Neue Hoffnungen auf Lebensspuren

Marsbodenmodell mit Wasser
Der Marsboden hat wahrscheinlich große Mengen Wasser aufgenommen

In den letzten Jahren wurden viele Erkenntnisse gewonnen, die die Vermutung nähren, dass das Leben wesentlich anpassungsfähiger ist, als man es je für möglich gehalten hat. In den unwirtlichsten Gegenden der Erde wurden Mikroorganismen gefunden: im Eispanzer am Südpol, in radioaktiv verseuchten Böden, in Geysiren, in über 100 Grad heißen Tiefseeschloten, in Salzlaken.
Aminosäuren, die Bausteine des Lebens, entstehen sogar unter den Extrembedingungen des Weltraums. Überhaupt scheinen das Vakuum sowie der Wechsel von extremer Weltraum-Kälte und -Wärme bestimmten Formen nichts auszumachen. Bakterien und Viren können überleben, wenn sie vor der UV-Strahlung geschützt sind: Als die Apollo-12-Astronauten Teile der Jahre zuvor auf dem Mond gelandeten Surveyor-Sonde abmontierten und zur Erde zurückbrachten, entdeckten die Wissenschaftler in der TV-Kamera irdische Mikroorganismen, die sowohl der Sterilisation der Geräte als auch den mörderischen lunaren Umweltbedingungen widerstanden und sich wieder zu vermehren begannen.
Ähnliches berichteten Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR, die an Bord einer Foton-Kapsel verschiedene Sporenproben im Weltraum aussetzten. Ein kleiner Teil von ihnen überlebte sogar ungeschützt die extremen Bedingungen. Als toxischste Größe erwies sich die UV-Strahlung der Sonne. Die Sterberate der Mikroorganismen kann jedoch bereits bei Vorhandensein einer dünnen UV-Schutzschicht aus Sand oder Staub massiv gesenkt werden.

Von der Erde wissen wir, dass selbst der primitivste Organismus in der unwirtlichsten Gegend nicht ohne eins auskommen kann: Wasser. Überträgt man diese Erkenntnisse auf den Mars, so könnten Spuren von Leben unter der sterilen Planetenoberfläche anzutreffen sein. Also genau dort, wo NASA-Forscher mit dem GRS-Gammastrahlen-Spektrometer von der US-Raumsonde Mars Odyssey riesige Bodeneisvorkommen innerhalb der obersten ein bis zwei Meter in der Umgebung des Südpols entdeckt haben. Das Wasser sei im Regolith, einer lockeren Staub-, Fels- und Geröllschicht, in hoher Konzentration von etwa 20 bis 50 Prozent vorhanden. Anders gesagt: Würde man einen Eimer Marspolarboden erhitzen, erhielte man bis zu einem halben Eimer Wasser. Genauso könnten sich primitivste Lebensformen in dem von Mars Express entdeckten mit 250 Kilometern Ausdehnung riesigen unterirdischen Eisfeld oder einem gewaltigen gefrorenen See von der Größe der Nordsee mit Packeis an seiner Oberfläche erhalten haben.
 Mars Express hat in den letzten zehn Jahren mit den gelieferten Bildern und Daten im Zusammenwirken mit amerikanischen Raumsonden und Marsfahrzeugen das Bild der  Wissenschaftler vom Mars gründlich verändert.

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