzuwendenden Regeln hängen von einer Reihe von Faktoren ab, die zum Teil noch nicht voll bekannt sind. Sie werden parallel zur Vorbereitung der öffentlich-privaten Partnerschaft ausgearbeitet.

    In der Zwischenzeit überwacht die Europäische Kommission das Vorhaben in programmatischer und politischer Hinsicht, während die Europäische Weltraumorganisation die Verantwortung für die Entwicklung der Galileo-Infrastruktur wahrnimmt.

    Last update: 22 August 2003

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